Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Programm für patientennahe medizinische Forschung in Deutschland

11.11.2003


BMBF und Deutsche Forschungsgemeinschaft starten gemeinsames Programm für die patientennahe medizinische Forschung in Deutschland

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn und der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, DFG, Professor Ernst-Ludwig Winnacker, haben eine gemeinsame Initiative für die patientennahe medizinische Forschung in Deutschland vorgestellt. Damit können in Deutschland nun erstmals klinische Studien unabhängig von ihrer Fragestellung oder von der jeweiligen Krankheit finanziert werden. Das Programm ist in den nächsten vier Jahren mit insgesamt 40 Millionen Euro ausgestattet.

"Klinische Studien sind unverzichtbar, um die Ergebnisse der Humangenomforschung in die Anwendung zu bringen und für die Weiterentwicklung von Prävention, Diagnose und Therapie zu nutzen. Besonders neue Medizintechnik oder Diagnostika müssen im Rahmen klinischer Studien evaluiert werden, bevor ihr Einsatz beim Patienten verantwortet werden kann", sagte Bulmahn. Die Bundesministerin wies darauf hin, dass die dafür notwendige Studienkultur in Deutschland bislang nur unzureichend etabliert sei. Auch deshalb führe die pharmazeutische Industrie ihre Studien zur Medikamentenzulassung in der Regel nicht in Deutschland durch und verlagere ihre Forschung zunehmend ins anglo-amerikanische Ausland.



Professor Winnacker erklärte: "Wir erwarten, dass durch die koordinierte Vorgehensweise besonders nachhaltige Effekte erzielt werden. Nur mit Hilfe dieses Programms können Studien finanziert werden, bei denen kleine Patientengruppen untersucht werden, an denen die Pharmaindustrie keine wirtschaftlichen Interessen hat. Ein Beispiel ist die Behandlung von Hirntumoren mit etwa 3.000 Neuerkrankungen pro Jahr ".

Mit dem neuen Programm wird der systematische Ausbau der klinischen Forschung durch die Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, BMBF, konsequent weiter geführt. Insgesamt hat das BMBF in den letzten vier Jahren 280 Millionen Euro für die klinische Forschung bereit gestellt. An zwölf medizinischen Fakultäten sind seit 1999 "Koordinierungszentren für Klinische Studien" aufgebaut worden, die eine Infrastruktur für die Durchführung bereitstellen, aber auch Ärzte schulen und beraten. Ebenfalls seit 1999 sind bislang 17 "Kompetenznetze in der Medizin" gegründet worden, in denen die für ein bestimmtes Krankheitsbild am besten ausgewiesenen Forscher und Ärzte klinische Studien gemeinsam durchführen.

"Damit haben wir den Grundstock gelegt, auf dem wir nun gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft klinische Spitzenforschung in Deutschland etablieren können", stellte Bulmahn fest.

Pressereferat (LS 13) | BMBF
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

22.08.2017 | Physik Astronomie

Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Virus mit Eierschale

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie