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Astrophysiker Blum: Keine Trauer um die Mir (Interview)

23.03.2001


PD Dr. Jürgen Blum, Foto:

Hirsch


Kurzinterview mit dem Jenaer Astrophysiker PD Dr. Jürgen Blum (38), der zuletzt an Bord der Weltraumfähre Columbia Experimente zur Planetenentstehung hat durchführen lassen.

Tut es Ihnen ein wenig leid um die Mir?
Nein, die Mir hat ihren Zweck erfüllt. Künftig steht für die Forschung unter Schwerelosigkeit die ISS, die Internationale Raumstation, zur Verfügung.

Ist die Mir nicht noch ein Relikt aus dem Kalten Krieg?
In der Entstehungsgeschichte hat das wohl eine Rolle gespielt. Aber in den letzten Jahren sind auch viele Astronauten aus Europa und den USA auf der Mir mitgeflogen. Die ISS gilt heute geradezu als ein Symbol für Völkerfreundschaft und internationale Zusammenarbeit.

Können wir uns solche Raumstationen überhaupt guten Gewissens leisten?
Natürlich kostet diese Grundlagenforschung viel Geld. Aber es sind u. a. wichtige Erkenntnisse gewonnen worden, wie sich die Schwerelosigkeit auf Lebewesen auswirkt. Zum Beispiel wissen wir jetzt viel genauer, wie der menschliche Gleichgewichtssinn funktioniert. Auch in der Materialwissenschaft hat es einige Fortschritte gegeben. Aber man darf nicht immer gleich nach dem unmittelbaren praktischen Nutzen fragen.

Wird der Mensch das All für sich erobern und "dort oben" wohnen?
Das gehört in den Bereich der Science Fiction. Die ISS wird - vielleicht für 10, 20 Jahre - einigen wenigen Astronauten als Habitat dienen. Dass Tausende von Menschen im All leben könnten, ist im Moment völlig unvorstellbar.

Wünschen Sie sich selbst, einmal in den Weltraum zu fahren?
Nein, ich bin kein besonders risikofreudiger Mensch. Es gibt so viele gut ausgebildete Astronauten, die das, was wir hier entwickeln dort oben sehr gut betreiben können. Andererseits ist der Blick auf die Erde vom All aus, diese Schönheit, die sich den Astronauten bietet, bestimmt überwältigend.

Aber es sollen Projekte von Ihnen auf der ISS mitfliegen?
Wir bereiten gerade gemeinsam mit 30 anderen Forschern ein Projekt zur Staubagglomeration unter Schwerelosigkeit vor. 2005 könnte es schon soweit sein.

Ansprechpartner:
PD Dr. Jürgen Blum
Astrophysikalisches Institut und Universitätssternwarte der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Tel.: 03641/947550, Fax: 947552
E-Mail: blum@astro.uni-jena.de

Friedrich-Schiller-Universität Jena
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Wolfgang Hirsch
Tel.: 03641/931030, Fax: 931032
E-Mail: roe@uni-jena.de

Dr. Wolfgang Hirsch | idw

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