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Bund stärkt Strahlenforschung

07.02.2007
Kompetenzverbund gegründet/Initiative des Bundesforschungs- und des Bundesumweltministeriums

Der Bund will die wissenschaftliche Kompetenz in der Strahlenforschung stärken und erreichen, dass wieder mehr junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in diesem Bereich ausgebildet werden. Zu diesem Zweck ist heute auf Initiative des Bundesforschungsministeriums und des Bundesumweltministeriums der Kompetenzverbund Strahlenforschung gegründet worden.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan: "Der Kompetenzverbund soll dazu beitragen, dieses wichtige Forschungsgebiet in Deutschland zu stärken und auszubauen. Unser Ziel ist die Förderung von strahlenbiologischer Grundlagenforschung auf hohem Niveau. Das schließt die Erforschung von Strahlenrisiken mit ein."

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: "Neben den hilfreichen Wirkungen ionisierender Strahlen, wie sie in der klinischen Tumortherapie und Diagnose eingesetzt werden, ist mit der ionisierenden Strahlung aber auch ein nicht unerhebliches Potential an Gefahren für den Menschen verbunden. Dies gilt für die natürliche Strahlung und für künstliche Strahlenquellen in Technik, Medizin und Forschung. Eine qualitativ hochwertige wissenschaftliche Forschung in Deutschland ist als Basis für einen vorsorgenden Strahlenschutz unverzichtbar."

Die Mitglieder des Kompetenzverbunds Strahlenforschung sind sechs Helmholtz-Zentren, und zwar das Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF), die Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI), das Forschungszentrum Jülich (FZJ), das Forschungszentrum Karls-ruhe (FZK), das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) sowie das Forschungszentrum Rossendorf (FZR), Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Ständige Teilnehmer mit Gaststatus sind das Bundesforschungsministerium, das Bundesumweltministerium und die Strahlenschutzkommission (SSK).

Zu den Forschungsschwerpunkten sollen die Bereiche Strahlenbiologie, d. h. die Wirkung der Strahlung auf den Menschen, der medizinische Strahlenschutz und die Radioökologie, d. h. die Verteilung und Wirkung radioaktiver Stoffe in der Natur, gehören. Ziel des Kompetenzverbundes Strahlenforschung ist es, in enger Kooperation zwischen den beteiligten Forschungszentren und den umliegenden Universitäten Forschungsarbeiten zu initiieren und zu unterstützen, um wissenschaftliche Kompetenz auszubauen und eine intensive Nachwuchsförderung zu ermöglichen. Bestehende Lehrstühle sollen erhalten und das Entstehen neuer Lehrstühle sowie ein Aus- und Aufbau von Arbeitsgruppen gefördert werden.

Insgesamt sollen pro Jahr etwa 5 Millionen Euro über die Helmholtz-Zentren und über ergänzende Förderprogramme des Bundesforschungsministeriums und des Bundesumweltministeriums für die Strahlenforschung aufgewandt werden.

Mit dem Kompetenzverbund soll der wissenschaftlichen und gesellschaftlich-politischen Bedeutung der Strahlenforschung Rechnung getragen werden, nicht zuletzt auch im Bereich der Medizin. Jedes Jahr werden etwa 200.000 Krebspatienten mit ionisierender Strahlung behandelt.

Die moderne Molekular-Biologie bietet in Kombination mit der Anwendung von neuen Strahlenquellen, wie sie vor allem in Deutschland entwickelt wurden, die Chance, strahlenbiologische Grundlagenforschung auf einem neuen, molekularen Niveau zu betreiben. Wesentliche neue Erkenntnisse über die Wirkung der Strahlen ergeben sich dabei nicht zuletzt auch aus der Verbindung mit der Epidemiologie.

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de/presse

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