Deutsche Auslandsschulen: Vorreiterrolle im In- und Ausland

Das diesjährige Treffen der Schulleiter stand ganz im Zeichen von politischen Weichenstellungen, denn die Deutschen Auslandsschulen stehen vor der Herausforderung einer strukturellen Neuausrichtung.

Cornelia Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, verwies auf die Vorreiterrolle, die die Deutschen Auslandsschulen auch für inländische Bildungsinstitutionen einnehmen. Mit der von ihr ins Leben gerufenen „Exzellenzinitiative innovatives Lernen“ soll Medienkompetenz, Technikinteresse und unternehmerisches Denken von Schülerinnen und Schülern gezielt gefördert werden. Als Best-Practice-Beispiel dazu wurde das Projekt „Globale Schule“ präsentiert. Dabei nimmt eine Schulklasse der Deutschen Schule Chiang Mai, Thailand, per Videokonferenz interaktiv am Unterricht derselben Jahrgangsstufe der Deutschen Schule Singapur teil.

Schule der Zukunft

„Globale Schule ist nicht nur ein Thema, welches die Deutschen Auslandsschulen betrifft, das ist die Schule der Zukunft überhaupt“, erklärte die Staatsministerin nach der Projektvorstellung. „Ich bin immer wieder begeistert zu sehen, wie viel Freude die Schüler an Deutschen Auslandsschulen am Lernen haben“, so Pieper weiter.

Auch Christoph Verenkotte, Präsident des Bundesverwaltungsamtes, betonte die Bedeutung der Deutschen Auslandsschulen: „Das deutsche Auslandsschulwesen ist im Prinzip eine Exzellenzinitiative, denn was dort geleistet wird, sollte Modellcharakter für die Bildungsarbeit in Deutschland haben.“

Zu den notwendigen strukturellen Neuausrichtungen erklärte Joachim Lauer, Leiter der ZfA: „Wir stellen uns der schwierigen Aufgabe, die herausragende Qualität der Schulen auch in Zeiten veränderter Rahmenbedingungen zu bewahren und weiter zu entwickeln“. Das Einvernehmen mit den Partnern ist dem Auswärtigen Amt und der ZfA dabei wichtig. Dazu erklärte Stefan Krawielicki, Leiter des Referats für Deutsche Auslandsschulen im Auswärtigen Amt: „Wir sind dabei, mit allen Beteiligten, Schulleitern, Schulvorständen und Ländern ein Reformkonzept für Auslandsschulen zu erarbeiten, das den Schulen mehr Flexibilität, insbesondere in Fragen der Lehrerversorgung, geben soll.“

Brücke zur Wirtschaft

Auf der anschließenden Podiumsdiskussion tauschten sich Vertreter aus Politik, Bildung und Wirtschaft über die Bedeutung der Deutschen Auslandsschulen für die Förderung der Fachkräfteversorgung aus. Neben Cornelia Pieper und Christoph Verenkotte verwies auch Dr. Hans-Peter Klös vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln und Kuratoriumsmitglied der Initiative „MINT – Zukunft schaffen“ auf die Nachwuchssicherung als Kernaufgabe für Deutschland angesichts seiner demographischen Entwicklung. MINT-Schulen sind vornehmlich Gymnasien mit besonderer Ausprägung in dem Bereichen Mathematik, Ingenieurs- und Naturwissenschaft und Technik.

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes betreut 140 Deutsche Auslandsschulen und 870 Sprachdiplomschulen weltweit. Die ZfA verstärkt eine qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt den strukturellen Aufbau neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen bei der Implementierung des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

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