Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovation aus Holz und Lehm: Kita „Wildblume“ erblüht umweltfreundlich

01.10.2010
Innovativer Neubau einer Kindertagesstätte in Garz auf Rügen – DBU fördert mit 330.000 Euro

Bei Sanierung und Bau öffentlicher Gebäude gewinnen Passivhausstandards und die Nutzung erneuerbarer Energien an Bedeutung. Doch erst wenige Projekte berücksichtigen beim Energie- und Ressourcenverbrauch den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes.

Beim innovativen Neubau der Kindertagesstätte (Kita) „Wildblume“ in Garz auf Rügen wird nun ein so genannter „Triple-Zero-Ansatz“ (dreifach null) verfolgt: „Hier soll ein Haus entstehen, das weder in die Luft noch in den Boden schädliche Emissionen abgibt, keine fossilen Energien und Ressourcen verbraucht und keine Abfälle beim Rückbau hinterlässt“, erläuterte Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Im Beisein von Kerstin Kassner, Landrätin des Landkreises Rügen, übergab er heute einen Förderbescheid über 330.000 Euro an Andreas Bachmann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes Rügen, das Träger der Tagesstätte ist.

Tragendes Element des Baus sei eine Holzkonstruktion, die mit Lehmsteinen gefüllt und dann mit einem mehrschichtigen Lehmputz versehen werde, erklärte Prof. Martin Wollensak vom Studienbereich Architektur der Hochschule (HS) Wismar. Sie gehört wie das Kompetenzzentrum Mecklenburg-Vorpommern zu den Kooperationspartnern des Projektes. Damit kämen hauptsächlich regional verfügbare und später recycelbare Materialien zum Einsatz.

Solarthermische Flachkollektoren unterstützten zusätzlich die Warmwasserversorgung. Zudem solle die Kita mit einem geplanten jährlichen Heizendenergiebedarf von unter 15 und einem Primärendenergiebedarf von 57 Kilowattstunden pro Quadratmeter zukunftsfähigen Anforderungen an ein umweltgerechtes Gebäude in ganz besonderer Weise entsprechen, verdeutlichte Wollensak die Ziele des Vorhabens. Für die Nutzer und die Baufirmen der Region entstehe so ein besonders modellhaftes Gebäude.

Das Bauvorhaben wird außerdem von der HS Wismar wissenschaftlich begleitet und nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) bewertet. Die im Vorfeld ermittelten Zielsetzungen würden durch Berechnungen und Simulationen kontinuierlich geprüft, erklärte Wollensak. Auch nach Fertigstellung des Baus sei ein messtechnisches Monitoring geplant, das bei der Einhaltung der ehrgeizigen Energiesparpläne im realen Betrieb helfen solle. Die Studierenden profitierten ebenfalls vom Projekt, so Wollensak: „Durch die konkrete Einbeziehung können sich die Studierenden mit praxisrelevanten Themenstellungen für das umweltgerechte Planen und Bauen beschäftigen.“

„Gerade der Multiplikatoreffekt bei der jüngeren Generation durch das Einbinden von Studierenden und die Nutzung als Kindertagesstätte ist sehr zu begrüßen“, unterstrich Brickwedde. „Durch das Modellprojekt der Kita Wildblume kann ein positiver Beitrag zur nachhaltigen kommunalen und regionalen Entwicklung in der Region geleistet werden, der zu weiteren Initiativen im Klima- und Ressourcenschutz anregt“, zeigte sich der DBU-Generalsekretär überzeugt. Die Projektergebnisse sollen im Anschluss dokumentiert und für interessierte Organisationen und Institutionen veröffentlicht werden.

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/123artikel30709_335.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Wirbel als Räder der Natur
28.03.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Stadtplanung im Klimawandel: HafenCity Universität Hamburg entwickelt Empfehlungen
24.03.2017 | HafenCity Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit