Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Qualitätssicherung an Hochschulen" - hohe Güte von mehrstufigen Verfahren zur Evaluation von Studium und Lehre

15.05.2003


Mehrstufige Evaluationsverfahren für Studium und Lehre an deutschen Hochschulen haben sich bewährt


Stifterverbands-Studie zeigt aber auch: es gibt noch viel Verbesserungspotenzial in den Verfahrensabläufen und Konsequenzen von Begutachtungsrunden.

Eine heute vom Stifterverband veröffentlichte Studie bescheinigt mehrstufigen Verfahren zur Evaluation von Studium und Lehre in Deutschland eine "hohe Güte". Allerdings werden in der Studie unter dem Titel "Qualitätssicherung an Hochschulen" zugleich für die einzelnen Verfahrensschritte und Umsetzung der Evaluationsergebnisse eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen gemacht.


Im Jahr 2002 hat der Stifterverband ein Forschungsteam unter der Leitung von Professor Dr. Hans-Dieter Daniel, Leiter der Evaluationsstelle der Universität Zürich und Professor an der ETH Zürich, mit einer Untersuchung beauftragt, die die Verfahren ausgewählter Evaluationsinstitutionen aus der Perspektive aller Beteiligten (Gutachter, Fachangehörige und Studierende, Evaluationsbeauftragte der Hochschulen, Hochschulleitungen sowie Evaluationseinrichtungen) untersuchte. Die Studie sollte klären, ob die angestrebten Ziele der Verfahren tatsächlich erreicht worden sind, welche Verfahrensschritte sich bewährt haben, durch welche Faktoren Umsetzungserfolge und -misserfolge beeinflusst worden sind und ob sich Zielvereinbarungen als Instrument des Qualitätsmanagements bewährt haben. Untersuchungsgegenstand waren die Evaluationsverfahren des 1994 gegründeten Verbundes Norddeutscher Universitäten ("Nordverbund") und der 1995 gegründeten Zentralen Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover (ZEvA).

Die wichtigsten Empfehlungen der Studie:

  • Die beteiligten Hochschulangehörigen sollten in Zukunft noch besser über Ziele und Folgen der Evaluation informiert und beraten werden. Ein Ranking sollte mit Evaluationsverfahren nicht verknüpft werden.

  • Die Hochschulen sollten zentrale Datenbanken zur Verfügung stellen, die die Ermittlung von Kennzahlen und Beurteilungsgrößen erleichtern.

  • Die Gutachtergruppen sollten grundsätzlich international besetzt sein und neben einer bewertenden auch eine beratende Funktion im Begutachtungsverfahren ausüben.

  • Verantwortlichkeiten für die Umsetzung von Evaluationsergebnissen sollten präzise bestimmt und in Zielvereinbarungen festgelegt werden. Die ausbleibende Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen sollte spürbare Konsequenzen haben.

"Die Ergebnisse zeigen: wir müssen vor allem wirksame Instrumente zur Steuerung der Zielerreichungsprozesse entwickeln, die wir bislang in den Hochschulen noch nicht haben," unterstreicht Dr. Ekkehard Winter, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbands. "Das betrifft Anreiz- und Sanktionsmechanismen ebenso wie das Management und Controlling solcher Prozesse. Zudem müssen die Verfahren praktikabel, effizient und effektiv sein. Nur so lässt sich der große Aufwand rechtfertigen und die Sinnhaftigkeit eines solchen Qualitätssicherungsprozesses vermitteln, der ja ganz grundlegend auf den Willen zur Mitwirkung der Hochschulangehörigen selbst angewiesen ist."

Die Studie wird am 16. Mai 2003 im Bonner Wissenschaftszentrum auf dem vom Stifterverband und der Hochschulrektorenkonferenz veranstalteten Symposium "Evaluation von Studium und Lehre auf dem Prüfstand" der Öffentlichkeit präsentiert und von einem internationalen Expertenkreis diskutiert.

Dr. Meyer-Guckel | Stifterverband
Weitere Informationen:
http://www.stifterverband.de

Weitere Berichte zu: Evaluation Evaluationsverfahren

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik