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Gesunde Tiere Besondere Herausforderung im Öko-Landbau

17.07.2002

Die Gesundheit der Nutztiere ist in der Landwirtschaft Voraussetzung für dauerhafte Leistung und hohe Produktqualität. In der ökologischen Tierhaltung ist die Behandlung mit chemisch-synthetischen Tierarzneimitteln zwar unter Einhaltung strenger Richtlinien erlaubt, dennoch aber nicht unproblematisch. Wird ein Tier, das länger als ein Jahr gehalten wird, mehr als dreimal mit Tierarzneimitteln behandelt, darf es nicht mehr unter dem Label "biologisch" oder "ökologisch" vermarktet werden. Im Institut für ökologischen Landbau in Trenthorst der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) steht die Gesunderhaltung von Nutztieren als Grundlage hoher Spezialleistungen im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeiten.

In einem Projekt wird untersucht, welche Bedeutung die Haltung von gefährdeten Nutztierrassen auf ökologischen Betrieben hat. Ziel der ökologischen Tierzucht sind robuste und an die Bedingungen des ökologischen Landbaus angepasste Rassen mit angemessener und langfristiger Leistung. Ein weiteres Projekt widmet sich der Parasitenbelastung auf Weiden. Magen-Darm-Parasiten verursachen gesundheitliche Probleme. Um der Forderung nach möglichst geringem Medikamenteneinsatz nachzukommen, ist eine Reduktion dieser Erreger wünschenswert.

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In Trenthorst werden einerseits Weiden mit verschiedenen Tierarten (abwechselnd Schafe und Rinder), andererseits mit Rindern verschiedener Altersgruppen durchgeführt. Ziel ist es, durch geschicktes Umsetzen dieser Maßnahmen den Infektionsdruck auf den Grünlandflächen zu verringern.

Außerdem wird ein biologischer Ansatz verfolgt. Dabei werden Pilzsporen des Pilzes Duddingtonia flagrans, der natürlicherweise im Boden vorkommt, mit dem Futter verabreicht. Die Sporen überstehen die Passage im Magen-Darm-Trakt der Rinder problemlos und werden mit dem Kot ausgeschieden. Erst dann bildet der Pilz netzartige Strukturen, in denen sich die Larven der Magen-Darm-Würmer verfangen und abgetötet werden. Auf diese Weise verringerte sich auf Versuchsflächen das Infektionspotenzial um etwa 80 Prozent. Über die unterschiedlichen Forschungsschwerpunkte berichtete kürzlich die Zeitschrift ForschungsReport der FAL, Braunschweig.

Renate Kessen | aid infodienst

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