Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klausuren jetzt am Computer schreiben

24.02.2005


Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaft sucht nach neuen Wegen für Massenprüfungen


Wie organisiert ein Fachbereich ein Massenstudium, in dem Semester für Semester rund 5000Klausuren abgenommen, bewertet und dokumentiert werden müssen? Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen gehört zu denen, die mit schrumpfendem Personal bei Verwaltung und Hochschullehrern nach wie vor hohe Studienanfängerzahlen mit ebenso hohen Prüfungsfällen zu bewältigen haben. Mit neuen Lösungen sucht der Fachbereich einen Ausweg aus der Klemme. Multimedia bei Klausuren, heißt ein neuer Weg, den er erstmals seit dem Wintersemester 2004/05 geht. Klausuren werden nicht mehr mit Bleistift auf Papier, sondern mit Mausklick und Tastatur am PC geschrieben. Für diese moderne Form der Klausur wurde von der Bremer Firma LPLUS eine spezielle Software entwickelt. Das Zentrum für Multimedia in der Lehre (ZMML) der Universität Bremen sorgte für die technische Betreuung während der Klausurarbeit. Die Klausur wurde im Rahmen des Projekts "eExamination im Bildungsnetzwerk Bremen" durchgeführt, das Bestandteil des mit EU-Mitteln geförderten Landesprogramms "bremen in t.i.m.e." ist.

Die Studierenden der Wirtschaftswissenschaft stehen der neuen Test-Kultur aufgeschlossen gegenüber. Ungewisses und langes Warten auf die Ergebnisse der Klausur gehören der Vergangenheit an. Es dauert nur einen Mausklick, bis auf dem Rechner das Klausurergebnis erscheint. Der Computer kennt keine schlechte Laune beim Korrigieren und schon gar keine Willkür. Prüfungsergebnisse werden vergleichbar, Schwachpunkte in der Prüfung können statistisch sofort ausgewertet werden. Aber wie ist es mit der Qualität der Prüfungen: Leidet sie nicht darunter, wenn statt ausführlicher freisprachlicher Antwort lediglich Kreuze gemacht, Symbole mit der Maus hin- und hergeschoben oder Lösungswörter und -zahlen eingegeben werden?


Detlev Ehrig, Studiendekan im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft, und Georg Müller-Christ, Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre, weisen Befürchtungen um mögliche Qualitätseinbußen zurück. Online-Klausuren werden in Zukunft eher zu schwierigeren Prüfungen führen. Der Anreiz, immer verzwicktere Fragen zu stellen, wird weiter zunehmen, je ausgefeilter die Prüfungssoftware wird. Schon jetzt zeigt sich, dass sich Prüfungsanforderungen ändern. Statt blumiger Antworten auf schwammige Fragen muss von nun an auf präzise Fragen ebenso präzise geantwortet werden. Ist die Zukunft der Klausuren deshalb online? Die Initiatoren sind sich sicher: Wenn es um das Abfragen von standardisiertem Wissen geht, sind elektronische Klausuren die Lösung der Zukunft. Die Notwendigkeit, sich mit gelerntem Stoff argumentativ auseinander zu setzen, wird auch weiterhin bestehen bleiben. Dazu bedarf es nach wie vor des Prüfungsgesprächs und des schriftlichen Aufbaus eines Arguments.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Wirtschaftswissenschaft
Dr. Detlev Ehrig (Studiendekan)
Tel. 0421 218 3182
E-Mail: dehrig@uni-bremen.de

Prof. Dr. Georg Müller Christ
Tel. 0421 218 3197
E-Mail: gmc@uni-bremen.de

Angelika Rockel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Berichte zu: Multimedia Wirtschaftswissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise