Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CO2 – Vom „Klimakiller“ zum Rohstoff der Zukunft

21.09.2010
Thomas Rachel: „BMBF fördert neues Forschungsprojekt zur stofflichen Verwertung von CO2 mit 11,2 Millionen Euro“

Der wachsende Ausstoß von Kohlendioxid ist maßgeblich verantwortlich für den Klimawandel. Deshalb gehen viele Anstrengungen in der Forschung dahin, den Ausstoß dieses Gases zu vermeiden oder CO2 abzuscheiden und unterirdisch zu speichern. CO2 kann aber nicht nur als Abfall sondern auch als Rohstoff betrachtet werden.

Dies wurde auf dem von RWE ausgerichteten Symposium „CO2 – ein neuer Rohstoff“ am heutigen Dienstag in Düsseldorf deutlich. „Klimawandel, Rohstoffverknappung und ein immer höherer Energiebedarf gehören zu den wichtigsten globalen Herausforderungen denen wir uns stellen müssen“, sagte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf der Veranstaltung. „Daher benötigen wir ein breites Spektrum an innovativen Ansätzen, um zukunftsfähige Strategien zu entwickeln, die das Reduktionspotenzial von CO2 voll ausschöpfen. Und dazu gehören auch Verfahren zu seiner stofflichen Nutzung.“

Mit dem Programm „Technologien für Nachhaltigkeit und Klimaschutz – Chemische Prozesse und stoffliche Nutzung von Kohlendioxid“ fördert das BMBF die Entwicklung solcher Verfahren bereits mit 35 Millionen Euro. Dabei arbeiten Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft eng zusammen, um neue Methoden bis zum Nachweis der Funktionsfähigkeit zu bringen.

Das neueste Projekt aus diesem Förderprogramm ist das Verbundvorhaben „Co2rrect - Verwertung von CO2 als Kohlenstoff-Baustein unter Verwendung überwiegend regenerativer Energie“, das das BMBF mit 11,2 Millionen Euro fördert. Dabei gehen die Forscher gleich zwei Probleme auf einmal an: Einerseits kostet es viel Energie, um CO2 stofflich zu verwerten.

Beispielsweise können aus CO2 durch Synthese mit Wasserstoff aus regenerativer Herstellung verschiedene Kohlenstoffbausteine erzeugt werden, die als Treibstoff oder Zwischenprodukt für die Herstellung von Kunststoffen verwendbar sind. Auf diese Weise könnte CO2 einmal in Haushaltsartikeln oder DVDs landen. Auf der anderen Seite liefern regenerative Energiequellen wie Sonne und Windkraft kein konstantes Angebot an Strom. Das aber benötigt die chemische Industrie normalerweise, um ihre Prozesse zuverlässig fahren zu können.

Ziel des Forschungsprojektes ist es daher, sowohl die Prozesse zur Herstellung von Wasserstoff als auch die zur Umsetzung von CO2 zum Beispiel in Kohlenmonoxid oder Ameisensäure in großtechnischem Maßstab so zu realisieren, dass sie robust auch unter dem wechselhaften Angebot regenerativer Energien funktionieren. Hierfür werden nicht nur neue technologische Entwicklungen gebraucht, sondern auch neue Modelle des Zusammenwirkens von Energiewirtschaft und Chemieindustrie.

Verbundpartner in dem groß angelegten Projekt sind Bayer Technology Services GmbH, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Technische Universität Dresden, Universität Stuttgart, Technische Universität Darmstadt, Technische Universität Dortmund, Ruhr-Universität Bochum, Leibniz-Institut für Katalyse e.V. an der Universität Rostock, Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. (MPG), Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Bayer MaterialScience Aktiengesellschaft, INVITE GmbH, RWE Power Aktiengesellschaft und Siemens Aktiengesellschaft.

Weitere Informationen zu den anderen Projekten finden Sie unter: www.chemieundco2.de.

Ansprechpartner:
Herr Bernd Hartmann / Herr Dr. Oliver Scherr
Projektträger – Umwelt, Kultur, Nachhaltigkeit
im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (PT-DLR)
Tel.: 0228/3821-550 / -575
E-Mail: Bernd.Hartmann@dlr.de / Oliver.Scherr@dlr.de

Silvia von Einsiedel | BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen