Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Angewandte Forschung - Portugal ist unser Partner

06.03.2009
Der portugiesische Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva besuchte gestern Fraunhofer - Europas größte Organisation für Angewandte Forschung. Portugal und Fraunhofer wollen künftig eng zusammenarbeiten. Kernstück ist ein neues
Fraunhofer-Zentrum in Porto.

Gemeinsam IT-Lösungen entwickeln - das ist das Ziel der deutschen Fraunhofer-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und ihrer portugiesischen Kolleginnen und Kollegen: Im neuen Fraunhofer Center for Assistive Information and Communication Solutions (AICOS) in Porto werden sie künftig Konzepte und Lösungen entwickeln, die den Zugang zu und die Nutzung von Informationstechnik für breite Bevölkerungsschichten besser als bisher ermöglichen.

Die IT-Experten arbeiten beispielsweise an neuartigen intuitiv bedienbaren Mobiltelefonen. Sie verwenden bestehende open source Software und vereinfachen die Schnittstellen zwischen Handy und Internet. So können die Nutzer nicht nur mit ihrem Mobiltelefon fotografieren, sondern mit nur einem Knopfdruck selbsterzeugte Fotos und Videos über das Internet teilen und verbreiten. Der Zugang zu diesen Inhalten ist für Familie, Freunde und Gleichgesinnte ebenfalls ganz einfach: Nicht nur der PC, auch digitale Bilderrahmen, oder der Fernseher sind geeignet.

"Der Standort Porto bietet ein ideales Umfeld für das neue Fraunhofer Center", erklärt Dr. Alfred Gossner, Finanzvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft, beim Besuch des Staatspräsidenten. "Eine exzellente Universität befindet sich in unmittelbarer Nähe, das künftige Gebäude ist umgeben von innovativen Spin-off Unternehmen, es gibt gut ausgebildete Ingenieure und eine Bevölkerung, die aufgeschlossen ist gegenüber neuen Informationstechnologien." Das Center wird, wie alle Fraunhofer-Einrichtungen, an der Schnittstelle stehen zwischen Grundlagenforschung und Praxis.

Der Anfang ist schon gemacht: Das Center hat seine Arbeit unter der Leitung von Prof. Dirk Elias aufgenommen. Die angesehene Ingenieurfakultät der Universität Porto hat Elias auf einen Lehrstuhl berufen und seine Gruppe zunächst in ihren Räumen untergebracht. Im Sommer 2009 ist der Umzug in einen Neubau der Universität vorgesehen. In der fünfjährigen Aufbauphase wird das Center ein Gesamtbudget von 16 Millionen Euro haben, das gemeinsam von der portugiesischen Stiftung für Wissenschaft und Technologie (Fundação para a Ciência e Tecnologia FCT), der Fraunhofer-Gesellschaft sowie aus Drittmitteln finanziert wird. Nach dem Jahr 2012 werden etwa 100 Forscherinnen und Forscher im AICOS tätig sein. Wird die Aufbauphase erfolgreich evaluiert, soll das Center als Fraunhofer-Institut weitergeführt werden.

"Unser Ziel ist es, die digitale Schere, die sich derzeit immer weiter öffnet, zu schließen", erklärt Elias. "Die Gesellschaft ist gespalten: Auf der einen Seite gibt es Menschen, für die Informationstechnologie zum täglichen Leben gehört und die Internet, Handy, Laptop oder Blackberry selbstverständlich nutzen, um zu kommunizieren und Informationen zu bekommen. Auf der anderen Seite stehen Gesellschaftsgruppen, die keinerlei Zugang haben zu den neuen Technologien." Zusammen mit seinem Team will er IT-Lösungen für Zielgruppen entwickeln, die bisher von der Industrie kaum wahrgenommen wurden: Menschen, die alt oder gebrechlich sind, die in ländlichen Gebieten leben, die nicht lesen und nicht schreiben können oder einfach keine Lust haben auf komplizierte Technik. "Dabei wollen wir das Rad nicht neu erfinden, sondern bestehende Lösungen nutzen um neue Produkte zu generieren - Computernetzwerke und Sensoren beispielsweise oder W-Lan und Mobilfunknetze für die Datenübertragung."

Portugal ist für Prof. Elias ein ideales Land, um solche den Menschen unterstützenden Informations- und Kommunikationslösungen zu entwickeln: "Die portugiesische Gesellschaft ist Informationstechnologien wesentlich aufgeschlossener als das Gros der Europäer." In diesem Umfeld wollen die Fraunhofer-Forscher künftig zusammen mit ihren portugiesischen Partnern neue Technologien entwickeln und die Akzeptanz prüfen.

"Von der Kooperation werden alle Beteiligten profitieren", betont Gossner: "Fraunhofer-Forscher werden die portugiesischen Märkte kennen lernen und portugiesische Wissenschaftler die Angewandte Forschung bei Fraunhofer. Für die Industrie wird es neue Produktideen geben und für die Verbraucher neue, bedienerfreundliche Technologien."

Ansprechpartner:
Prof. Dirk Elias
Telefon: +35 12 2040-8303
Fax: +35 12 2600-5029
dirk.elias@fraunhofer.pt
Fraunhofer Center for Assistive Information and Communication Solution AICOS
4169-007 Porto
Rua do Campo Alegre 1021/1055
Portugal

Beate Koch | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.pt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie