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Grenzüberschreitende Berufsbildungsarbeit in den neuen Bundesländern

06.02.2003


Europa wächst an den Grenzen zusammen - politisch, ökonomische und kulturell! Aus der bevorstehenden EU-Osterweiterung ergeben sich daher für die grenznahen, strukturschwachen Regionen Ostdeutschlands neue wirtschaftliche Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten - wenn die Chancen frühzeitig erkannt und zum Standortvorteil ausgebaut werden. Berufliche Bildung ist hierbei von grundlegender Bedeutung: Sowohl in der Berufsausbildung wie auch in der beruflichen Weiterbildung müssen Jugendliche, junge Erwachsene und Ältere mit den veränderten Möglichkeiten vertraut gemacht und für die Anforderungen grenzüberschreitenden Denkens und Handelns qualifiziert werden.



Erforderlich sind dafür: Ausbildungsplätze in zukunftsfähigen Beschäftigungsfeldern, um junge Menschen in der Region zu halten, die Förderung der Sprachfähigkeit als Basis grenzüberschreitender Mobilität, die Entwicklung von Umschulungs- und Fortbildungsangeboten zur Reduzierung bzw. Vermeidung von Arbeitslosigkeit beiderseits der Grenze und die Vorbereitung der Unternehmen auf eine grenzüberschreitende und internationale Wirtschaftstätigkeit.



Dass in den neuen Ländern bereits vielfältige Ansätze bestehen, die Chancen entlang der Grenze zu Polen und Tschechien für die regionale Entwicklung zu nutzen, dokumentiert die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) herausgegebene Veröffentlichung "Chance Grenzregion - Brücken bauen". Vorgestellt und zur Nachahmung empfohlen werden vielfältige (Berufsbildungs)Initiativen und -projekte aus den neuen Ländern für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit wie z.B.

  • eine deutsch-polnische Berufsbildungskooperation, in der je 45 Jugendliche aus Deutschland und Polen eine Ausbildung in drei Berufen durchlaufen und dabei Teile der Ausbildung im jeweiligen Nachbarland und in der jeweiligen Landessprache absolvieren

  • eine zweijährige Weiterbildung von arbeitslosen Kaufleuten zu "Euroassistenten" mit dem Ziel, Arbeitsplätze in Unternehmen zu besetzen, die sich geschäftlich nach Polen orientieren

  • eine deutsch-polnische Jugendfabrik, in der deutsche und polnische Jugendliche neben der fachlichen Qualifizierung im IT-Bereich u.a. die Möglichkeit erhalten, sich an den Entscheidungsprozessen der Lern- und Arbeitsorganisation, der Akquisition und der betrieblichen Kommunikation zu beteiligen

  • der Verbund zur Förderung des Unternehmertums in der Uckermark und der deutsch-polnischen Grenzregion vor der EU-Osterweiterung.

Neben den Good-Practice-Beispielen grenzüberschreitender Kooperation werden in der Veröffentlichung außerdem die Ausgangsbedingungen grenzüberschreitender Zusammenarbeit beschrieben, Empfehlungen an Politik und Praxis formuliert und die Anforderungen diskutiert, die bei der weiteren Entwicklung grenzüberschreitender Netzwerke in der Berufsbildung zu berücksichtigen sind. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Rolle der Berufsbildung im Prozess von Regionalentwicklung und europäischer Integration: Es werden Wege aufgezeigt, wie durch den Transfer von bewährten Modellen und Initiativen grenzüberschreitender Kooperation die weitere Zusammenarbeit ausgestaltet und vertieft werden kann.

Ergänzt werden die Ausführungen durch einen Exkurs zum Stand beruflicher Aus- und Weiterbildung in Polen und Tschechien.

In einem speziellen Serviceteil finden sich nützliche Links zu internetgestützten Informationen über die Thematik grenzüberschreitender Kooperationsformen sowie eine Adressenliste der vorgestellten Good-Practice-Ansätze.

Dr. Ilona Zeuch-Wiese | idw
Weitere Informationen:
http://www.regiokom.de

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