Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Anbau von Torfmoos zu Düngerzwecken

27.05.2004


Ohne Moos nix los!



Gartenbau, Landwirtschaft und Naturschutz sollen künftig vom Anbau von Torfmoosen profitieren. Mit Unterstützung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) untersucht das Botanische Institut der Uni Greifswald jetzt Alternativen zum Abbau nur begrenzt vorhandener Torfe. Ziel ist es, den Rohstoff systematisch anzubauen und zu ernten.

... mehr zu:
»Anbau »Hochmoore »Rohstoff »Torf »Torfmoos


Nicht nur im Erwerbsgartenbau, auch bei Kleingärtnern erfreut sich Torf als Substrat für Spezialkulturen größter Beliebtheit. Dabei handelt es sich in der Regel um Weißtorf, schwach zersetzte Sphagnummoose, die die oberste Schicht von Hochmooren ausmachen. Zwar gibt es auch in Deutschland noch aktive Hochmoore, sie sind jedoch mittlerweile so selten, dass nur an wenigen Standorten Torfabbau betrieben werden kann. Die Torfgewinnung verlagert sich daher in immer größerem Umfang auf die baltischen Staaten und nach Skandinavien.

Um die ökologisch höchst sensiblen Hochmoore rechtzeitig zu schützen, wird schon seit einiger Zeit geprüft, ob der landwirtschaftliche Anbau von Moosen eine Alternative zum klassischen Torfabbau sein könnte. In Kooperation mit dem Bodentechnologischen Institut Bremen des Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung hat das Botanische Institut der Uni Greifswald bereits erste Erkenntnisse gewonnen. Mit Unterstützung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) sollen die Ergebnisse einer Literaturstudie jetzt in die Praxis umgesetzt werden.

In Blumentöpfen werden verschiedene Torfmoosarten nicht nur auf ihre Anbaueignung überprüft. Den Wissenschaftlern geht es auch darum, herauszubekommen, bei welchem Dünger und welcher Wassermenge die Moose am besten wachsen. Auch erste Feldversuche sind im Rahmen des Vorhabens geplant. Ziel ist es, nach möglichst kurzer Zeit einen Rohstoff zu ernten, der im Gartenbau ähnliche Wirkungen zeigt, wie der bislang eingesetzte Naturtorf und der Torfersatzstoffen deutlich überlegen ist.

Vom Anbau profitieren sollen vor allem Bauern in Niedersachsen, dort wo die Fehnkultur, die landwirtschaftliche Nutzung von Mooren, lange Tradition hat. War dort auf ehemaligen Hoch- und Niedermoorstandorten bislang sinnvoll nur noch Grünlandwirtschaft möglich, könnte der Torfmoosanbau zu einer Alternative werden. Von Vorteil wäre nicht nur die Nutzbarkeit noch vorhandener Torfabbaumaschinen. Nach ersten Berechnungen der Greifswalder ließe sich mit der neuen Anbaufrucht tatsächlich Geld machen. Ein positiver Effekt wäre dann auch für den Naturschutz gegeben, denn Flächen zur Torfmoos-Kultivierung sind ebenso wie Hochmoore Habitate mit besonderer Artenvielfalt. Und mit Moos wäre dann im Saterland, wo die ersten Anbauversuche stattfinden sollen, auch wieder was los.

Barbara Wenig | FNR
Weitere Informationen:
http://www.frn.de

Weitere Berichte zu: Anbau Hochmoore Rohstoff Torf Torfmoos

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Bessere Ernte für Kleinbauern dank klonaler Vermehrung von Nutzpflanzen
29.01.2016 | Universität Zürich

nachricht Alternative Eiweißquellen in die Fütterung von Nutztieren integrieren
21.01.2016 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Messkampagne POLSTRACC: Starker Ozonabbau über der Arktis möglich

Die arktische Stratosphäre war in diesem Winter bisher außergewöhnlich kalt, damit sind alle Voraussetzungen für das Auftreten eines starken Ozonabbaus in den nächsten Wochen gegeben. Diesen Schluss legen erste Ergebnisse der vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierten Messkampagne POLSTRACC nahe, die seit Ende 2015 in der Arktis läuft. Eine wesentliche Rolle spielen dabei vertikal ausgedehnte polare Stratosphärenwolken, die zuletzt weite Bereiche der Arktis bedeckten: An ihrer Oberfläche finden chemische Reaktionen statt, welche den Ozonabbau beschleunigen. Diese Wolken haben die Klimaforscher nun ungewöhnlicherweise bis in den untersten Bereich der Stratosphäre beobachtet.

„Weite Bereiche der Arktis waren über einen Zeitraum von mehreren Wochen von polaren Stratosphärenwolken zwischen etwa 14 und 26 Kilometern Höhe bedeckt –...

Im Focus: AIDS-Impfstoffproduktion in Algen

Pflanzen und Mikroorganismen werden vielfältig zur Medikamentenproduktion genutzt. Die Produktion solcher Biopharmazeutika in Pflanzen nennt man auch „Molecular Pharming“. Sie ist ein stetig wachsendes Feld der Pflanzenbiotechnologie. Hauptorganismen sind vor allem Hefe und Nutzpflanzen, wie Mais und Kartoffel – Pflanzen mit einem hohen Pflege- und Platzbedarf. Forscher um Prof. Ralph Bock am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam wollen mit Hilfe von Algen ein ressourcenschonenderes System für die Herstellung von Medikamenten und Impfstoffen verfügbar machen. Die Praxistauglichkeit untersuchten sie an einem potentiellen AIDS-Impfstoff.

Die Produktion von Arzneimitteln in Pflanzen und Mikroorganismen ist nicht neu. Bereits 1982 gelang es, durch den Einsatz gentechnischer Methoden, Bakterien so...

Im Focus: Einzeller mit Durchblick: Wie Bakterien „sehen“

Ein 300 Jahre altes Rätsel der Biologie ist geknackt. Wie eine internationale Forschergruppe aus Deutschland, Großbritannien und Portugal herausgefunden hat, nutzen Cyanobakterien – weltweit vorkommende mikroskopisch kleine Einzeller – das Funktionsprinzip des Linsenauges, um Licht wahrzunehmen und sich darauf zuzubewegen. Der Schlüssel zu des Rätsels Lösung war eine Idee aus Karlsruhe: Jan Gerrit Korvink, Professor am KIT und Leiter des Instituts für Mikrostrukturtechnik (IMT) am KIT, nutzte Siliziumplatten und UV-Licht, um den Brechungsindex der Einzeller zu messen.

 

Im Focus: Production of an AIDS vaccine in algae

Today, plants and microorganisms are heavily used for the production of medicinal products. The production of biopharmaceuticals in plants, also referred to as “Molecular Pharming”, represents a continuously growing field of plant biotechnology. Preferred host organisms include yeast and crop plants, such as maize and potato – plants with high demands. With the help of a special algal strain, the research team of Prof. Ralph Bock at the Max Planck Institute of Molecular Plant Physiology in Potsdam strives to develop a more efficient and resource-saving system for the production of medicines and vaccines. They tested its practicality by synthesizing a component of a potential AIDS vaccine.

The use of plants and microorganisms to produce pharmaceuticals is nothing new. In 1982, bacteria were genetically modified to produce human insulin, a drug...

Im Focus: Weltweit genaueste optische Einzelionen-Uhr

Als erste Forschergruppe weltweit haben Atomuhren-Spezialisten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) jetzt eine optische Einzelionen-Uhr gebaut, die eine bisher nur theoretisch vorhergesagte Genauigkeit erreicht. Ihre optische Ytterbium-Uhr erreichte eine relative systematische Messunsicherheit von 3 E-18. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Physical Review Letters veröffentlicht.

Als erste Forschergruppe weltweit haben Atomuhren-Spezialisten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) jetzt eine optische Einzelionen-Uhr gebaut, die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Frauen in der digitalen Arbeitswelt: Gestaltung für die IT-Branche und das Ingenieurswesen

11.02.2016 | Veranstaltungen

Deutsche Gesellschaft für Verhaltensmedizin und Verhaltensmodifikation tagt in Mainz

10.02.2016 | Veranstaltungen

Bericht zur weltweiten Lage der Bestäuber

10.02.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Messkampagne POLSTRACC: Starker Ozonabbau über der Arktis möglich

11.02.2016 | Geowissenschaften

Siliziumchip mit integriertem Laser: Licht aus dem Nanodraht

11.02.2016 | Physik Astronomie

Große Sauerstoffquellen im Erdinneren: Neue Erkenntnisse der Hochdruck- und Hochtemperaturforschung

11.02.2016 | Geowissenschaften