Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zwei Frankfurter Exzellenzcluster bewilligt

13.10.2006
Beide Anträge auf Exzellenzcluster, die von der Universität Frankfurt bei der Exzellenzinitiative eingereicht wurden, sind bewilligt. Das Cluster "Makromolekulare Komplexe" sowie das gemeinsam mit der Universität Gießen beantragte Cluster "Herz-Lungen-Systeme" erhalten beide jeweils 6,5 Millionen Euro zuzüglich 20% Overhead-Zuschlag. Das sind zirka 70 Millionen zusätzliche Forschungsgelder, die künftig nach Frankfurt fließen.

Nur 15 von den bundesweit 39 Anträgen für Exzellenzcluster wurden bewilligt. "Die Bewilligungsquote für Frankfurt ist optimal", freut sich Universitätspräsident Prof. Rudolf Steinberg, "die Universität Frankfurt hat ihre Position als führende Forschungsuniversität in Hessen und eine der forschungsstarken Universitäten in Deutschland nachdrücklich unter Beweis gestellt. Mein Glückwunsch geht an die erfolgreichen Antragsteller, deren herausragende Forschungsqualität so eindrucksvoll bestätigt wird, und die nun die Chance erhalten, ihre groß angelegten Vorhaben umzusetzen."

Das für Frankfurt so positive Ergebnis sieht Steinberg auch als Ermutigung, sind an der Fortsetzung des Exzellenzwettbewerbs zu beteiligen. Die Goethe-Universität hat im Rahmen der zweiten Wettbewerbsstaffel Antragsskizzen für ein geisteswissenschaftliches Exzellenzcluster zur Entstehung normativer Ordnungen und ein universitäres Zukunftskonzept eingereicht. Welche Universitäten in der zweiten Staffel zu Vollantragstellungen aufgefordert werden, will die DFG im Januar 2007 bekannt geben.

Im Rahmen der weiteren Antragstellungen ist auch zu prüfen, unter welchen Bedingungen die bereits eingereichten Anträge zu den beiden Graduiertenschulen überarbeitet werden können, die jetzt nicht erfolgreich waren. Die Universität Frankfurt hatte hier die in der ersten Staffel positiv vorbewerteten Anträge zur "Otto Stern Schule für integrierte Doktorandenausbildung in den Naturwissenschaften" und die "Frankfurt International Research Graduate School for Translational Biomedicine FIRST" vorgelegt. Die Bewilligung mindestens einer Graduiertenschule und eines Exzellenzclusters ist die Voraussetzung zur Förderung eines universitären Zukunftskonzepts.

... mehr zu:
»Cluster »Exzellenzcluster »Komplex

"Die Wissenschaftler an der Johann Wolfgang Goethe-Universität haben lange unter schwierigen Bedingungen lehren und forschen müssen. Sie haben dennoch energisch an der Forschungsprofilierung der Universität und an der Studienreform gearbeitet. Die Universität erhält nun nicht allein durch die großangelegte Campusneugestaltung, sondern auch durch die Exzellenzförderung ein neues Gesicht und überregionale Anerkennung," wertet Rudolf Steinberg den Ausgang der ersten Runde der Exzellenzinitiative für die Universität.

Exzellenzcluster

Makromolekulare Komplexe

Viele biologisch wichtige Moleküle erfüllen im Verbund, in Form makromolekularer Komplexe, ihre fundamentalen Aufgaben in allen lebenden Organismen. Da große Komplexe experimentell nur schwer zugänglich sind, ist das Wissen über molekulare Mechanismen, wie Makrokomplexe funktionieren, begrenzt.

Frankfurt ist ein international ausgewiesenes Zentrum im Bereich der Strukturbiologie, der Wissenschaft, die sich mit der dreidimensionalen Struktur biologisch wichtiger Moleküle beschäftigt. Ein Schwerpunkt liegt bei Proteinen und Proteinkomplexen in biologischen Membranen. Im Rahmen von 'Sonderforschungsbereichen wurden auf diesen Gebieten bereits hervorragende Ergebnisse erzielt. Im Rahmen dieser Initiative soll die Forschung auf große Proteinkomplexe in der gesamten Zelle ausgedehnt werden. Gegenstand der gemeinsamen Forschungsinitiative ist die Aufklärung von Struktur, Funktion und Mechanismen in der 'Dynamik der Bildung makromolekularer Komplexe". Das daraus resultierende Verständnis ihrer Aufgabe in der Funktion von Zellen soll auch zur Entwicklung neuer Arzneimittel verwendet werden Aufbauend auf den vorhandenen Stärken soll ein einzigartiges, interdisziplinäres Zentrum für dieses neue und wichtige Gebiet der Zellbiologie entstehen.

Herz-Lungen-Systeme

Excellence Cluster Cardio-pulmonary System (gemeinsam mit der Justus Liebig Universität Giessen)

Im Fokus des ECCPS (Excellence Cluster Cardio-pulmonary System) stehen vaskuläre Erkrankungen des Herzens und der Lunge; zwischen denen ein enger funktioneller Zusammenhang besteht. Sie sind zusammen für > 50 % aller Todesfälle vor dem 75. Lebensjahr und > 50 % aller Gesundheitskosten verantwortlich.

An den Universitäten Frankfurt und Gießen haben sich seit mehreren Jahren klinische und experimentelle Arbeitsgruppen auf dem kardiovaskulären und pulmonalen Sektor etabliert, die sich mit innovativen Ansätzen sowie hochrangigen Publikationen eine auch international führende Position erworben haben. Der thematische Schwerpunkt in Frankfurt liegt dabei im Bereich der vaskulären Biologie und der kardialen Regeneration, in Gießen stehen das koronare und pulmonale Gefäßsystem sowie die Lunge als Gesamtorgan im Vordergrund. Mit der gemeinsamen Initiierung und wechselseitigen universitären Einbindung des Max-Planck Institutes für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim wurde eine exzellente Basis für eine regionale Kooperationsstruktur auf dem Gebiet des kardiopulmonalen Systems geschaffen. Diese wurde jüngst durch die Gründung des Hessischen Zentrums für Herz- und Lungenforschung erweitert. Das Exzellenzcluster ist als krankheitsorientiertes "Translational Research Center" konzipiert, d.h. Erkenntnisse aus Projekten der Grundlagenforschung sowie der krankheitsbezogenen klinischen Forschung liefern hier die Basis für die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien. Durch Schaffung neuer Strukturen und intensive Vernetzung wissenschaftlicher Kompetenz im Bereich innovativer Forschungsgebiete (regenerative Medizin, Stammzellbiologie u.ä.) kommt eine neue Dimension hinzu.

Kontakt:
Interviews mit dem Präsidenten:
Prof. Dr. Rudolf Steinberg steht am 13.10.06 von 15:30 bis 16:30 Uhr für Interviews zur Verfügung (Kontakt: Frau Ingrid Rudolph, persönliche Referentin des Präsidenten, Tel.: 069-798-22232).
Exzellenzcluster "Makromolekulare Komplexe"
Prof. Werner Müller-Esterl, Vizepräsident; Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt, Tel. 069/6301-5652, Fax 069/6301-5577;

E-Mail: wme@biochem2.de

Exzellenzcluster "Herz-Lungen-System"
Prof. Dr. Rudi Busse, Institut für Physiologie (Kardiovaskuläre Physiologie), Tel.: 069/6301-6049.

Anne Hardy | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

Weitere Berichte zu: Cluster Exzellenzcluster Komplex

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Überschwemmungen genau in den Blick nehmen

27.06.2017 | Informationstechnologie