Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dieselverbrauch, Feldhygiene und Fruchtfolge bei Konservierender Bodenbearbeitung

20.02.2006
Zu diesem Thema fand zum 6. Mal im Forum der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig am 9. Februar 2006 die Jahrestagung der Gesellschaft für Konservierende Bodenbearbeitung (GKB) mit Unterstützung des FAL-Instituts für Betriebstechnik und Bauforschung statt.

Der GKB als Kommunikations- und Informationsplattform für konservierende Bodenbearbeitung gehören inzwischen 375 Mitglieder an; darüber hinaus haben sich in den letzten fünf Jahren unter dem Dach der GKB zehn regionale Arbeitskreise in neun Bundesländern gebildet. Mit 220 Teilnehmern war die Jahrestagung sehr gut besucht und gibt damit den Auftakt für Feldtage und Seminare im Jahr 2006.

Konservierende Bodenbearbeitung ist durch schonende Lockerung zur Erhöhung der Bodentragfähigkeit und durch Mulchsaat zum Schutz der Bodenoberfläche gekennzeichnet. Mit Arbeitsqualität und Dieselverbrauch beim Mähdrusch befasste sich der erste Vortrag von PD Dr. Hans-Heinrich Voßhenrich (FAL-Institut für Betriebstechnik und Bauforschung und Vorsitzender der GKB). Das Mähen von langen Stoppeln spart zwar zunächst Dieselkraftstoff ein und erhöht die Flächenleistung, erschwert jedoch die Bodenbearbeitung und kann zu einem geringeren Feldaufgang der Folgefrucht führen. Zur Verbesserung des Arbeitsergebnisses ist deshalb unmittelbar nach dem Mähdrusch ein separater Häckslerarbeitsgang zur Strohnachzerkleinerung erforderlich. Gut zerkleinertes und gleichmäßig verteiltes Stroh ist die Grundvoraussetzung zur Etablierung der Kulturpflanzen und zur Gewährleistung von Bodenschutz nach Bundes-Bodenschutzgesetz § 17. Der Themenkomplex Strohmanagement, Konservierende Bodenbearbeitung und Bodenschutz stellen einen wesentlichen Arbeitsschwerpunkt im FAL-Institut für Betriebstechnik und Bauforschung dar.

Die Rentabilität erweiterter Fruchtfolgen wurde in einem Vortrag von Dipl.-Ing. agr. Marco Schneider (FH Soest) angesprochen; die diesem Beitrag zugrunde liegenden Ergebnisse beziehen sich auf ein größeres Verbundprojekt, an dem auch das FAL-Institut für Betriebstechnik und Bauforschung beteiligt war. Vielerorts liegt der Anteil von Wintergetreide in der Fruchtfolge bei 75 %. Die hohen Strohmengen und die kurzen Zeitfenster für die Verrottung können bei konservierender Bodenbearbeitung zu Problemen führen. Aus diesem Grund ist eine Auflockerung der Fruchtfolge mit Sommerungen wie Körnererbsen oder Ackerbohnen sinnvoll. Der permanente Wechsel von Blatt- und Halmfrucht hilft bei Bodenbearbeitung, Düngung und Pflanzenschutz Kosten einzusparen. Um die Akzeptanz z.B. von Körnerleguminosen in der Fruchtfolge zu verbessern, sind die Erntbarkeit von züchterischer Seite und die Vermarktung noch entscheidend zu verbessern.

Der Vortrag von Dipl- Ing. agr. Detlev Dölger von der Beratungsinstitution Hanse-Agro widmete sich der gezielten Kontrolle von Schnecken und Mäusen. Gute Bodenstruktur weist eine Vielzahl von Hohlräumen auf, in denen sich Schnecken und Mäuse zurückziehen. Sowohl acker- und pflanzenbauliche Maßnahmen, wie tiefes Lockern und gute Rückverfestigung und eine gezielte Bekämpfung mit Schneckenkorn bzw. Giftweizen hilft den Schaden an den Kulturpflanzen zu minimieren.

Die Tagung wurde am Nachmittag mit zwei Betriebsreportagen von Praktikern abgerundet: "Wie lässt sich Mulchsaat bei 1.200 mm wie bei 600 mm Jahresniederschlag realisieren" und "Wie können auf einem Sandstandort bei ständigem Flächenzuwachs die Arbeitserledigungskosten gesenkt werden?".

Die Jahrestagung machte durch mehrere anschauliche Beiträge deutlich, dass mit Konservierender Bodenbearbeitung sowohl die Möglichkeiten zur Kosteneinsparung genutzt und gleichzeitig die Anforderungen vom Bodenschutz erfüllt werden können, die heute mit Voraussetzungen für Direktzahlungen sind.

Kontaktadresse:
Dr. Joachim Brunotte, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Betriebstechnik und Bauforschung, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, Tel. 0531 596 4494, E-Mail: joachim.brunotte@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.fal.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Arten verschwinden, Pflanzenfraß bleibt
07.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht DFG-Projekt: Biodiversität, Interaktion und Stickstoffkreislauf in Grünlandböden
31.01.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nervenschmerzen zukünftig wirksamer behandeln

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Zellstoffwechsel begünstigt Tumorwachstum

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten