Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herzstück der TU-Strukturreform beschlossen

26.07.2000


Herzstück der Strukturreform der TU Berlin beschlossene Sache / Mit großer Mehrheit beschließt das Kuratorium der TU Berlin die Budgetierung

Die Neuorganisation ihrer Finanzstrukturen und die eigenständige Verwaltung des Universitätshaushalts durch die Fakultäten, die sogenannte Budgetierung, ist das Herzstück der Reformen an der TU Berlin. Am 26. Juli 2000 beschloss das Kuratorium der TU Berlin mit großer Mehrheit (19 Ja-Stimmen und eine Nein-Stimme) die Budgetierung. Nun ist ihre Einführung beschlossene Sache. Damit ist die TU Berlin, die als erste Universität des Landes eine Budgetierung aller Bereiche durchführt, bei der Umsetzung ihrer Struktur- und Verwaltungsreform einen Riesenschritt weiter.

Mit der Einführung der Budgetierung wird der Haushalt der TU Berlin dezentralisiert und die einzelnen Fakultäten der Universität können ihre Mittel in Zukunft in eigener Verantwortung verwalten. Damit erreicht die TU Berlin vor allem kürzere Wege und einen effizienteren Einsatz der entsprechenden Mittel. Denn die Fakultäten können vor Ort häufig besser entscheiden, wo und wann welche Mittel eingesetzt werden müssen. Bisher wurden die Budgets der einzelnen Fachbereiche durch die Zentrale Universitätsverwaltung (ZUV) verwaltet. Die Fachbereiche konnten zwar selbständig Bestellungen aufgeben und ihre Mittel planen, hatten aber keine Anordnungs- oder Bewirtschaftungsbefugnisse. Die ZUV verfügte über die Freigabe der Mittel und trug damit auch die Verantwortung für den Haushalt. Während die ZUV die Budgets in der Regel rein "haushaltsmäßig" verwaltet hat, d.h. lediglich Ausgaben und Einnahmen buchte, können die Fakultäten ihre Budgetplanung nun inhaltsmäßig und qualitativ steuern.

Nachdem auf der Sitzung des Akademischen Senats (AS) vom 17. Mai 2000 letzte Streitpunkte - vor allem zum Termin der Einführung der Budgetierung, zur Möglichkeit der Rücklagenbildung durch die Fakultäten und zur Deckungsfähigkeit von Personal- und Sachmitteln - beseitigt werden konnten und sich der AS mit Mehrheit für die Budgetierung ausgesprochen hatte, beschloss nun auch das höchste Gremien für die Universität, das Kuratorium der TU Berlin, die Einführung der Budgetierung.

Ab dem 1. Januar 2001 sollen die Fakultäten zum ersten Mal einen eigenen Globalhaushalt erhalten. Generell setzt sich das Budget einer Fakultät künftig aus drei Teilbeträgen - Sachmitteln, Personalmitteln und Mitteln für Investitionen - zusammen. Im Januar 2001 erhalten die Fakultäten zunächst das Sachmittelbudget. Die Budgetierung der Personalmittel erfolgt erst im Januar 2002, da es gegen die gleichzeitige Budgetierung von Sach- und Personalmitteln erhebliche Bedenken gab. Die Personalmittel werden den Fakultäten daher zunächst im Probebetrieb zur Verfügung gestellt. Die Eigenverwaltung folgt dann ab Januar 2002. Damit wird das eigentliche Kernstück der Budgetierung umgesetzt, denn dann sind Sach- und Personalmittel untereinander deckungsfähig. Darüber hinaus können Sach- und Personalmittel in Investitionsmittel umgewandelt werden. Die Fakultät kann selbständig über die Verteilung ihrer Mittel entscheiden sowie Mehr- oder Minderausgaben zwischen den Titeln ausgleichen. Außerdem können die Fakultäten aus ihren Mitteln künftig Rücklagen bilden, die ihnen im nächsten Haushaltsjahr zu 100 Prozent zur Verfügung stehen. Auch die Raumbudgetierung bietet Möglichkeiten, etwa durch Mieteinnahmen weitere Rücklagen zu bilden.

Neu an der Budgetierung ist auch die Zusammensetzung des Fakultätshaushalts. Während die Ermittlung des alten Fachbereichsbudgets zu großen Teilen auf der vorhandenen Zahl des Fachbereichspersonals (Ist-Ausstattung) beruhte, orientiert sich die Budgetierung der neuen Fakultäten an deren Soll-Struktur, d.h. an der laut Ausstattungsplan angestrebten Personalausstattung.

Für diese erhalten die Fakultäten die im Haushaltsplan der TU Berlin festgelegten Durchschnittssätze, also nicht die volle Erstattung der anfallenden Kosten für die Ist-Ausstattung.
Für die Errechnung der sogenannten formelgebundenen Mittel wurden vier Kategorien erarbeitet. Danach erhalten die Fakultäten künftig Mittel für Lehre und Forschung (1), für Information und Kommunikation (2), für Bibliotheken (3) und für Sonstiges (4). Um ihr Budget aufzustocken, können die Fakultäten mit dem Präsidenten der Universität Zielvereinbarungen schließen. Diese gewähren den Fakultäten für das Erreichen bestimmter Ziele zusätzliche Gelder oder stellen ihnen im Rahmen von Zielvereinbarungen erwirtschaftete Einnahmen zu 100 Prozent zur Verfügung. Gegenstand von Zielvereinbarungen können z.B. die Zahl und Qualität der Studienplätze, Studienreformmaßnahmen, Frauenförderung oder Forschungsschwerpunkte sein.

Mit dem Start der Budgetierung in den Fakultäten ist die Neuorganisation des TU-Haushalts jedoch noch nicht abgeschlossen. 2002 soll auch die Zentrale Universitätsverwaltung folgen. Gegenwärtig gibt es hierfür noch keine brauchbaren Modellrechnungen. Der Präsident der TU Berlin will daher bis 2001 einen sogenannten Dienstleistungsbericht erstellen, der die Grundlage für die Entwicklung von Kosten- und Leistungsparametern bietet.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gerne die Leiterin der Pressestelle der TU Berlin, Dr. Kristina Zerges, Tel: 030/314-22919 oder -23922, Fax: 030/314-23909 oder E-Mail: pressestelle@tu-berlin.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Ramona Ehret |

Weitere Berichte zu: Budget Budgetierung ZUV Zielvereinbarung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Meilenstein in der Forschung: Enabling Innovation
06.09.2017 | Rheinische Fachhochschule Köln

nachricht Max Planck School of Photonics: Nationales Exzellenznetzwerk für Photonikforschung ausgewählt
04.09.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik