Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Precision Farming kommt

27.02.2008
Abschlussveranstaltung mit großer Euphorie

Precision Farming ist nicht das Zauberwort der Produktionstechnik im Pflanzenbau, es ist die Zukunft. Auf diesen unbescheidenen Nenner brachten es alle Teilnehmer der Abschlussveranstaltung des Projekts "pre agro" Ende Februar in Berlin.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Vorhaben beschäftigte in zwei Abschnitten insgesamt acht Jahre lang sowohl führende Wissenschaftler und die Industrie als auch Landwirte. Besonders bemerkenswert ist bei diesem Forschungsprojekt die praktische Erprobung in landwirtschaftlichen Betrieben. Herausgekommen sind weltweit einzigartige Schlüsseltechnologien für die Pflanzenproduzenten.

Projektleiter Dr. Armin Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung war entsprechend stolz auf die Ergebnisse: "Die Techniken des Precision Farming sind wirtschaftlich und umweltschonend. Für die Landwirte bedeuten sie außerdem eine Arbeitserleichterung durch besseres Informationsmanagement." Die "Kinderkrankheiten" wären bald ausgeräumt. Vor allem die Vorstellung und teilweise die Euphorie, dass es sich bei den Neuerungen um DIE Lösung für alle produktionstechnischen Probleme handeln würde, hatte in der Vergangenheit viel Kritik ausgelöst.
... mehr zu:
»Landwirt

Tatsache ist nach Landwirt Wolfgang Träger-Farny, dass keiner seinen Betrieb erfolgreich und zugleich umweltverträglich führen könne ohne neueste Informationstechnologie. "Es geht darum, Wissen verfügbar zu machen auch für nachfolgende Generationen", so der Inhaber des Pionier-Betriebes aus Niedersachsen.

Einige Projektergebnisse können sich in jedem Fall sehen lassen, so zum Beispiel:

- Die teilflächenspezifische Feldbewirtschaftung bewirkt höhere Erträge durch weniger Dünger und Pflanzenschutz

- Durch die Kombination von Informationen über das Infektionsgeschehen von Pilzkrankheiten und über die zu benetzende aktuelle Pflanzenoberfläche konnte die Fungizidapplikation in Winterweizen optimiert werden

- Satelliten- und Befliegungsdaten schaffen einen Überblick, lassen Muster erkennen und die Heterogenität abschätzen. Durch detaillierte Modelle können genauere Maßnahmenentscheidungen getroffen werden.

Eine der revolutionärsten Entwicklungen ist die Standardisierung von Daten. In Zukunft sollen Geräte und Techniken "normal" funktionieren, ohne die ständige Unterstützung durch einen Elektroniker oder Informatiker. Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) entwickelte hierzu die ISOBUS-Norm, die nicht nur die elektronische Kommunikation zwischen Traktoren und Anbaugeräten, sondern auch den Datenaustausch zwischen dem Betriebs-PC und mobilen Arbeitsmaschinen regelt. Ein Manko in der Praxis ist oft auch der Austausch von Daten zwischen dem Landwirt und seinen unterschiedlichen Geschäftspartnern.

Hierfür hat das KTBL eine universelle Schnittstelle für jedes Farm-Management-System geschaffen. Damit sind zum Beispiel die Auftragsabwicklung mit landwirtschaftlichen Lohnunternehmern und die Flächenmeldung bei der Hagelversicherung auf Knopfdruck realisierbar.

Überzeugt euphorisch brachte Landwirt Träger-Farny die neuen technologischen Möglichkeiten auf den Punkt: "Precision Farming ist ein Glücksfall für die Landwirte".

Franziska Röseberg | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.preagro.de
http://www.aid.de

Weitere Berichte zu: Landwirt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Elefanten-Herpes: Super-Verbreiter gefährden Jungtiere
04.05.2017 | Universität Zürich

nachricht Wurmmittel für Weidetiere können die Keimung von Pflanzensamen beeinflussen
27.04.2017 | Universität Trier

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten