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Dreifach-Strategie zur Senkung der CO2-Emissionen

18.07.2001


Mit einer Dreifach-Strategie
verfolgt Opel das Ziel, die Emission von CO2 und Schadstoffen
durch den Straßenverkehr weiter zu senken. Neben verbrauchsoptimierten
Autos mit Verbrennungsmotor wie dem Astra Eco 4 (Mitte) setzt der
Hersteller auf Automobile - wie den Zafira CNG (links)-, die mit Erd- und
Biogas betrieben werden können. Als langfristiges Ziel verfolgt das
Unternehmen außerdem die Markteinführung von Brennstoffzellenfahrzeugen.
Rechts im Bild: der Brennstoffzellen-Prototyp "HydroGen1" auf
Zafira-Basis.


Der Opel Zafira CNG ist auf den
Betrieb mit Erdgas und Biogas abgestimmt. Der Zafira CNG (Compressed
Natural Gas - komprimiertes Naturgas) wird seit diesem Monat in Rüsselsheim
in Serie produziert


Mit einer Dreifach-Strategie verfolgt Opel das Ziel, die Emission von CO2 und Schadstoffen durch den Straßenverkehr weiter zu senken.

Neben verbrauchsoptimierten Autos mit Verbrennungsmotor wie dem Astra Eco 4 setzt der Hersteller auf Automobile, die mit Erd- und Biogas betrieben werden können. Im Werk der Tochtergesellschaft OSV (Opel Special Vehicles) produziert Opel jetzt den Zafira CNG in Serie. Als langfristiges Ziel verfolgt das Unternehmen außerdem die Markteinführung von Brennstoffzellenfahrzeugen, die sich durch einen besonders hohen Wirkungsgrad auszeichnen und mit regenerativ erzeugtem Wasserstoff betrieben werden.

Im Rahmen des Bonner Klimagipfels präsentierte Opel einen auf die Nutzung von Biogas abgestimmten Zafira 1.6 CNG. Wegen seiner hohen Klopffestigkeit eignet sich Biogas gut als Automobilkraftstoff. Gewonnen wird Biogas heute vor allem aus landwirtschaftlichem Mähgut, aber auch aus Gülle und organischen Abfällen von Großküchen und Haushalten, wie bei dem von der Europäischen Union geförderten und von Opel unterstützten Projekt "Bo01 City of Tomorrow" (Stadt der Zukunft) im südschwedischen Malmö. Natürliche Reststoffe werden gesammelt und in Vergärungsanlagen unter Ausschluss von Luft zu hochwertigem Biogas mit der Qualität von Erdgas verarbeitet. Biogas zählt zu den erneuerbaren Energien, weil beim bakteriellen Abbau der Biomasse letztendlich Sonnenenergie frei wird, die zuvor in Pflanzen zwischengespeichert war. Im Hinblick auf die CO2-Bilanz der Erdatmosphäre ist Biogas neutral.

Der Zafira 1.6 CNG (Compressed Natural Gas - verdichtetes Naturgas) ist für die Nutzung von Erdgas, Biogas oder beliebigen Mischungen von Bio- und Erdgas ausgelegt. Der auf der Zafira-Variante mit 1.6 16V ECOTEC-Benzinmotor aufbauende Compact Van ist ein so genanntes monovalentes Fahrzeug, das speziell auf den Gasbetrieb abgestimmt ist. Zusätzlich zu seinen vier Unterflur-Gastanks ist der Zafira CNG mit einem 14 Liter Benzin fassenden Reservetank ausgerüstet. Falls das Gas zur Neige geht und keine Erdgastankstelle in der Nähe ist, kann der Fahrer auf Benzinbetrieb umschalten. Der Zafira CNG wird seit diesem Monat in Rüsselsheim bei der Opel-Tochtergesellschaft OSV (Opel Special Vehicles) in Serie produziert.

Astra Eco 4 verbraucht 4,4 Liter Diesel pro 100 Kilometer (119 Gramm CO2/km)

Der Astra Eco 4 ist das erste Vier-Liter-Auto seiner Klasse. Er ist mit einem 55 kW/75 PS starken 1.7 DTI 16 V-Motor ausgerüstet und verbraucht pro hundert Kilometer nur 4,4 Liter Dieselkraftstoff. Dies entspricht einer CO2-Emission von 119 Gramm pro Kilometer. Neben dem sparsamen Motor sind rollwiderstandsarme Reifen, ein länger übersetztes Fünfganggetriebe, Leichtbau-Maßnahmen wie Alu-Federbeine und der sehr günstige Luftwiderstandsbeiwert von cw 0,28 für die niedrigen Verbrauchs- und CO2-Werte Ausschlag gebend. Neben der Umweltverträglichkeit kam es den Opel-Ingenieuren auf volle Alltagstauglichkeit an. Zum serienmäßigen Lieferumfang gehören alle wesentlichen Komfortmerkmale des Astra. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 175 km/h, die Beschleunigung von null auf Tempo 100 erledigt der Astra Eco 4 in 14,5 Sekunden.

Brennstoffzellen-Energie für die Mobilität von morgen

Zusammen mit General Motors betreibt Opel ein umfangreiches Forschungs- und Entwicklungsprogramm, dessen Ziel marktreife Brennstoffzellenautos sind. Die Arbeiten finden im Global Alternative Propulsion Center (GAPC - Internationales Zentrum für Alternative Antriebe) statt, mit Instituten in Mainz-Kastel und an den amerikanischen Standorten Rochester (New York) und Warren (Michigan) sowie einer Niederlassung in Tokio.

Opel und GM betrachten die Brennstoffzellentechnologie als Schlüsseltechnologie auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität mit Automobilen ohne Schadstoff- und CO2-Emissionen.

Die Brennstoffzelle ist ein elektrochemischer Energiewandler, in dem Sauerstoff und Wasserstoff reagieren. Dabei wird die chemische Energie dieser Reaktion in elektrische Energie umgewandelt. Im Automobil sorgt dann ein Elektromotor für den Vortrieb. Langfristig betrachtet ist regenerativ erzeugter Wasserstoff der umweltfreundlichste Kraftstoff für Brennstoffzellenautos. Doch auch schon bei der Nutzung von Wasserstoff aus fossilen Energieträgern wie Erdgas oder Benzin hat das Brennstoffzellenauto prinzipbedingt einen besseren Wirkungsgrad als Automobile mit Verbrennungsmotor.

Auf dem Weg zur Großserienreife gibt es noch viel zu tun. Doch zeigen die 15 internationalen Rekorde, die der Opel-Versuchsträger "HydroGen1" auf dem GM-Testgelände Mesa im US-Bundesstaat Arizona kürzlich erzielte, wie schnell die GAPC-Ingenieure vorankommen. So benötigte die Brennstoffzellen-Studie auf Basis des Opel Compact Van Zafira für die 1.000 Kilometer-Distanz elfeinhalb Stunden und erreichte dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 90 km/h. Die 100-Kilometer-Bestmarke legte der "HydroGen1" mit einem Schnitt von über 100 km/h zurück. Zudem stellte der Brennstoffzellen-Zafira einen Rekord über 24 Stunden im Dauerbetrieb auf. Bis zur Aufnahme der Serienproduktion werden Opel-Brennstoffzellenfahrzeuge bei den Kriterien Kosten, Zuverlässigkeit und Leistung die gleichen hohen Kundenanforderungen erfüllen müssen, die für Automobile mit Verbrennungsmotor gelten.

Bildunterschrift: Biogas zählt zu den erneuerbaren Energien, weil beim bakteriellen Abbau der Biomasse letztendlich Sonnenenergie frei wird, die zuvor in Pflanzen zwischengespeichert war. Im Hinblick auf die CO2-Bilanz der Erdatmosphäre ist Biogas neutral.

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