Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick 2005" vorgestellt

13.09.2005


Bulmahn: "Die Bildungschancen sind für alle in Deutschland so groß wie nie"


Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn sieht die Bildungsreform in Deutschland auf einem guten Weg. "Die Bildungschancen sind für alle in Deutschland so groß wie nie", sagte sie anlässlich der Vorstellung des internationalen OECD-Berichts "Bildung auf einen Blick 2005" am Dienstag in Berlin. Die Daten zeigten einen Trend für eine größere Beteiligung auch bildungsferner Schichten. "Mit den Talenten aller unserer Menschen bleibt Deutschland international Spitze", sagte die Ministerin. Der Reformkurs müsse entschieden fortgesetzt werden.

Mit Rekordzahlen bei den Studienanfängern sah sich die Ministerin bestätigt. So stieg der Anteil der Studierenden am Altersjahrgang von knapp 28 Prozent im Jahr 1998 auf 38 Prozent im Jahr 2004. Ein wichtiger Grund dafür war die BAföG-Reform. Während die Zahl der Geförderten um nahezu 50 Prozent wuchs, erhöhte sich die Förderung von 1,2 Milliarden Euro auf über 2 Milliarden Euro. Der Anteil der Studienanfänger aus Arbeiterfamilien stieg nach jüngsten Studien von 13 auf 17 Prozent.


Bulmahn wies darauf hin, dass die Studienanfänger aus den wirtschaftlich schwächeren Schichten häufig ein Studium der Natur- oder Ingenieurwissenschaften belegen. Diese reagierten allerdings auch besonders sensibel auf die derzeitige Debatte um die Einführung von Studiengebühren. "Wer Studiengebühren einführt und wie die Union gleichzeitig das BAföG abschafft, wird die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre abwürgen." Bulmahn forderte einen gebührenfreien Zugang zu den Hochschulen: "Unser Land braucht mehr gut ausgebildete junge Menschen - nicht weniger."

Deutschland habe sich in den vergangenen Jahren zu einem der attraktivsten Studienorte der Welt entwickelt. Nach OECD-Zahlen steht Deutschland bei den beliebtesten Gastländern an dritter Stelle - nur übertroffen von den USA und Großbritannien. Die Einführung der internationalen Studienabschlüsse Bachelor und Master habe die deutsche Position weiter verbessert, sagte Bulmahn. "Deutschland gehört zu den Siegern im internationalen Wettbewerb um die klügsten Köpfe."

Die Reform des Bildungssystems habe inzwischen auch die Schulen voll erfasst. Dazu gehöre das Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung mit vier Milliarden Euro. Großen Handlungsbedarf sieht die Ministerin aber noch bei der individuellen Förderung. "In Deutschland ist der schulische Erfolg - weit stärker als in nahezu allen anderen vergleichbaren Staaten - noch vom sozioökonomischen Hintergrund der Schüler und Schülerinnen abhängig." Abhilfe könne eine bessere und längere Betreuung und Förderung der Schülerinnen und Schüler mit neuen Bildungskonzepten in Kindergärten und Ganztagsschulen leisten.

Bulmahn wies auf die Erfolge der Zusammenarbeit von Bund und Ländern bei der Bildungsreform hin. Jüngstes Beispiel sei das bessere Abschneiden beim PISA-Vergleich zum mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht, nachdem es zuvor ein gemeinsames Bund-Länder-Programm in diesem Bereich gegeben habe. "Das gute Ergebnis sollte für uns der Ansporn sein, noch mehr miteinander zu unternehmen, anstatt in kleinlichen Kompetenzstreitigkeiten zu verharren." Hierbei könne die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung als gemeinsame Einrichtung eine bedeutende Rolle spielen.

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Berichte zu: Bildungsreform Bulmahn OECD-Bericht Schicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen