Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

LISTEN: Wenn das intelligente Haus „zuhört“

21.09.2015

Unter dem Titel „LISTEN” („Hör zu”) wird im Rahmen eines neuen EU-Projekts ein Freisprechsystem für intelligentes Wohnen entwickelt. Partner aus Deutschland, Griechenland und Italien arbeiten gemeinsam an einer natürlich-sprachlichen Schnittstelle für Web-Services in sogenannten „Intelligenten Häusern“. Damit soll das Zusammenspiel von Mikrofon-Systemen, Signalverarbeitung und Spracherkennung optimiert werden. Die EML European Media Laboratory GmbH befasst sich mit Spracherkennungsaspekten.

Heutzutage wird es zunehmend attraktiver und erschwinglicher, das Leben im eigenen Haus durch Softwaresysteme zur Steuerung der Temperaturregulierung, der Beleuchtung, der Medien und zur Kommunikation angenehmer zu gestalten.

Besonders für ältere Menschen oder Personen mit Behinderungen sind die sogenannten „Smart Home“-Systeme eine große Unterstützung im Alltag. Sie helfen mit wichtigen Funktionen beim täglichen Gebrauch im Haus und können im Notfall sogar Leben retten. Aber die „Smart Home“-Systeme können noch nicht ausreichend einfach durch eine natürliche Schnittstelle bedient werden: unsere Stimme.

Deshalb arbeiten nun Experten aus der Sprachtechnologie und der Signalverarbeitung zusammen im neuen EU-Projekt „LISTEN” - “Hands-free Voice-enabled Interface to Web Applications for Smart Home Environments”. Sie entwickeln ein Spracherkennungssystem für intelligente Wohnungen, mit dem auch Internetanwendungen robust und natürlich-sprachlich gesteuert werden können – zwei entscheidende Komponenten sind hierbei große Erkennungsvokabulare und die geeignete Anordnung von Mikrofonen.

Mit Hilfe des neuen Systems sollen sowohl Smart-Home-Funktionen als auch bestimmte Internetanwendungen nur durch Spracheingabe gesteuert werden. „LISTEN“ ist eine Marie Skłodowska-Curie-Maßnahme für Personalaustausch im Bereich Forschung und Innovation (RISE) im Rahmen von „Horizont 2020“. Start des auf vier Jahre angelegten Projekts war der 1. Juni 2015.

Die EML European Media Laboratory GmbH aus Heidelberg wird ihr Spracherkennungssystem zur Verfügung stellen und die Technologien und Werkzeuge im Laufe des Projekts verbessern. Weitere Partner sind die RWTH Aachen, Cedat 85 (Italien) und die griechische Foundation for Research and Technology Hellas (FORTH), die auch die Projektkoordination durchführt.

Ein Ziel des Projekts ist, dass Nutzer mit dem System ausschließlich durch die Stimme interagieren können. Das System ist so beschaffen, dass die Nutzer sich nicht einem Mikrofon, einem anderen elektronischen Gerät oder einem Headset zuwenden müssen. Für diese schwierige Aufgabe ist ein robustes Aufnahmesystem notwendig, das als drahtloses Netzwerk aus Akustiksensoren arbeitet. Dieses Netzwerk wird speziell für intelligentes Wohnen entwickelt. Das Projekt umfasst sowohl Software- als auch Hardwarekomponenten, die in Echtzeit arbeiten müssen.

Ein weiteres Ziel ist, dass Benutzer einen gemeinsamen, sprachlichen Zugang zu Internet-Anwendungen und Smart-Home-Funktionen haben. Gerade für die Nutzung von Internetfunktionen wie Suchmaschinen, E-Mails und sozialen Netzwerken ist die automatische Spracherkennung mit großem Vokabular eine grundlegende Voraussetzung.

„Wir werden unser Spracherkennungssystem dergestalt optimieren, dass damit sowohl Internet-Dienste als auch Smart-Home-Funktionen genutzt werden können“, sagt Dr. Siegfried Kunzmann, F + E Leiter am EML. „Wir werden außerdem mehrere Sprachen unterstützen.“ Der Fokus des Projekts liegt auf Englisch, Griechisch, Italienisch und Deutsch. So soll die einfache Anpassung des Systems an verschiedene Sprachen gezeigt werden.

Die Umsetzung dieser beiden Ziele wird wegweisend für die Weiterentwicklung des Technikstandes sein. Die teilnehmenden Partner möchten mit dem Projekt eine Brücke zwischen akustischer Sensorik und Spracherkennungsforschung bilden. Sie bringen viel Know-how von beiden Seiten mit, um die interdisziplinäre Forschung und den Austausch zwischen Universitäten und Unternehmen auf europäischer Ebene zu fördern und zu stärken.

Die Foundation for Research and Technology Hellas FORTH (Heraklion / Griechenland) ist „LISTEN“-Projektkoordinatorin. Sie verfügt über Expertise in Smart-Home-Anwendungen, mit denen drahtlose Akustik-Sensoren-Netzwerke für die Bedienung per Sprache entwickelt werden können. Die EML European Media Laboratory GmbH stellt ihr Spracherkennungssystem zur Verfügung und passt ihre Sprachtechnologie-Werkzeuge an die Projekterfordernisse an.

Die Gruppe Sprachverarbeitung und Mustererkennung der RWTH Aachen bringt ihre langjährige Erfahrung sowie neueste Technologien in der Spracherkennungsforschung ein. Cedat85 (Italien) steuert seine Sachkunde in der gewerbsmäßigen Entwicklung spezifischer Anwendungen und Systeme mit eingebauter Spracherkennungstechnologie bei.

Die beiden „LISTEN“-Projektpartner Prof. Hermann Ney (RWTH Aachen) und Dr. Siegfried Kunzmann (EML) sind Mitorganisatoren der „Interspeech“, einer Konferenz zum Thema Sprachwissenschaften und Sprachtechnologie, die vom 6-10. September 2015 in Dresden stattfand. http://interspeech2015.org/

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Peter Saueressig
Public Relations
EML European Media Laboratory GmbH
Schloss-Wolfsbrunnenweg 35
D-69118 Heidelberg
Tel.: +49-6221-533245
E-mail: saueressig@eml.org
Twitter: @EMLVoice

FORTH (Griechenland) verfügt über reichhaltige Erfahrungen im Bereich Akustik-Sensoren-Netzwerke, Lokalisation von Schallquellen, Verfahren zur Positionsbestimmung von Quellen in Schallfeldern, der Modellierung und Kodierung von Audiosignalen, verteilte Datenverarbeitung und Datenkommunikation. In den letzten Jahren entwickelt FORTH zunehmend Anwendungen für intelligentes Wohnen im Rahmen des Ambient Intelligence (AmI) Programms.

Die Gruppe Sprachverarbeitung und Mustererkennung der RWTH Aachen gehört weltweit zu den führenden Forschungsgruppen im Bereich der statistischen Mustererkennung und des maschinellen Lernens mit Anwendungen auf Spracherkennung und Sprachübersetzung.

Die EML European Media Laboratory GmbH ist ein Entwicklungs- und Forschungsunternehmen, das von SAP-Mitbegründer Klaus Tschira ins Leben gerufen wurde. Unter dem Motto „Experience IT – Intuitive Technology“ entwickelt das EML Software und neue Methoden im Bereich der automatischen Sprachverarbeitung.

Cedat85 (Italien) konzentriert sich seit vielen Jahren auf die Entwicklung spezifischer Anwendungen, die Integration und die Evaluierung von Sprachkommunikationssystemen.

Weitere Informationen:

http://www.eml.org/deutsch/medien/Pressemitteilungen.php?we_objectID=159
http://www.eml.org/

Dr. Peter Saueressig | EML European Media Laboratory GmbH

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Additive Fertigung: Bauteile völlig neu denken
02.12.2016 | Hochschule Landshut

nachricht Kombination von Isolierung und thermischer Masse
01.12.2016 | Fraunhofer Institute for Chemical Technology ICT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie