Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Textiles Fensterband sagt Schimmel den Kampf an

12.10.2011
Wissenschaftler entwickeln Lösung bei feuchten / schwitzenden Fenstern

Bald ist es wieder so weit: Der Winter steht vor der Tür und die Fenster fangen an zu schwitzen. Bereits eine heiße Dusche oder eine Suppe, die auf dem Herd köchelt, sorgen für ausreichend Kondenswasser, das an den kalten Fensterscheiben niederschlägt und sich am Übergang zum Fensterrahmen sammelt.


Bei hoher Temperaturdifferenz schwitzen Fassadenfenster, was häufig zu Schimmelbildung führt (Pfeil links). Das neue textile Fensterband löst dieses Problem (rechts). Bild: © Hohenstein Institute


Das Wärmebild zeigt das Labormodell eines „schwitzenden Fensters“, mit dem das Fensterband auf die hygrothermalen Anforderung optimiert wurde. Bild: © Hohenstein Institute

Schimmelpilze finden dort ideale Wachstumsbedingungen vor. Dies kann vor allem in bewohnten Räumen zu gesundheitlichen Problemen und Einschränkungen führen. Doch Abhilfe ist in Sicht.

Im Rahmen eines gemeinsamen ZIM Projektes (KF 2136702KI8) der Hohenstein Institute und der Gebrüder Jaeger GmbH in Wuppertal wurde ein neues Fensterband entwickelt, das Kondenswasser aufnimmt und fest im Inneren des Textilbands bindet. Zudem hemmt das Fensterband die Schimmelbildung durch einen integrierten Anti-Pilz-Wirkstoff.

Die Anwendung ist denkbar einfach. Das Fensterband wird auf der Fensterinnenseite auf den Rahmen geklebt; dort kann es große Mengen des herabrinnenden Kondenswassers aufnehmen und ist gleichzeitig gegen Schimmelpilze wirksam. Diese synergistische Wirkung wird durch die Auswahl zweier Komponenten erzielt: Ein spezielles, wasch- und UV-Lichtbeständiges Antimykotikum wirkt verlässlich gegen Raumschimmelpilze. Zusätzlich besteht das Fensterband aus mehreren Vlieslagen, die das Wasser gezielt ins Innere leiten, wo es von einer Superabsorberschicht gespeichert wird. Die Prototypen des Fensterbandes wurden von den Wissenschaftlern an einem speziellen Klima-Fenster befestigt und unter reproduzierbaren, praxisnahen Bedingungen auf Kondenswasser- und Schimmelpilz-Bildung überprüft. Über einen Zeitraum von 4 Wochen wurden die Fensterbänder dazu unterschiedlichen klimatischen Bedingungen ausgesetzt.

Die Versuchsreihen haben gezeigt, dass das Fensterband das Wachstum von Schimmelpilzen im Fensterrahmen über längere Zeit verhindert. Durch die antimykotische Wirkung kann zusätzlich die Schimmelpilzbelastung in Wohnräumen reduziert und somit das gesundheitliche Risiko wie z. B. allergische Reaktionen verringert werden. Die Wissenschaftler des Fachbereichs Hygiene, Medizin und Umwelt freuen sich über den gelungenen Forschungstransfer in die Praxis und darüber, ein weiteres gesundheitsförderndes Produkt zur Marktreife gebracht zu haben. Es ist ab 2012 im Handel erhältlich.

Rose-Marie Riedl | Hohenstein Institute
Weitere Informationen:
http://www.hohenstein.de

Weitere Berichte zu: Fensterband Fensterrahmen Kondenswasser Schimmelpilz Textil

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Additive Fertigung: Bauteile völlig neu denken
02.12.2016 | Hochschule Landshut

nachricht Kombination von Isolierung und thermischer Masse
01.12.2016 | Fraunhofer Institute for Chemical Technology ICT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ICTM Conference 2017: Production technology for turbomachine manufacturing of the future

16.11.2016 | Event News

Innovation Day Laser Technology – Laser Additive Manufacturing

01.11.2016 | Event News

#IC2S2: When Social Science meets Computer Science - GESIS will host the IC2S2 conference 2017

14.10.2016 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe

06.12.2016 | Geowissenschaften

Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs

06.12.2016 | Medizin Gesundheit

Bioabbaubare Polymer-Beschichtung für Implantate

06.12.2016 | Materialwissenschaften