Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit größte Experimentieranlage am CERN kurz vor dem Start

29.10.2007
Meyer-Krahmer: "Mehr deutsche Wissenschaftler an europäischer Nobelpreisschmiede"

Die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) in Genf ist das größte und bedeutendste Forschungszentrum für Teilchenphysik weltweit. Mit 20 Mitgliedstaaten hat sich CERN seit der Gründung 1954 zu einem herausragenden Vorbild europäischer Zusammenarbeit in der physikalischen Grundlagenforschung an Großgeräten entwickelt. Der Etat von rund 650 Millionen Euro (2007) wird von Deutschland zu rund 20 Prozent finanziert.

Der weltweit leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger, der Large Hadron Collider (LHC), soll im Sommer nächsten Jahres mit ersten Experimenten starten. "Für Deutschland als größtem Beitragszahler unter den Mitgliedstaaten ist die Beteiligung an CERN ein wesentlicher Eckpfeiler der deutschen Wissenschaftspolitik. Wir möchten, dass mehr deutsche Nachwuchswissenschaftler von der Spitzenforschung am weltweit größten Teilchenbeschleuniger profitieren", erklärte Prof. Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Zusammen mit dem Generaldirektor des CERN Dr. Robert Aymar unterzeichnete er am Montag in Berlin das Abkommen über ein deutsches Doktorandenprogramm am CERN. "Wir ermöglichen jungen, qualifizierten Wissenschaftlern die Arbeit in einem international erstklassigen Hochtechnologie-Umfeld mit engen Kontakten zur Industrie. Damit gewinnen sie eine ausgezeichnete Ausgangsposition für eine spätere berufliche Tätigkeit nicht nur beim Betrieb wissenschaftlicher Großgeräte", so Meyer-Krahmer.

... mehr zu:
»CERN »LHC »Teilchenbeschleuniger

Das vom BMBF geförderte Wolfgang-Gentner-Stipendien Programm, das nach dem Kernphysiker Prof. Wolfgang Gentner (1906-1980) benannt ist, richtet sich an Doktoranden der angewandten Physik und Technologie. Sie können für einen Forschungsaufenthalt von maximal drei Jahren beim CERN zur Erarbeitung der Dissertation ein Stipendium erhalten.

Am CERN arbeiten rund 2600 Mitarbeiter, und mehr als 8300 Gastwissenschaftler aus rund 60 Staaten besuchen die Forschungsstätte, um gemeinsam zu ergründen, aus welchen elementaren Bausteinen die Materie besteht und welche Kräfte sie zusammenhalten. Generaldirektor Aymar unterstrich die hohe Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit am CERN. So haben mehr als 10.000 Wissenschaftler und Ingenieure zum Bau des Large Hadron Collider (LHC) beigetragen.

Der weltweit leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger, ein 27 Kilometer langer Ring, und seine vier Experimentier-Anlagen (ALICE, ATLAS, CMS, LHCb), die größten, die je von der Menschheit gebaut wurden, sollen im Frühjahr 2008 fertig gestellt werden. Erste Teilchen-Kollisionen sollen im Juli 2008 durchgeführt werden. Dann wird im Tunnel des LHC in einer Tiefe von 50 bis 150 Metern der Urknall simuliert. Dazu werden auf zwei gegenläufigen Strahlen Teilchen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit frontal aufeinander geschossen. Bei den Zusammenstößen der Strahlen an den vier Experimenten entstehen aus dem Hagel der Kollisionsbruchstücke neue Teilchen, die der Forschung wichtige Erkenntnisse (z.B. zum Higgs Boson) liefern können.

"Für junge experimentelle Physiker und Ingenieure dürfte CERN daher nicht nur - wie eh und je - als europäische Nobelpreisschmiede attraktiv sein, sondern gerade in nächster Zeit enormes und spannendes Forschungspotential durch den LHC bieten" so der Generaldirektor des CERN. "Deutsche Wissenschaftler haben einen wichtigen Beitrag zum Bau des Large Hadron Colliders geleistet und werden ihn künftig auch intensiv nutzen", sagte Meyer-Krahmer.

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/2166.php
http://www.cern.ch
http://cern.ch/wolfgang-gentner-stipendien/

Weitere Berichte zu: CERN LHC Teilchenbeschleuniger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise