Bösartige Stammzellen im Visier der Forschung

Frankfurter Forschergruppe will Blutkrebs-Therapie durch Forschung an Leukämie-Stammzellen verbessern

Ein Forscherteam an der Universitätsklinik Frankfurt a. M. will die Eigenschaften von Leukämie-Stammzellen untersuchen, die eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Leukämie spielen. Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e. V. fördert das zweijährige Forschungsprojekt mit 356.000 Euro.

In den letzten Jahren hat die Wissenschaft überraschende Erkenntnisse über das Verhalten von Krebszellen, insbesondere Leukämiezellen gewonnen: Nicht alle bösartigen Zellen sind in der Lage, sich unkontrolliert zu vermehren. Im Fall der Leukämie bedeutet das, dass nur ein kleiner Teil der entarteten Leukämie-Zellen überhaupt eine Ausbreitung der Krankheit bewirken kann. Diese sogenannten Leukämie-Stammzellen wollen die Frankfurter Forscher nun unter die Lupe nehmen.

Priv.-Doz. Dr. Martin Ruthardt vom Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, erläutert das Ziel des Forschungsprojektes: „Wir untersuchen, wie wirksam die heute zur Verfügung stehenden Medikamente gerade gegen die Leukämie-Stammzellen wirken. Außerdem wollen wir herausfinden, wie die Wachstumsfaktoren in den Zellen das Vermehren oder Absterben der Leukämie-Stammzellen beeinflussen. Nur wenn es gelingt, das Wachstum dieser Stammzellen zu verhindern, kann eine Therapie langfristig erfolgreich sein. Denn das ist ja das Ziel: die Leukämiepatienten dauerhaft zu heilen.“ Die in dem Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, in Zukunft bei der Entwicklung von Medikamenten und Therapien gegen Leukämie vermehrt solche Substanzen einzusetzen, die besonders wirksam gegen Leukämie-Stammzellen sind.

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Ricarda Wessinghage idw

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