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Infrarot- Bilder lassen Stresspegel von Pflanzen erkennen

10.08.2004


Die Infrarot-Thermographie wurde über ihre typischen Anwendungsgebiete hinaus erweitert und für die Ermittlung von Daten bezüglich der Temperatur von Blättern verwendet. Wissenschaftler können sich dieser Informationen bedienen, um ideale Bewässerungsverfahren zu entwerfen, welche die Ausgaben für Wasser reduzieren, ohne dass dabei Kompromisse in Bezug auf die Gesundheit einzugehen sind.


Zerstörungsfreie Prüfverfahren werden bereits seit einiger Zeit verwendet. Als zerstörungsfreie Prüfverfahren gelten all jene Methoden, bei denen ein Objekt untersucht wird, ohne dass dabei dessen zukünftige Nutzung beeinträchtigt wird. Die meisten Anwendungen befassen sich mit Qualitätskontrolle, dem Aufspüren von Produktfehlern, der Vermeidung von Ausfällen der Komponenten usw. Zerstörungsfreie Prüfverfahren finden immer neue Anwendungen.

Ein solches zerstörungsfreies Prüfverfahren ist die Infrarot-Thermographie. Die Objekte geben Infrarot-Strahlung ab, die von deren Temperatur abhängig ist. Die Infrarot-Thermographie erzeugt auf Grundlage der ermittelten Strahlung falsche Farbbilder.


Durch ein von der EU gefördertes internationales Kooperationsprojekt (INCO-Projekt) erhielten Wissenschaftler die Möglichkeit, die Infrarot-Thermographie in einem neuen Bereich, nämlich der Landwirtschaft, anzuwenden. Dabei wurde die Infrarot-Thermographie vor allem für die Bestimmung der Temperatur von Blättern verwendet. Das Projekt mit dem Namen IRRISPLIT strebte eine Verbesserung der Verfahrensweisen der Wasserwirtschaft an, ohne dabei die Ernteerträge zu verringern.

Kooperationspartner aus dem Mittelmeergebiet testeten neue Bewässerungsmethoden bei verschiedenen Feldfrüchten, von Trauben in Portugal bis hin zu Baumwolle in der Türkei. Die Infrarot-Thermographie ist eine effektive Methode zur Überwachung des gesunden Pflanzenwachstums, bei der keine direkten Proben und Analysen nötig sind.

Während der Durchführung des Projekts wurden wichtige Informationen gewonnen. Es stellte sich heraus, dass sich die Sensibilität der Methode mit steigender Sonneneinstrahlung verbessert und nicht mit der relativen Luftfeuchte in Beziehung steht. Außerdem zeigte sich, dass die betroffenen Blätter nicht unter direkter Sonneneinstrahlung stehen müssen. Die Ausrichtung der Blätter erwies sich hingegen als wichtigerer Einflussfaktor.

Das aus dem Projekt IRRISPLIT gewonnene Wissen wird über Veröffentlichungen an die akademische Gemeinschaft weitergegeben. Die Zukunftsaussichten für diese und andere neue Anwendungsformen der Infrarot-Thermographie sind also vielversprechend.

Prof. Jones Hamlyn | ctm
Weitere Informationen:
http://www.dundee.ac.uk

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