Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesforschungsministerin Bulmahn gibt grünes Licht für Grundlagenforschung mit Großgeräten

05.02.2003


Die Grundlagenforschung mit Großgeräten erhält in Deutschland einen neuen Schub. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn stellte am Mittwoch in Berlin ihre Pläne vor.


"Das erste Konzept für Großgeräte in der Grundlagenforschung seit über zehn Jahren gibt der deutschen Forschungslandschaft Perspektiven und Planungssicherheit für die Zukunft", erklärte die Ministerin. Die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung habe in Deutschland eine große Tradition. Ihre Erfolge seien untrennbar mit dem Einsatz von Großgeräten an nationalen und internationalen Forschungszentren verbunden. "Mit dem jetzigen Konzept startet die hervorragend aufgestellte deutsche Grundlagenforschung in ein neues erfolgreiches Jahrzehnt", so Bulmahn.

Bundesforschungsministerin Bulmahn stützt sich bei ihrem Konzept auf die Empfehlungen aus der Wissenschaft. Erstmals hat der Wissenschaftsrat im Auftrag des Bundesforschungsministeriums eine Empfehlungsliste für ein solches Vorhaben ausgearbeitet. Von neun vorgeschlagenen Projekten schlug der Rat zwei zur direkten Umsetzung vor. Bulmahn will neben diesen zwei weitere vom Wissenschaftsrat sehr gut bewertete aber mit Auflagen empfohlene Projekte fördern.


Geplant seien dafür langfristig Investitionen in Höhe von etwa 1,6 Milliarden Euro. Bulmahn wies darauf hin, dass diese Projekte nur in europäischer bzw. in internationaler Kooperation realisiert werden könnten. Gerade in der aufwändigen Grundlagenforschung müssten die internationalen Entwicklungen eng aufeinander abgestimmt werden. "Nur so wird höchstmögliche Effizienz in einem angemessenen Kostenrahmen erzielt." Die Ministerin zeigte sich über das hohe Niveau der eingereichten Vorschläge erfreut. "Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben die hohe Qualität der Forschung in Deutschland unterstrichen. Mit den neuen leistungsstarken Großgeräten sichern wir im internationalen Vergleich die Spitzenstellung der deutschen Forschung", sagte Bulmahn. "Besonders freut mich, dass die größten Projekte in breiter internationaler Partnerschaft entwickelt worden sind."

Entscheidung über die Großgeräte der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung:

Im Forschungszentrum Rossendorf bei Dresden wird gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen ein neues Labor gebaut, in dem höchste Magnetfelder für die Grundlagenforschung bereitgestellt werden sollen. Die Investitionskosten belaufen sich auf 24,5 Millionen Euro. Der Bund trägt 50 Prozent. Für die Atmosphärenforschung und die Erdbeobachtung wird mittelfristig ein neues Forschungsflugzeug HALO beschafft und betrieben. Die Investitionskosten summieren sich auf 97 Millionen Euro. Das Forschungszentrum DESY in Hamburg soll einen neuartigen Freie Elektronen Laser erhalten. Wegen des Standortvorteils ist Deutschland bereit, die Hälfte der Investitionskosten in Höhe von 673 Millionen Euro zu tragen. Die Gespräche über eine europäische Kooperation werden zügig aufgenommen, so dass in etwa zwei Jahren eine Bauentscheidung getroffen werden kann. Die Bauzeit beträgt etwa sechs Jahre.

Es wird heute kein deutscher Standort für den TESLA-Linearbeschleuniger vorgeschlagen. Die Entscheidung hängt damit zusammen, dass dieses Projekt in einer Weltkollaboration betrieben werden soll. Deshalb müssen internationale Entwicklungen abgewartet werden. Ein deutscher Alleingang in der Standortfrage ist weder sinnvoll noch nötig. DESY wird aber die international eingebetteten Forschungsarbeiten weiterführen können, um eine deutsche Beteiligung an einem späteren globalen Projekt zu ermöglichen. Die Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt soll gemeinsam mit europäischen Partnern ihre Anlagen stufenweise ausbauen und zu einem führenden europäischen Physikzentrum werden. Mindestens ein Viertel der Kosten in Höhe von 675 Millionen Euro soll von ausländischen Partnern aufgebracht werden.

Pressereferat | BMBF
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de
http://www.wissenschaftsrat.de/texte/5454-02.pdf

Weitere Berichte zu: Großgerät Grundlagenforschung Investitionskosten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena
24.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie