Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer IDMT präsentiert gemeinsam mit der AUDI AG den ersten Prototypen für perfekten 3D-Sound im Fahrzeug

14.06.2010
Am vergangenen Mittwoch, den 9. Juni 2010, fand im Audi-Werk in Ingolstadt eine Weltpremiere statt. Das Ilmenauer Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie präsentierte gemeinsam mit Audi im Rahmen eines Journalistenworkshops das erste Auto mit einem komplett integrierten Raumklangsystem – basierend auf der Wellenfeldsynthese-Technologie.

Unter dem Namen »Audi Sound Concept« wurde den geladenen Gästen das erfolgreiche Ergebnis der bisher geheim gehaltenen Forschungskooperation präsentiert – ein mit 62 Lautsprechern und entsprechender Rechentechnik ausgestatteter Audi Q7. Von außen serienmäßig, im Inneren zu einem rollenden HiFi-Studio umgebaut, sorgte der Prototyp bei den anwesenden Journalisten für große Begeisterung. Dank des neuartigen Soundsystems genießt nun jeder Passagier auf jedem Sitzplatz den perfekten akustischen Raumeindruck in überwältigender Klangqualität.

Seit 2004 beschäftigen sich die Akustikforscher am Fraunhofer IDMT mit der Entwicklung von neuen Soundsystemen für Fahrzeuge. Nach einem ersten Treffen mit der AUDI AG im Juni 2005 entstand sehr schnell die gemeinsame Idee, ein auf der Wellenfeldsynthese basierendes Sound-System im Fahrzeug zu entwickeln.

Bereits im September 2005 begann das Fraunhofer IDMT mit einer ersten Machbarkeitsstudie im Entwicklungslabor und im Oktober 2005 in einem Testfahrzeug, welches durch die AUDI AG zur Verfügung gestellt wurde. Bei der Fertigstellung des gemeinsamen Prototypen arbeiteten die Entwickler des Fraunhofer IDMT und die Spezialisten der AUDI AG intensiv daran, die Vielzahl der Lautsprecher ästhetisch im Fahrzeug zu integrieren und den Rechen-Aufwand deutlich zu reduzieren. Eine vom Fraunhofer IDMT entwickelte Bedienoberfläche erlaubt die ausgeklügelte Bedienung und Gestaltung der Klangszenen im Auto. Eine Besonderheit des Soundsystems ist die Simulation von akustischen Räumen im Fahrzeuginneren. Damit wird es zukünftig möglich sein, sich im Auto ein Konzert mit der Akustik eines Opernhauses anzuhören.

Michael Strauß, Projektleiter am Fraunhofer IDMT, ist sehr stolz auf das gemeinsame Projekt: »Das Ergebnis der Kooperation mit Audi ist das beeindruckendste Soundsystem, welches je in einem Auto zu hören war. Besonders stolz macht uns, dass wir es geschafft haben, anfänglich unüberwindbare Hürden erfolgreich zu meistern, denn die Akustik eines Fahrzeuginnenraums weicht extrem von idealen akustischen Bedingungen ab. Viel Forschungsarbeit, Kreativität und Durchhaltevermögen waren dafür notwendig – aber es hat sich gelohnt«.

Inwieweit das entwickelte Soundsystem zukünftig auch in einem Serienfahrzeug zu finden sein wird, beantwortet Denis Credé, Leiter der Soundentwicklung bei Audi: »Unser Ziel war es, das technisch Machbare darzustellen, die Grenzen auszuloten. Die Erkenntnisse, die wir in diesem Projekt gewinnen, werden wir in die Soundsysteme von morgen integrieren. Das ist wie im Motorsport: Vieles von dem, was zuerst auf den Rennstrecken dieser Welt ausprobiert wird, findet sich später in abgewandelter Form in den Serienfahrzeugen wieder. Das Projekt Audi Sound Concept ist die Formel 1 für Soundsysteme.«

Das Fraunhofer IDMT arbeitet seit 2000 an dem Thema realistischer Raumklang für verschiedene Umgebungen. Basierend auf der Wellenfeldsynthese-Technologie (WFS) wurde am Institut das Audiowiedergabesystem IOSONO® entwickelt, welches mit Hilfe vieler Lautsprecher einen natürlichen und räumlichen Klangeindruck über nahezu den gesamten Wiedergaberaum erzeugt.

Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau (Thüringen) betreibt angewandte Forschung im Bereich digitaler audio-visueller Anwendungen.

Entwickelt werden neben Lösungen zur virtuellen Akustik für Heim- und Profianwender (z.B. die IOSONO® Wellenfeldsynthese-Technologie) auch Softwaretechnologien zur Analyse und Charakterisierung von multimedialen Inhalten sowie audio-visuelle Anwendungen für die Medizintechnik. Des Weiteren gehören die Konzeption interaktiver Anwendungsszenarien für Entertainment und Wissensmanagement und der Entwurf von Architekturen für den digitalen Online-Vertrieb zum Forschungs-Portfolio. In Kooperation mit seinen Partnern und Kunden aus Wirtschaft, Kultur und Bildung setzt das Ilmenauer Institut zukunftsorientierte wissenschaftliche Erkenntnisse in alltagstaugliche Komplettlösungen und Prototypen um, die auf spezifische Problemstellungen der Nutzer und die Anforderungen des Marktes zugeschnitten sind.

Seit 2008 hat das Fraunhofer IDMT zwei Außenstellen. Die Abteilung Kindermedien mit Sitz in Erfurt arbeitet an der Entwicklung innovativer computergestützter Programm- und Edutainmentformate für Kinder und Jugendliche. Die neue Projektgruppe Hör-, Sprach- und Audiotechnologie mit Sitz in Oldenburg forscht an Themen der Audio-Systemtechnik für die Bereiche Gesundheit, Verkehr, Multimedia und Telekommunikation.

Julia Edling | idw
Weitere Informationen:
http://www.idmt.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Verbesserte Leistung dank halbiertem Gewicht
24.07.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Hochschule Bochum und thyssenkrupp präsentieren Solar-Sportcoupé
06.07.2017 | Hochschule Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie