Richtig hören lernen – Multimediales Lernnetz Bauphysik

An der Professur für Bauphysik von Prof. Dr. Oliver Kornadt arbeitet ein Team junger Forscher z.B. daran Schall zu visualisieren und vor allem auch zu „auralisieren“.

20 º C – damit kann jeder etwas anfangen. Aber wie laut sind 20 db – das kann kaum der Fachmann einschätzen.

Ein Gefühl dafür zu bekommen, wie gut eine Schalldämmung wirkt, ist wichtig für den Bauingenieur, wie auch für den Architekten: Wie vermittele ich dem Bauherrn die Qualität von Dämmmaterial?

Dieses „Gefühl“ zu schärfen, ist eines der Ziele des multimedialen Lernnetzes Bauphysik an der Bauhaus-Universität Weimar. An der Professur für Bauphysik von Prof. Dr. Oliver Kornadt arbeitet ein Team junger Forscher z.B. daran Schall zu visualisieren und vor allem auch zu „auralisieren“. Sie entwickeln Lernprogramme für das „richtige“ Hören. Sie machen reale Schalldämmungen synthetisch hörbar.

Fünf Universitäten und eine Fachhochschule entwickeln in einem Forschungsverbund ein internetbasiertes, multimediales Lernnetz zu den Problemstellungen der Bauphysik.

Die Bauphysik beschäftigt sich mit den Phänomenen der Wärme, der Feuchte, des Schalls, der Raumbelichtung und des Brandschutzes. Bauphysikalische Erkenntnisse sind von großer Bedeutung für die Planung von Bauwerken (Wärmedämmung, Feuchteschutz, Lichtführung etc.). In der klassischen Bauingenieurausbildung kommen die Aspekte der Bauphysik oft zu kurz. Erkenntnisse aus der Forschung führen zu neuen Folgerungen im Bauen. Um die Ausbildung und Weiterbildung von Bauingenieuren und Architekten zu optimieren, entwickeln die Bauhaus-Universität Weimar, die FH Biberach sowie die Universitäten Darmstadt, Karlsruhe, Kassel und Stuttgart gemeinsam mit der Förderung durch das bmbf seit September letzten Jahres das „Lernnetz-Bauphsyik“. In Weimar liegt der Schwerpunkt auf dem Problem des Schalls, man beschäftigt sich aber auch mit Wärme, Klima und Physiologie.

Jede Hochschule arbeitet an einem Teilproblem, gemeinsam werden „Module“ entwickelt: Ein Lexikon, Grundlagenwissen, Illustrationen, Berechnungssysteme und Übungen. Zusammengesetzt sollen die einzelnen Module den Professoren dazu dienen, ihre Vorlesungen aufzubauen. Den Studierenden wird über einen „Roten Faden“ ermöglicht, die Inhalte der Präsenzlehre zu vertiefen sowie nach eigenen Bedürfnissen herauszufiltern und zusammenzusetzen. Den fertigen Ingenieuren und Architekten kann es zur Weiterbildung dienen.

Nach der Konzipierung ist das Projekt nun in der ersten Phase der Umsetzung der Inhalte, in der Material u.a. für das Lexikonmodul zusammengestellt wird und erste Programmierarbeiten für Applikationen geleistet werden. Drei halbe Wissenschaftlerstellen und vier Studierende stehen allein in Weimar für die Realisierung des Projektes zur Verfügung. Ein erster Probelauf wird im April in Stuttgart stattfinden. Die Fertigstellung ist für Ende 2003 vorgesehen.


Kontakt:
Professur für Bauphysik,
Dipl.-Ing. Sabine Schreiber,
Tel. 03643-584716

Media Contact

Reiner Bensch M.A. idw

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