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Benchmarking G 21: Qualitätsinitiative großer Universitäten

15.07.2003


Chancen und Herausforderungen großer Universitäten


Erste länderübergreifende Initiative will Qualität verbessern


Das jüngste Ranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat die zentrale Rolle großer Universitäten für das gesamte Wissenschaftssystem in Deutschland deutlich gemacht. Um die Qualität von Forschung, Lehre, Management und Service zu verbessern, haben sich 15 dieser forschungsstarken Universitäten mit breitem Fächerspektrum und vielfältigen Studienangeboten zu einem Club "Benchmarking G 21 - Qualitätsinitiative großer Universitäten" zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, von einander zu lernen, Lösungen für ähnlich gelagerte Probleme gemeinsam zu suchen und schließlich einer breiten Öffentlichkeit ihre Leistungen national wie international zu präsentieren. Diese Qualitätsinitiative ist der erste freiwillige länderübergreifende Zusammenschluss von Universitäten abseits offizieller Gremien und Institutionen; sie ist zunächst auf zwei Jahre, bis zum Ende des Sommersemesters 2005 angelegt. Zusammengeschlossen haben sich in ihr führende Universitäten mit einem breiten Fächerspektrum; sie gehören in Deutschland zu den leistungsstärksten in der Forschung, in der Nachwuchsförderung und bei den Absolventen.

"Große Universitäten besitzen enorme und außerordentlich vielfältige Potenziale in Forschung und Lehre - gleichzeitig haben sie wegen ihrer Größe spezifische Probleme in der Organisation dieser Potenziale", heißt es in der Präambel der Gründungserklärung des "Benchmarking G 21", die die Präsidenten und Rektoren vor wenigen Tagen verabschiedet haben. Profilbildung erwartet die Politik von den Universitäten - und meint damit häufig die Schließung vermeintlich überflüssiger oder unterausgelasteter Studiengänge. Dass aber gerade die Breite und Vielfalt der großen Universitäten renommierten Wissenschaftlern die Möglichkeit zu zahlreichen interdisziplinären Forschungsprojekten bietet und den Studierenden die Chance eröffnet, über den Tellerrand des eigenen Faches hinauszuschauen, wird vielfach übersehen.


Die Größe und Fächervielfalt einer Universität stellt die Hochschulleitungen vor besondere Herausforderungen: In der Gestaltung von Führungsstrukturen, im Service für Studierende und in der Förderung des großen Potenzials beim wissenschaftlichen Nachwuchs haben alle hier zusammen arbeitenden Universitäten in den vergangenen Jahren mit engagierten Reformen gute Erfolge erzielt. Dennoch bleibt viel zu tun. Benchmarking ist dafür das richtige Instrument: vom Besseren und vom Besten lernen, wie er die neuen Anforderungen meistert, wie er Reformen umsetzt und mit Problemen umgeht. Diese Aufgabe haben sich die 15 Universitäten gestellt. Im Laufe des Prozesses ist angedacht, auch führende Universitäten anderer Nationen in das Benchmarking mit einzubeziehen.

Dabei wollen sie nicht neue Rankings aufstellen oder alte widerlegen. Es geht vielmehr darum, optimale Verfahren und Organisationsformen zu benennen, um erfolgreich die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern.

Drei Arbeitskreise des "Benchmarking G 21 - Qualitätsinitiative großer Universitäten" haben bereits die Arbeit aufgenommen und ein erstes Programm für die nahe Zukunft aufgestellt.

Der Arbeitskreis Studium und Lehre vergleicht und identifiziert Modelle des Übergangs von Schule zur Hochschule und befasst sich mit den besonderen Problemen der Studienstrukturreformen von Bachelor-/Master-Studiengängen.

Der Arbeitskreis Forschung kümmert sich vorrangig um Instrumente und Wege der Nachwuchsförderung und -gewinnung sowie um die internationale Zusammenarbeit.

Im Arbeitskreis Management sucht man nach optimalen Steuerungsinstrumenten für die Hochschulleitungen.

Schließlich sind auch die Pressesprecher/PR-Referenten der Hochschulen gefragt: Sie kommunizieren Ergebnisse der Arbeitskreise in die Partnerhochschulen und die breite Öffentlichkeit.

Die Mitglieder der "Benchmarking G 21 - Qualitätsinitiative großer Universitäten" sind:
Freie Universität Berlin, Ruhr-Universität Bochum, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Technische Universität Dresden, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau, Georg-August-Universität Göttingen, Universität Hamburg, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Ludwig-Maximilians-Universität München, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Eberhard-Karls-Universität Tübingen und die Julius Maximilians-Universität Würzburg.

Die Universität zu Köln hat derzeit einen Beobachterstatus.

Diese Universitäten zeichnen sich aus durch eine außerordentliche Vielfalt von Forschungsrichtungen und Studienfächern von den Geistes-, Sozial-, Natur- und Ingenieurwissenschaften bis hin zur Medizin. Um eine überschaubare Zusammenarbeit gewährleisten zu können, ist die Mitgliederzahl auf maximal 20 Universitäten beschränkt.

Ansprechpartner (über die jeweiligen Pressestellen):

Professor Bernd Huber, LMU München, Tel. 089/ 2180 3744
Professor Dieter Lenzen, FU Berlin, 030/ 838 73 100
Dr. Dr. h.c. Jürgen Lüthje, Universität Hamburg, Tel. 040/ 42838 4475
Professor Jürgen Schmidt, WWU Münster, Tel: 0251/ 83 222-32

Dr. Josef König | idw

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