Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gen-Kürbis anfälliger gegen bakterielle Krankheiten

30.10.2009
Gefahren durch Auskreuzen von synthetischen Genen bestätigt

Gentechnisch veränderte Pflanzen, die gegen virale Erkrankungen resistent sind, sind einer neuen Studie nach empfindlicher gegen bakterielle Infektionen. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung von Forschern der Penn State University. Ökologen fürchten nun, dass die Transgene, wenn sie in wildwachsenden Pflanzen ausgekreuzt werden, zu gewaltigen Problemen führen.

"Kultivierte Kürbisse sind sehr häufig einer Reihe von viralen Erkrankungen ausgesetzt. Das ist auch ein großes Problem für die Bauern", so der Biologe Andrew Stephenson von der Penn State. "Infizierte Pflanzen wachsen langsamer und ihre Früchte sind missgestaltet." In den 90er Jahren hat das US-Landwirtschaftsministerium transgene Kürbisse zugelassen, die gegen die drei wichtigsten Viruserkrankungen resistent sind. Nun fürchten Umweltexperten jedoch, dass sich diese Resistenzen auf andere Wildpopulationen ausbreiten.

Dogma der Genbefürworter gebrochen

"Besonders wichtig sind diese Ergebnisse aber hinsichtlich eines Dogmas, das die Gentechnikbefürworter immer anführen", meint Gentechnik-Experte Werner Müller von der Umweltschutzorganisation Global2000 http://www.global2000.at im pressetext-Interview. Diese würden immer behaupten, dass das Auskreuzen von synthetischen Genen aus Gentech-Pflanzen kein Problem für die natürlichen Arten sei. "Hier wurde allerdings wieder das Gegenteil bewiesen", meint Müller.

"Wissenschaftler haben immer wieder darauf verweisen, dass durch das Auskreuzen von synthetischen Genen, ganze Arten oder regionale Populationen verschwinden können." Diese Studie habe gezeigt, dass diese Gefahren sehr realistisch sind. "Gentechniker haben wieder einmal zu einfach gedacht", kritisiert Müller. "Dass sie durch ihre Fokussierung auf die kleinsten Bestandteile im Genom den Blick für das Ganze verlieren, ist ja nichts Neues, aber dass die Nebeneffekte dieser Fokussierung so deutlich ausfallen, ist dennoch bemerkenswert", meint der Ökologe. Eine Lösungsmöglichkeit sieht Müller im Öko-Landbau. "Dieser unterstützt das Agrarökosystem und schafft so erfolgreich die Erträge zu sichern ohne die Umwelt zu gefährden."

Gen-Kürbisse stärker von Insektenfraß betroffen

"Wenn der Kürbiskäfer an den betroffenen Pflanzen zu fressen beginnt, nimmt er die Bakterien in seinem Verdauungssystem auf", so Studien-Co-Autorin Miruna Sasu. "Der Insektenfraß verursacht auf der Blattoberfläche Verletzungen, durch die Bakterien leicht in die Pflanze gelangen." Die Forscher haben zudem entdeckt, dass bei einer viralen Infektion die Zerstörung durch den Blattfraß der Käfer und die bakterielle Erkrankung bei den Gen-Kürbissen deutlich höher war als bei herkömmlich gezüchteten.

"Die Kürbiskäfer bevorzugen als Nahrung eindeutig gesunde Pflanzen. In diesem Fall entschieden sie sich eher für die Gen-Kürbisse", wie Stephenson herausfand. Wilde und transgene Pflanzen wiesen vor der viralen Infektion ungefähr die gleiche Zahl an Zerstörungen durch Insektenfraß auf.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.upenn.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Software-App für optimale Düngergabe
09.11.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

nachricht Win-Win-Situation Arznei- und Gewürzpflanzen + Bestäuber-Insekten
06.11.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie