Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

PMWS - eine sich ausbreitende Viruskrankheit bei Schweinen

11.01.2005


Die Untersuchung von Auftreten und Epidemiologie des Postweaning Multisystemic Wasting Syndroms (PMWS) in der Schweinehaltung in der EU hat einige interessante Ergebnisse hinsichtlich dieser neu entdeckten Krankheit geliefert.



PMWS ist eine Viruskrankheit, die durch den porzinen Circovirus 2 (PCV2) verursacht wird, allerdings untersuchen Wissenschaftler auch, welche Rolle genetische und umweltbedingte Faktoren spielen. Epidemiologische Untersuchungen über die PCV-Infektion haben ergeben, dass die Herkunft der väterlichen und mütterlichen genetischen Zuchtlinie mit dem Auftreten von PMWS in Verbindung stehen könnte. Im Besonderen ließ sich erkennen, dass die Verwendung der Piétrain-Rasse als Vaterlinie Schutz vor PMWS verleihen könnte. Welche Rolle der genetische Einfluss tatsächlich spielt, ist ein Thema für weitere Untersuchungen.

... mehr zu:
»PCV2 »PMWS »Schwein »Viruskrankheit


PCV2-Infektionen wurden auch bei Wildschweinen, aber keiner anderen Haus- oder Labortierart beobachtet. Retrospektive Antikörperstudien in Spanien haben gezeigt, dass Wildschweinpopulationen in der Region bereits 1994 infiziert waren. Im Gegensatz dazu sind in Spanien PCV2-Antikörper bei Hausschweinen seit 1985 vorhanden, mehr als zehn Jahre bevor die Krankheit im Land das erste Mal nachgewiesen wurde.

Immunpathologische Studien enthüllten außerdem eine Reduzierung bzw. einen Verlust der B- und T-Lymphozyten bei erkrankten Schweinen. Darüber hinaus wurden neben einem teilweisen Verlust von antigen-präsentierenden Zellen erhöhte Werte von makrophagen-artigen Zellen beobachtet. Diese Beobachtungen deuten auf einen immunsuppressiven Zustand in Verbindung mit PMWS hin. Begleitet wird dies von Läsionen im lymphatischen Gewebe (dem Hauptangriffspunkt der Virusinfektion) und dem Nachweis von PCV2 darin.

Weitere histologische Befunde legen nahe, dass der Krankheitserreger auch Leberzellen angreift und zur Auslösung von hepatitis-ähnlichen Symptomen bei Schweinen beitragen könnte.

Diese Studien und die erzielten Ergebnisse sind von großem Wert für die Bestrebungen der wissenschaftlichen Welt, PMWS vollständig zu beschreiben. Sie sollen einen Teil umfassenderer Bemühungen darstellen, effektiv wirkende präventive und therapeutische Produkte zur Bekämpfung der Krankheit zu entwickeln.

Kontakt:

Prof. Domingo Mariano
Autonomus University of Barcelona
Veterinary School
Campus UAB
08193 Bellaterra, Spanien
Tel: +34-93-5813284
Fax: +34-93-5813142
Email: mariano.domingo@uab.es

Prof. Domingo Mariano | ctm
Weitere Informationen:
http://www.uab.es

Weitere Berichte zu: PCV2 PMWS Schwein Viruskrankheit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

nachricht BMEL verstärkt Maßnahmen im Kampf gegen das Eschentriebsterben
11.09.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik