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Waldschäden in Deutschland: Waldböden in Gefahr!

18.07.2001


Wenn man an Waldschäden denkt, hat man zunächst meist vergilbte Nadeln, verlichtete Kronen, verkürzte Triebe und Deformationen der Nadeln und Zweige vor Augen. Tatsächlich sind dies auch die offensichtlichen Symptome für deutliche Schäden an Waldbäumen, die nach Ergebnissen der bundesweiten Waldschadenserhebung 2000 auf 23 % der Waldfläche im Bundesgebiet festgestellt wurden. Der Eintrag von Luftschadstoffen gefährdet aber nicht nur die Bäume direkt, sondern stellt auch eine Gefahr für die vielfältigen Funktionen des Waldbodens dar. Waldböden sind lebenswichtig für unzählige Pflanzen- und Tierarten, verankern die Pflanzen und sorgen für Nährstoffe und Wasser. Waldböden tragen dazu bei, dass das Grundwasser nicht belastet wird, in dem sie saure Niederschläge abpuffen und Schadstoffe ausfiltern. Waldböden sorgen also mit dafür, dass sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. Saure Niederschläge können jedoch zu einer Bodenversauerung führen. Die Folge ist eine verstärkte Auswaschung von Nährstoffen, vor allem von Calcium, Magnesium und Kalium. Aluminium- und Eisenionen gehen in die Bodenlösung und schädigen Feinwurzeln und Bodenorganismen. Der Oberboden besitzt denn praktisch keine Pufferkapazität mehr und gibt daher jede Säurebelastung nahezu unverändert an den Unterboden weiter. Durch die Schädigung der Feinwurzeln werden die Bäume anfälliger gegen Trockenheit, Sturm und Nährstoffmangel. In den Jahren 2004 bis 2006 soll daher eine zweite Bodenzustandserhebung in Europa durchgeführt werden. Im Rahmen der Genfer Luftreinhaltekonvention besteht seit 1985 ein "Internationales Kooperationsprogramm zur Erfassung und Überwachung der Auswirkungen von Luftverunreinigungen auf Wälder" (ICP Forests). Bei einem Treffen der Vertreter von 25 europäischen Staaten Ende Februar in Warschau wurde beschlossen, die Erhebung auf einem flächendeckenden Beobachtungsnetz mit 4.800 Probeflächen auf ganz Europa verteilt durchzuführen. Mit der Erhebung sollen der aktuelle Zustand des Waldbodens und auch Veränderungen gegenüber der ersten Erhebung erfasst werden.

Friederike Eversheim | aid

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