Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter als Türöffner

12.10.2007
Student der FH Osnabrück konzipiert einen innovativen Roboter-Prüfstand für Tests in der Automobilbranche

Sicherheit ist oberstes Gebot in der Automobilindustrie. Zahlreiche Versuche an einzelnen Bauteilen gehören dort deshalb zum Alltag. Allerdings kosten solche Tests viel Zeit und Geld, weil sie heute fast immer auf Einzellösungen beruhen.

Wie sich der Aufwand reduzieren lässt, zeigte jetzt der Absolvent der FH Osnabrück Jens Vogelpohl in seiner Diplomarbeit ("Automatisierung eines Türdauerlaufs mittels LabVIEW unter Zuhilfenahme der im Fahrzeug verbauten Elektronik und eines Knickarmroboters"), die er bei der Bertrandt AG in München erstellt hat.

Der Initiator dieser Idee, die Bertrandt AG, gehört zu den europaweit führenden Ingenieurdienstleistern der internationalen Automobil- und Luftfahrtbranche. Rund 4.400 Mitarbeiter erarbeiten an 19 Standorten in Europa und den USA direkt beim Kunden vor Ort individuell zugeschnittene Lösungen - von einzelnen Komponenten, Modulen bis hin zu kompletten Derivaten.

... mehr zu:
»Roboter »Türdauerlauf »Vogelpohl

Der Versuch, den der Student der Maschinenbauinformatik optimieren sollte, hatte es in sich: Bei einem der Tests wird die Tür eines MINI 50.000 Mal geöffnet und geschlossen. Ebenfalls im Prüfplan enthalten sind die Betätigung der Fensterheber sowie des Türschlosses. Das geschieht zum Teil in einer Klimakammer, wo Temperaturen von minus 40 bis plus 80 Grad Celsius erzeugt werden. Um den Versuch realitätsnah zu gestalten, lässt sich die Luftfeuchtigkeit zusätzlich von 5 bis 95 Prozent regulieren. Die Aufgabe war nun, den für den Dauerversuch benötigten Prüfstand weniger aufwendig zu gestalten.

Die Lösung des Studenten: Ein innovativer Roboter, der bei unterschiedlichsten Klimabedingungen problemlos funktioniert, sowie ein direkter Zugriff auf die Fahrzeugelektronik. Ein weiteres Ziel war, Fehler im Dauerlauf direkt auszuwerten und bei Problemen den Versuch zu stoppen.

So erstellte Jens Vogelpohl ein Konzept, das den strengen Prüfvorschriften der BMW Group genügt und zugleich die notwendige elektronische Verkabelung auf ein Minimum reduziert. Im Mittelpunkt steht ein ausgeklügelter, "wetterunempfindlicher" Roboter. Er ist mit einer orthopädischen Hand ausgestattet ist und kann die Tür damit genauso behandeln wie ein Mensch es tun würde. "Diese Roboterhand und die variable Gestaltung des so genannten Kraftangriffspunkts beim Öffnen und Schließen machen es möglich, den Türdauerlauf sehr kundennah zu gestalten", erklärt der Absolvent.

"Jens Vogelpohl hat in den drei Monaten, die im für die Diplomarbeit zur Verfügung standen, eine ausgezeichnete Entwicklungsarbeit geleistet", lobt sein Erstprüfer, Prof. Dr. Martin Reike. "Der Testverlauf mit dem jetzt neu eingesetzten Roboter ist viel realistischer und flexibler als das alte Verfahren."

Olga Suin de Boutemard | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-osnabrueck.de

Weitere Berichte zu: Roboter Türdauerlauf Vogelpohl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise