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Unis bilden Allianz gegen Fremdenfeindlichkeit - Aufruf zu Toleranz, Offenheit und Zivilcourage

02.11.2000


Internationalisierung ist für Universitäten ein wichtiges Anliegen. Die Universitäten Stuttgart und Hohenheim messen dem weiteren Ausbau der internationalen Zusammenarbeit große Bedeutung zu. Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler aus beiden Universitäten arbeiten mit ihren Kollegen aus Universitäten und Hochschulen in den unterschiedlichsten Teilen der Welt zusammen. Zahlreiche Wissenschaftler und Studierende aus dem Ausland kommen nach Stuttgart, um hier vor Ort zu forschen oder zu studieren. Umgekehrt legen die Universitäten Wert darauf, auch ihre deutschen Studierenden während ihrer Studienzeit ins Ausland zu entsenden, um ihnen die Gelegenheit zu Erfahrungen in anderen kulturellen Umfeldern zu ermöglichen. Der weltweite freie Austausch von Dozenten und Studierenden ist für ertragreiche Forschung und Lehre unverzichtbar. Diese Zusammenarbeit setzt Toleranz und Akzeptanz für Menschen aus anderen Kulturen voraus.

Die beiden Universitäten sind besorgt über die nicht nur in den letzten Monaten in unserer Gesellschaft zu beobachtende zunehmende Intoleranz und über Angriffe und Übergriffe auf Menschen, die anders aussehen oder eine andere Sprache sprechen. Dies darf in einer offenen Gesellschaft nicht passieren. Die Universitäten Stuttgart und Hohenheim appellieren an alle ihre Mitglieder und die Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Stuttgart und der ganzen Region, aufmerksam zu sein, im Geist von Gastfreundschaft und Toleranz mit den ausländischen Gästen zusammenzuarbeiten und - wo es sich als notwendig erweisen sollte - Zivilcourage zu zeigen. Fremdenfeindlichkeit schadet nicht nur unserem Ansehen in der Welt, sondern vor allem uns selbst.

Bereits im Herbst 1992 hatten die Universitäten Anlass, gegen die wachsende Fremdenfeindlichkeit und rassistische Übergriffe Stellung zu beziehen. Leider scheint es wieder an der Zeit zu sein, erneut an die Mitglieder der Universitäten und an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt zu appellieren, den hier lebenden Menschen aus aller Welt im Geist von Toleranz und Gastfreundschaft zu begegnen und sich notfalls schützend vor sie zu stellen.

Ursula Zitzler | idw

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