Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbesserte Elektronik fürs eCar 3.0

22.02.2011
Im Straßenbild gehören Elektroautos noch zu den Exoten, doch in europäischen Forschungslabors wird bereits voller Energie an der nächsten Generation des eCar gearbeitet.

POLLUX nennt sich ein mit 33 Mio. Euro dotiertes, auf drei Jahre anberaumtes Großprojekt der Europäischen Union. 35 Institutionen aus zehn Ländern arbeiten bis 2013 gemeinsam daran, die elektronischen und computergesteuerten Komponenten künftiger eCars auf der Basis eingebetteter Systeme ("embedded systems") zu optimieren. Wieder mit an Bord: die ElektronikerInnen der FH JOANNEUM Kapfenberg.

Schon das Auto der Gegenwart ist im Grunde ein fahrender Computer, in dem bis zu 50 elektronische Systeme verbaut sind. „Im Rahmen von POLLUX werden wir die Auswirkungen der elektromagnetischen Felder auf die elektronischen Komponenten im eCar in unserer Schirmkammer analysieren“, sagt Projektleiter Martin Kohl vom Studiengang „Elektronik & Technologiemanagement“ der FH JOANNEUM Kapfenberg. Das Ziel ist es, die Kommunikation unter den elektronischen Komponenten zu optimieren – dies auch im Hinblick auf in Entwicklung befindliche Technologien wie „Drive by wire“ und „Break by wire“, bei denen Fahrzeuge nicht mehr über die mechanischen Verbindungen wie in herkömmlichen Lenkrädern und Bremssystemen, sondern über elektronische Steuerungen gelenkt werden.

Einen zweiten Schwerpunkt werden die Kapfenberger Elektronikingenieure auf die Optimierung von Lade- und Batterie-Management-Systemen für Elektroautos setzen (Smart Grid). Angepeilt werden zum einen kostengünstige Ladestrategien, die auch eine schonende Auslastung des Stromnetzes berücksichtigen, und zum anderen eine verbesserte elektronische Regelung von Lithium-Ionen-Zellen, um die Lebensdauer und Leistungsfähigkeit der Energieversorgung des eCars zu steigern.

Die FH JOANNEUM ist beim Projekt POLLUX wieder in bester Gesellschaft führender europäischer Konzerne und Institutionen: Zu erwähnen sind allen voran das Forschungszentrum von Fiat, die PSA-Peugeot-Citroën-Gruppe oder die ehemalige Philips-Tochter NXP Semiconductors. „Wir sind durch laufende Arbeiten wie das EU-Projekt E³Car sehr gut in das europäische eMobility-Netzwerk integriert“, meint Hubert Berger, der Leiter des Studiengangs. „Außerdem sind wir mit unserer Forschungs-Infrastruktur, die wir zum Teil für dieses Projekt neu adaptieren, bestens für die Aufgaben gerüstet, die wir im Rahmen von POLLUX zu erfüllen haben.“ Darüber hinaus haben Studierende des Master-Studiums „Advanced Electronic Engineering“ die Möglichkeit, in einem großen EU-Forschungsprojekt mitzuarbeiten.

Über das EU-Projekt POLLUX

In der Mythologie war Pollux der Sohn von Zeus und Leda, in der Astronomie ist es der hellste Stern im Zwilling, und in der EU-Forschungsterminologie steht POLLUX für „Process Oriented Electrical Control Units for Electrical Vehicles Developed on a multi-system real-time embedded platform“. Zu Deutsch: Prozessorientierte elektronische Steuerungseinheiten für Elektrofahrzeuge, entwickelt auf Basis von verteilten Echtzeit-Embedded Systems Plattform. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich das ambitionierte Ziel, das Elektro-Fahrzeug (eCar) der nächsten Generation zu spezifizieren und zu einem voll einsatzfähigen Modell zu entwickeln. Das eCar 3.0 soll zu einer Steigerung von Sicherheit und Komfort bei gleichzeitiger Reduktion von Energieverbrauch und Komplexität führen. Das Hauptaugenmerk liegt auf verteilten Echtzeit-Embedded-System-Plattformen, die auf Eigenschaften wie Modularität, Netzwerkfähigkeit, Sicherheit, Robustheit, Diagnose, Wartung, Ressourcenmanagement & Entwicklungsfähigkeit aufsetzen.

Das Projekt POLLUX startete im März 2010 mit einer Laufzeit von 3 Jahren. Gesamtprojektvolumen sind 33 Mio. Euro. Neben der FH JOANNEUM sind aus Österreich außerdem vertreten:
Infineon, Austriamicrosystems, Austria Institute of Technology, AVL,
Kompetenzzentrum „Das virtuelle Fahrzeug“ und TTTech Computertechnik.

Thomas Winkler | idw
Weitere Informationen:
http://www.artemis-pollux.eu
http://www.fh-joanneum.at/aee

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Neue Akzente für das Ambiente im Automobil
19.09.2017 | Schott AG

nachricht Mobilität von Morgen: Wie wir uns in Zukunft von A nach B bewegen
07.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz