Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Breite Zustimmung für neue Prüfungsregelungen in der Elektro- und Metallbranche

20.12.2006
Die neuen Prüfungsmethoden und -formen im Elektro- und Metallbereich kommen beim Ausbildungspersonal und den Auszubildenden gut an: das zukunftsweisende Modell der "Gestreckten Abschlussprüfung" wird voll akzeptiert, ein Zurück zu den "alten" Prüfungsregelungen abgelehnt.

Eine neu entwickelte Umsetzungshilfe mit praktischen Anleitungen und Tipps für die neuen Prüfungen in den industriellen und handwerklichen Elektroberufen wird von der Branche sehr positiv aufgenommen - die Vorschläge sollen nun auf die industriellen Metallberufe übertragen werden. Kammern und IG Metall vereinbarten auf der Basis der Vorschläge der Umsetzungshilfe eine praktische Erprobung. Schon im März/April 2007 soll ein entsprechender Test in mehreren Kammerbezirken und mit mehreren industriellen Metall- und Elektroberufen durchgeführt werden.

Dies sind die Ergebnisse einer Fachtagung unter dem Motto "Neue Qualifikationen - Neue Prüfungen im Elektro- und Metallbereich", die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Dezember in Bonn durchgeführt hat. Mehr als 300 Ausbilder/-innen, Berufsschullehrer/-innen, Prüfer/-innen sowie Vertreter und Vertreterinnen von Ministerien, Arbeitgeberverbänden, Kammern und Gewerkschaften diskutierten die neuen Prüfungsmethoden und -formen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hatte den Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) gebeten, mit an der Neuordnung der Elektroberufe beteiligten Sachverständigen sowie Experten und Expertinnen aus der Ausbildungs- und Prüfungspraxis eine Handreichung zur Umsetzung der neuen Prüfungsregelungen zu erarbeiten. Diese Handreichung, die nun als Broschüre vorliegt, war Grundlage für die zweitägige Veranstaltung.

... mehr zu:
»Abschlussprüfung »ZVEI

Strittig blieb auf der Konferenz die Überführung der "Gestreckten Abschlussprüfung", die befristet bis zum 31. Juli 2007 erprobt wird, in die Regelform. Während ZVEI und IG Metall für eine schnelle und unveränderte Überführung plädierten, schlugen der DIHK und das Handwerk eine weitere Verlängerung des Erprobungszeitraums vor. Zur Begründung hieß es, man wolle weitere Erfahrungen mit der neuen Prüfungsregelung sammeln, um gegebenenfalls noch Veränderungen im Detail vornehmen zu können.

Die Elektroberufe wurden 2003, die Metallberufe 2004 neu geordnet. Herzstück der neuen Ausbildungsstruktur und ihrer Inhalte ist die konsequente Orientierung an Arbeits- und Geschäftsprozessen. Die aus diesem Grund aktualisierten Prüfungsregelungen in den Ausbildungsordnungen enthalten wichtige Neuerungen, zum Beispiel:

· DIE "GESTRECKTE ABSCHLUSSPRÜFUNG"

Die für die Bewertung des Abschlussergebnisses nicht maßgebliche Zwischenprüfung entfällt. Stattdessen wird eine Abschlussprüfung in zwei Teilen ("gestreckt") durchgeführt. Teil 1 der Prüfung findet vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und fließt zu 40 % in die Endnote ein. Teil 2 wird - wie bisher - zum Ende der Ausbildungszeit abgenommen. Rund 250.000 Auszubildende im Metall- und Elektrobereich werden in den nächsten drei Jahren diese Form der Prüfung durchlaufen, die eine Abkehr von der bislang üblichen Form der punktuellen Leistungsfeststellung be-deutet.

· HANDLUNGSORIENTIERTE PRÜFUNGEN

In allen Prüfungsbereichen werden künftig berufstypische Arbeitsaufträge beschrieben. Damit soll erreicht werden, dass bei den konkreten Aufgabenstellungen als Prüfungsleistung betriebsübliche ganzheitliche Arbeitshandlungen abgefragt werden und nicht fragmentierte Fertigkeiten und isolierte Kenntnisse.

· KOMPETENZORIENTIERTE BEWERTUNGEN

Bei den Prüfungsanforderungen werden die Kompetenzen in den Mittelpunkt gestellt, die die Prüflinge nachweisen sollen. Zur Bewertung sind durch den Prüfungsausschuss gegebenenfalls mehrere Prüfungsinstrumente (z. B. Arbeitsergebnisse, schriftliche Aufgaben, Beobachtungen, Fachgespräche) einzusetzen. Damit entfallen hier die bisherigen schriftlichen und praktischen Prüfungen.

· PROZESSRELEVANTE QUALIFIKATIONEN

Mit der Prüfung prozessrelevanter Qualifikationen in einem der insgesamt fünf Prüfungsbereiche soll die Befähigung des Prüflings zur Organisation von Arbeitsprozessen bewertet werden. Der Ausbildungsbetrieb kann zur Feststellung dieser Qualifikationen zwischen einer bundesweit einheitlichen "praktischen Aufgabe" oder einem "betrieblichen Auftrag" mit realem Kundenbezug wählen.

Eine Online-Dokumentation der Fachtagung "Neue Qualifikationen - Neue Prüfungen im Metall- und Elektrobereich" finden Sie im Internetangebot des BIBB unter http://www.bibb.de/de/28596.htm

Die Broschüre (plus CD-ROM) mit praktischen Tipps und Anleitungen zur Umsetzung der neuen Prüfungsmethoden und -formen kann kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden unter http://www.bmbf.de/publikationen/2711.php

INHALTLICHE AUSKÜNFTE IM BIBB ERTEILT:
Hans Borch, Tel.: 0228 / 107-2625; Fax: 0228 / 107-2993; E-Mail: borch@bibb.de

Andreas Pieper | idw
Weitere Informationen:
http://www.bibb.de/de/28596.htm
http://www.bmbf.de/publikationen/2711.php

Weitere Berichte zu: Abschlussprüfung ZVEI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie