Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Agrarwissenschaftler testen Tomatensorten für den Freilandanbau

01.09.2006
Verbraucher und Gärtner können sich über Anbau und Neuzüchtungen informieren

Welche Tomatensorten eignen sich für den Anbau im Freiland? Mit dieser Frage beschäftigen sich Wissenschaftler der Universität Göttingen: In Kooperation mit dem gemeinnützigen Verein Dreschflegel untersuchen sie seit 2003 Züchtungsmethodik und Sortenentwicklung. Schwerpunkte bilden eine regional differenzierte Züchtung sowie die Feldresistenzforschung.

Ziel ist es, durch ein verbessertes und erweitertes Sortenspektrum den weitgehend eingestellten Freilandanbau zu fördern. Das Projekt ist an der Abteilung Pflanzenzüchtung der Fakultät für Agrarwissenschaften angesiedelt und wird im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau bis 2007 vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert. Verbraucher können sich auf den landwirtschaftlichen Dreschflegel-Betrieben über Sorten und Anbaumethoden informieren.

Tomaten gehören zu den wichtigsten Gemüsen in Deutschland. Durch einen zunehmend aggressiven Befall mit dem Pilz Phytophthora infestans ist der Anbau ohne Dach und Bewässerung schwierig geworden. "Im Erwerbsgemüseanbau spielen Freiland-Tomaten keine Rolle mehr. Die Züchtung legt hier schon lange ihren Schwerpunkt auf die Produktion unter Glas und Folie, homogenes Aussehen und gute Transport- und Lagerfähigkeit. Dies hat zu einem Verlust der Sortenvielfalt und Anbaumöglichkeiten geführt", betont Dr. Bernd Horneburg.

Die Forscher untersuchen nun Tomatensorten, die eine hohe Feldresistenz gegen Kraut- und Braunfäule mit ausgezeichneten Ertrags- und Qualitätseigenschaften kombinieren. Dazu wurden 3.500 traditionelle und neue Sorten im gesamten Bundesgebiet in Dreschflegel-Betrieben und kooperierenden Einrichtungen geprüft, um Sortenempfehlungen für den ökologischen Freilandanbau zu geben. Die Fachleute aus Wissenschaft und Praxis untersuchen auch die züchtungsmethodischen Grundlagen. Zudem werden Tomatensorten speziell für Kleingarten und Direktvermarktung gezüchtet sowie der Jungpflanzenverkauf und die Anbauweise von Wildtomaten getestet.

Interessierte Verbraucher in Nordthüringen, Südniedersachsen und Nordhessen haben am Sonnabend, 9. September 2006, die Möglichkeit, die Freiland-Tomatenversuche mit Sortenvergleichen und Neuzüchtungen sowie den Demonstrationsanbau von Wildtomaten zu besichtigen. Dafür öffnet der Dreschflegel-Betrieb in Schönhagen (Postleitzahl 37318) von 14 bis 18 Uhr seine Türen. Die Besucher können dabei auch verschiedene Sorten verkosten und sich zudem über die Sortenvielfalt anderer Kulturpflanzen informieren. Führungen beginnen um 14.15 Uhr. Die Anfahrt erfolgt über die B80 zwischen Witzenhausen und Heilbad Heiligenstadt. Weitere Informationen im Internet sind unter http://www.dreschflegel-saatgut.de abrufbar.

Kontaktadresse:
Dr. Bernd Horneburg, Department für Nutzpflanzenwissenschaften
Von Siebold-Straße 8, 37075 Göttingen, Telefon (0551) 39-4360, Fax (0551) 39-4601, e-mail: bhorneb@gwdg.de, Internet: http://www.gwdg.de/~pbzhome/pflanzen.html

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de/
http://www.dreschflegel-saatgut.de
http://www.gwdg.de/~pbzhome/pflanzen.html

Weitere Berichte zu: Anbau Freilandanbau Sorten Tomatensorten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Landwirte sind beim Gewässerschutz gefordert
27.03.2015 | Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

nachricht Ökonomisch rentabel: Eiweißpflanzen in der Landwirtschaft
18.03.2015 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln Mess-System für Schiffbau-Versuchsanstalten

Durch wissenschaftlich fundierte Daten der Forscher um Professor Nils Damaschke vom Institut für Allgemeine Elektrotechnik der Universität Rostock wird es künftig möglich, die Propellerform für Schiffe so zu optimieren, dass weniger Kraftstoff verbraucht und der Propellerverschleiß auf Grund von Kavitation reduziert werden kann. Die Wissenschaftler arbeiten inzwischen an der weiteren Verfeinerung eines kommerziellen Mess-Systems für die weltweit agierenden Schiffbau-Versuchsanstalten.

Kleinste Partikel spielen im täglichen Leben eine immer größere Rolle. Ob es sich um Schadstoffe in der Luft (Feinstaubbelastung) oder Zerstäubungsprozesse...

Im Focus: Den Synapsen bei der Arbeit zusehen

Göttinger Forscher beobachten Synapsenaktivität im Gehirn lebender Fruchtfliegen

Wissenschaftler der Universität Göttingen haben mit einer neuen Methode die Aktivität von Nervenzellen im Gehirn lebender Fruchtfliegen beobachtet. Bislang...

Im Focus: FiberLab-Roboter begeistert auf Photonics West in San Francisco

Mit ihrem „humanisierten“ Roboter zeigten Anna Lena Baumann und Wolfgang Schade erstmalig die erfolgreiche Umsetzung der 3D-Navigation über eine neuartige Lasermethode, der Standard Single-Mode-Glasfaser. Mehr als 17.000 Teilnehmer konnten den Roboter und FiberLab, das erste Projekt des Photonik Inkubators in Göttingen, auf der Photonics West in San Francisco kennen lernen.

Mit Hilfe eines in die Kleidung eingenähten Fasersensors wurden Armbewegungen eines Probanden dokumentiert und nach entsprechender Auswertung an den Roboter...

Im Focus: Femto Photonic Production: Neue Verfahren mit Ultrakurzpulslasern für die Fertigung von morgen

Für die deutsche Wirtschaft spielt die Lasertechnik eine herausragende Rolle: Etwa 40 Prozent der weltweit verkauften Strahlquellen und 20 Prozent der Lasersysteme für die Materialbearbeitung stammen aus Deutschland.

Beim Einsatz von Lasern in der Produktion sind deutsche Unternehmen führend. Diese Stärken gilt es zu erhalten und auszubauen. Deswegen hat das...

Im Focus: Theorie der starken Wechselwirkung bestätigt: Supercomputer bestimmt Neutron-Proton-Massendifferenz

Nur weil das Neutron ein klein wenig schwerer ist als das Proton, haben Atomkerne genau die Eigenschaften, die unsere Welt und letztlich unsere Existenz ermöglichen.

80 Jahre nach der Entdeckung des Neutrons ist es einem Team aus Frankreich, Deutschland und Ungarn unter Führung des Wuppertaler Forschers Zoltán Fodor nun...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Startup Weekend: In 54 Stunden von der Gründungsidee zur Firmengründung

30.03.2015 | Veranstaltungen

Große Bühne für Wissenschaft in drei Minuten

30.03.2015 | Veranstaltungen

THETIS - Branchentreff für Meeresenergien

27.03.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Siemens und Festo gewinnen Optima als Pilotkunden für innovatives Transportsystem

30.03.2015 | HANNOVER MESSE

Spannung in der Forschung: Piezoelektrische Effekte zur Unterdrückung von Materialspannungen

30.03.2015 | Materialwissenschaften

Unternehmerisch wertvoll: Firmengelände naturnah gestalten: Bis Mai 2016 vom Förderprojekt profitieren

30.03.2015 | Förderungen Preise