Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissensmanagement gegen Informationsflut

20.10.2003


Rechtliche Rahmenbedingungen noch nicht ausreichend



Wissen ist der Rohstoff der Zukunft und der Mensch Rohstoffträger. Doch wie kann er das zur Verfügung stehende Wissen richtig verarbeiten? Bei einem interdisziplinären Symposium zum Thema "Geistiges Eigentum" in der Wiener Albertina wiesen Fachleute darauf hin, dass die ethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die Wissensgesellschaft noch nicht ausreichend vorhanden sind.

... mehr zu:
»Rechner »Rechtsgebiet


"Seit der rasanten Verbreitung des Internet steht vielen Menschen ein ungeheures Angebot an Wissen zur Verfügung", erklärt Dimitris Karagiannis, Gründer der Abteilung Knowledge Management am Institut für Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Universität Wien. Dieses vorhandene Wissen gilt es zu nutzen, wobei die Informationstechnologie als Verarbeitungswerkzeug dient. "Inhalte, Menschen und auch Rechnerleistung müssen vernetzt werden", so Karagiannis. Der Computer wird dabei immer mehr zum "Wissensträger". "Die Geschwindigkeit der Rechner verdoppelt sich alle 18 Monate, die Netzwerkgeschwindigkeit alle neun Monate", so der Wirtschaftsinformatiker. In Zukunft werde der Quantencomputer die Entwicklung noch weiter beschleunigen.

Auch der Alltag wird sich in naher Zukunft massiv verändern. Integrierte Rechner in technischen Geräten und der vernetzte - und damit auch gläserne - Mensch werden bald Wirklichkeit sein. Doch für Kargiannis ist die Gesellschaft dafür noch nicht reif: "Wir sind noch nicht darauf ausgerichtet, die angebotenen Informationen zu verarbeiten. Doch wenn der Mensch als Wissensträger versagt, dann bricht die ganze Wissenskette zusammen."

Als Probleme nannte er die nötige Eigenverantwortung der Wissensarbeiter, ungeklärte ethische und rechtliche Fragen und Computer, die erst den geänderten Bedingungen angepasst werden müssten. Ziel ist es, die entstandene Wissenslücke zwischen Mensch und Rechner zu schließen: "Wissen kann modelliert werden. Wenn nicht, haben wir noch nicht die richtige Sprache gefunden."

Designschutz als neues Rechtsgebiet

Über mangelnde Arbeit können sich die Experten jedenfalls nicht beklagen. Das gilt unter anderem für die EU-Designschützer beim Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt in Alicante. Seit Anfang 2003 kann ein EU-weit wirksames, registriertes Gemeinschaftsgeschmacksmuster angemeldet werden, seit April gab es bereits mehr als 35.000 Anmeldungen (!) "Das Geschmacksmusterrecht ist zwischen Technik und dem Urheberrecht angesiedelt. Es dient dazu, die Erscheinungsform eines Erzeugnisses oder einen Teil davon rechtlich zu schützen", erklärt der Vizepräsident des Amtes, Alexander von Mühlendahl, das neue Rechtsgebiet. Damit sind industrielle und handwerkliche Erzeugnisse und deren Verpackung und Gestaltung gemeint. Interessant ist der Designschutz auch in Hinblick auf die Verwendung von Ersatzteilen. "Da wird sich noch einiges tun."

Matthias Sturm | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ptv.at
http://www.pte.at/special/geistiges_eigentum

Weitere Berichte zu: Rechner Rechtsgebiet

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE