Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von Data Mining zu Trend Mining

19.12.2013
Gute Nachricht für Wirtschaft und Wissenschaft: Neues Forschungsprojekt bei FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur erlaubt schnelleren und leichteren Zugang zu Innovationstrends bei Zukunftstechnologien durch Trend Mining in Patentinformationen.
„Wissenschaft, Wirtschaft und Politik brauchen verlässliche Indikatoren dafür, was sich in der Forschung tut und wo sie hingeht. Diese Informationen stecken in Patentdatenbanken. FIZ Karlsruhe hat leistungsfähige Analysewerkzeuge für die Trendforschung mit Patentinformation entwickelt, die Landkarten der internationalen Forschung zeichnen“, erklärt Sabine Brünger-Weilandt, Direktorin und Geschäftsführerin von FIZ Karlsruhe.

„Mit unserem neuen Forschungsprojekt ‚Trend Mining für die Wissenschaft‘ bauen wir unser Know-how auf dem Gebiet der Daten- und speziell der Textanalyse konsequent weiter aus, um Wissenschaft und Wirtschaft noch besser bei geschäftskritischen Entscheidungen zu unterstützen.“

Neue Trends bzw. Entwicklungen in der Forschung rechtzeitig zu erkennen, das wird sowohl für die Industrie als auch die Wissenschaft zunehmend zur Existenzfrage. Es geht darum, Innovationstrends so früh wie möglich aufzuspüren, andernfalls verliert man im internationalen Wettbewerb sehr rasch seine Konkurrenzfähigkeit.

In dem neuen Forschungsprojekt „Trend Mining für die Wissenschaft“ sollen die Methoden des Text Minings erstmals auf die schwierige Textsorte Patenttexte angewendet werden. Das von der Leibniz Gemeinschaft im Wettbewerbsverfahren im Rahmen des sog. Paktes für Forschung und Innovation in der Förderlinie für besonders innovative Vorhaben geförderte Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Patentinformationen liefern ein Spiegelbild der Innovations- und Leistungsfähigkeit von Unternehmen, Regionen und von ganzen Volkswirtschaften. Die Ergebnisse technischer und naturwissenschaftlicher Forschung werden häufig nur in Form von Patenten publiziert. Experten schätzen daher, dass ca. 70 bis 90 % des gesamten weltweit veröffentlichten technischen Wissens ausschließlich in Patentpublikationen dokumentiert ist: Das macht Patentschriften zu einer extrem wertvollen Informationsressource für die Forschung in Wissenschaft und Wirtschaft.

In dem jetzt gestarteten Leibniz-Projekt wollen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von FIZ Karlsruhe und der Universität Hildesheim neue Verfahren und Softwarewerkzeuge entwickeln, um aus den Inhalten von eigens dafür aufbereiteten Patentdokumenten (Volltexte, Patentklassifikationen und bibliografische Angaben) weitgehend automatisiert Rückschlüsse auf Innovationstrends ziehen zu können. Die Schwierigkeit dabei resultiert in erster Linie aus der Patentterminologie und den von der Alltagssprache abweichenden linguistischen Strukturen. Projektziel ist der Prototyp einer einfach zu verwendenden Software, die Wissenschaftler, Information Professionals und Patentexperten bei der Identifizierung von Innovationstrends unterstützt. Mit dieser Software, so die Hoffnung der Entwickler, lassen sich dann allein auf Basis einer Analyse verschiedener Textmerkmale in den Patentschriften sowie der Kombination der auf diese Weise extrahierten Daten mit weiteren Informationen (z. B. wissenschaftlichen Publikationen) Trends sichtbar machen. Das hier geplante Analysewerkzeug soll Innovationstrends einfacher, schneller und vollständiger als bisher nachweisen und zudem auch belegbare, d. h. anhand konkreter Daten nachvollziehbare Ergebnisse liefern. Die sehr hohe Zuverlässigkeit der Rechercheergebnisse und der zeitliche Informationsvorsprung, bedeuten für die potenziellen zukünftigen Anwender entscheidende Vorteile bei wettbewerbsrelevanten, geschäftskritischen Entscheidungen gegenüber Konkurrenten, die noch klassische Verfahren einsetzen.

Während in der breiten Öffentlichkeit der Begriff Data Mining erst seit relativ kurzer Zeit einen höheren Bekanntheitsgrad erlangt hat, arbeiten die Experten von FIZ Karlsruhe bereits seit fast 30 Jahren daran, Spezialwerkzeuge zu entwickeln, mit denen man aus Datenfluten wertvolle Informationen extrahieren kann. Trendanalysen mit Patentinformationen sind heute bereits möglich, allerdings sind sie sehr zeitaufwändig und erst dann aussagekräftig, wenn sich der Trend anhand steigender Patentanmeldungen zahlenmäßig identifizieren lässt. Und: Nur durch eine sorgfältige Aufbereitung von Patentinformationen wird die in den Daten enthaltene Information über Technik und Märkte gezielt und sinnvoll auswertbar. Inhalte (Content), System und Werkzeuge (Tools) müssen dabei perfekt aufeinander abgestimmt sein. Der von FIZ Karlsruhe betriebene Online-Service STN® International spielt dabei die zentrale Rolle. Dieser weltweit führende Online-Dienst auf dem Gebiet der Forschungs- und Patentinformation stellt eine einzigartige Kombination von Premium-Datenbanken zur Verfügung, auf deren Basis Innovationstrends abgeleitet werden können. Der Content von STN International umfasst derzeit ca. 150 Datenbanken mit etwa 1,5 Mrd. Dokumenten, und die inhaltliche Bandbreite reicht dabei von Patentschriften und Metadaten, wie z. B. Abstracts von wissenschaftlichen Veröffentlichungen bis hin zu Fakten wie chemischen Strukturen und Reaktionen sowie Gensequenzen.

Zur Analyse der recherchierten Patentinformationen werden spezielle Visualisierungen benötigt, wie sie etwa das Werkzeug STN AnaVist leistet. Mit STN AnaVist lassen sich große Treffermengen von bspw. mehreren tausend Treffern als „Patentlandschaften“ visuell darstellen und weiterführend auswerten. Die „Landschaft“ entsteht durch Zusammenführung (Clustering) inhaltlich ähnlicher Dokumente zu „Dokumenthügeln“. Eine solche Landschaft kann dann mit Hilfe von zahlreichen weiteren Analysetools interaktiv ausgewertet werden.

FIZ Karlsruhe ist seit mehr als 35 Jahren einer der erfolgreichsten Player im Informationssektor. Neben STN International entwickelt und betreibt das Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur weitere Datenbank-Services für Wissenschaft und Wirtschaft. Auf Basis der damit verbundenen Erfahrungen und Kompetenzen werden innovative e-Science-Lösungen für Wissenschaft und Forschung entwickelt, die einen weiteren Schwerpunkt des Produktportfolios bilden.

Weitere Informationen zum Thema Trendanalyse mit Patentinformationen (am Beispiel von Energiespeichertechnik) finden Sie hier und auf unserer Startseite >www.fiz-karlsruhe.de<. Auf unseren Projektseiten kann eine Kurzbeschreibung des Projekts abgerufen werden. Bildmaterial zum Thema „Patentlandschaft“ finden Sie hier auf unserer Website unter der Rubrik Pressefotos.

FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur (>www.fiz-karlsruhe.de<) ist eine gemeinnützige GmbH und ist die größte außeruniversitäre Informationsinfrastruktureinrichtung in Deutschland. Es hat den öffentlichen Auftrag, Wissenschaft und Forschung – auch in der Wirtschaft – mit wissenschaftlicher Information zu versorgen und entsprechende Produkte und Dienstleistungen auf dem Gebiet der Informationsinfrastruktur zu entwickeln. Unser Ziel ist die aktive Unterstützung der Innovationsförderung durch Stärkung des Wissenstransfers im nationalen wie im internationalen Rahmen.
Die Geschäftsfelder sind:
- STN International – der weltweit führende Online-Service für wissenschaftlich-technische Forschungs- und Patentinformation
- KnowEsis – innovative e-Science-Solutions zur disziplinunabhängigen Unterstützung des gesamten Forschungsprozesses (z. B. Forschungsdatenmanagement)
- Datenbanken und Informationsdienste – Datenbanken und Wissenschaftsportale in den Fachgebieten Mathematik und Informatik, Kristallographie und Chemie sowie Energie.

FIZ Karlsruhe ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, unter deren Dach sich fast 90 Einrichtungen zusammengeschlossen haben, die Forschung betreiben und/oder wissenschaftliche Infrastrukturen bereitstellen.

Weitere Informationen über FIZ Karlsruhe erhalten Sie unter:
FIZ Karlsruhe
Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen
Tel. 07247-808-555
>www.fiz-karlsruhe.de<
helpdesk@fiz-karlsruhe.de


Kontakt Pressestelle:
Dr. Robert Hauser
Tel. +49 7247-808-115
robert.hauser(at)fiz-karlsruhe(dot)de

Rüdiger Mack | idw
Weitere Informationen:
http://www.fiz-karlsruhe.de
http://www.stn-international.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitales Know-how für den Mittelstand: Uni Bayreuth entwickelt neuartiges Weiterbildungsprogramm
28.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik