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Ethische Schule für Lehrer

31.01.2007
Eine Fortbildung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI vermittelt Lehrerinnen und Lehrern Fachwissen zur Gendiagnostik. Ein Thema, das kontrovers diskutiert wird und viele ethische Fragen aufwirft.

Darf ein Kind Genmaterial von sich und seinen Eltern an eine Internetfirma schicken, um heimlich einen Vaterschaftstest machen zu lassen? Was bedeuten die neuen Diagnosemöglichkeiten für werdende Eltern, was für behinderte Menschen? Und wie können Lehrer mit solchen ethischen Fragen und Problemen im schulischen Alltag am besten umgehen?

Mitarbeiterinnen des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe bieten Lehrerinnen und Lehrern Hilfe bei solchen Fragen: In zweitägigen Veranstaltungen vermitteln sie den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik, thematisieren und bewerten mögliche Folgen der Gendiagnostik und erproben verschiedene Elemente, um dieses Wissen im Unterricht interessant umzusetzen. »Unsere Zielgruppe sind dabei Biologie-, Ethik- und Religionslehrer«, sagt Dr. Sibylle Gaisser, die das Projekt am ISI leitet.

Diese Interdisziplinarität rückt immer stärker in den Fokus der Veranstaltungsreihe, die bereits vor acht Jahren ins Leben gerufen wurde. »Das breite Spektrum findet sich auch bei den Referenten wieder, Seelsorger und Ärzte erläutern ihre Sichtweisen. Das Miteinander von Naturwissenschaften und Ethik umspannt die ganze Veranstaltung.« Um dem Ansturm der Lehrer gerecht zu werden, organisieren die ISI-Mitarbeiterinnen vier Kurse pro Jahr, an denen jeweils zwanzig Lehrer teilnehmen. »Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem«, sagt Gaisser.

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»Gendiagnostik

Ein Grund dafür könnte im besonderen Konzept der Veranstaltungen liegen: Die Lehrer werden durch Rollenspiele und Dilemma-Diskussionen aktiv eingebunden. Sie lernen diese Unterrichtsmethoden, die inzwischen auch im Lehrplan vorgesehen sind, am eigenen Leib kennen. Bei den Dilemma-Diskussionen nehmen die Beteiligten Pro- und Contra-Positionen zu einem ethischen Problem ein – etwa zu der Frage, ob ein Kind heimlich testen lassen darf, ob sein Vater auch wirklich sein Vater ist.

Das ISI organisierte die Kurse im Auftrag der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH gemeinsam mit den Regierungspräsidien des Landes Baden-Württemberg, so können die Lehrer im ganzen Bundesland angesprochen werden. »Besteht Interesse bei den Oberschulämtern oder Fortbildungseinrichtungen anderer Bundesländer«, sagt Gaisser, »bieten wir die Veranstaltungen auch gerne dort an.«

Dr. Sibylle Gaisser | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de

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