Clostridium difficile – der heimtückische Keim

Elektronenmikroskopische Aufnahmen von Clostridium difficile HZI / Rhode

Krankenhauskeime stehen im Fokus der diesjährigen Vortragreihe „KrankheitsErregend“ am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Nachdem es in der ersten Veranstaltung um MRSA ging, wird bei der zweiten Veranstaltung der Vortragsserie am 8. November das Bakterium Clostridium difficile behandelt. Warum es als besonders heimtückisch gilt und wie es sich dennoch bekämpfen lässt, darüber diskutieren ab 10.30 Uhr zwei Experten mit dem Publikum.

Der Erreger Clostridium difficile kommt bei den meisten Menschen im Darm vor, ist aber in der Regel harmlos. Gefährlich wird der Keim erst, wenn die normale Darmflora gestört ist. Das kann entweder durch eine Infektion geschehen oder durch eine vorangegangene Antibiotika-Therapie, bei der die Darmflora durch die Medikamente abgetötet wurde. Besonders in Krankenhäusern zählt er deshalb zu den Haupterregern von Durchfallerkrankungen, die im schlimmsten Fall tödlich verlaufen können.

Gegen die Antibiotika selbst schützt sich der Keim mit einem besonderen Trick: Er verkapselt sich in Sporen. Dadurch können die Medikamente dem Bakterium nichts anhaben. Erschwerend kommt hinzu, dass die Infektion oft erst dann ausbricht, wenn die Patienten frisch kuriert nach einem Krankenhausaufenthalt nach Hause kommen und denken, alles sei überstanden.

Über die Besonderheiten des Keimes und wie man ihn erfolgreich bekämpfen kann, informieren und diskutieren im Rahmen der zweiten Veranstaltung der Vortragsreihe „KrankheitsErregend“ der Mediziner Prof. Wilfried Bautsch vom Klinikum Braunschweig und der Mikrobiologe Prof. Dieter Jahn von der Technischen Universität Braunschweig.

Während sich Bautsch damit beschäftigen wird, ob Clostridium difficile ein zunehmendes Problem in der Praxis ist, geht Jahn auf die Gefahr ein, die nach einer Antibiotikabehandlung durch den Keim entsteht. Im Anschluss an die Vorträge bietet eine vom Wissenschaftsjournalisten Jens Lubbadeh moderierte Diskussionsrunde den Zuschauern Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen.

„Krankenhauskeime sind derzeit in fast allen Medien präsent. Wir versuchen deshalb mit der Reihe über die einzelnen Erreger ebenso aufzuklären, wie über mögliche Lösungsansätze im Allgemeinen“, sagt Katja Flaig, Projektmanagerin am HZI.
Die Veranstaltung beginnt um 10:30 Uhr im Forum des HZI. Der Eintritt ist frei.

Nähere Informationen finden Sie unter http://www.helmholtz-hzi.de/krankheitserregend. Rückfragen beantwortet gerne die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des HZI (Telefon: 0531-6181-1402, E-Mail: veranstaltungen@helmholtz-hzi.de).

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:

Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern.
http://www.helmholtz-hzi.de

http://www.helmholtz-hzi.de/de/aktuelles/veranstaltungen/veranstaltungsreihe_kra… – Diese Meldung auf der Homepage des HZI.

Media Contact

Rebecca Winkels Helmholtz-Zentrum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Anti-Aging-Medikament Rapamycin

…verbessert Immunfunktion dank Endolysosomen. Schutz vor Zunahme entzündungsfördernder Faktoren im Alter. Rapamycin gilt als vielversprechendes Anti-Aging-Medikament, das die Gesundheit im Alter verbessert und den altersbedingten Rückgang der Immunfunktion mildert. Eine…

Textile Innovationen für die ambulante Gesundheitsversorgung

Therapiewissenschaftler*innen der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) untersuchen den Einsatz von Zukunftstechnologien für ein gelingendes Altern. In einem neuen Projekt mit Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)…

Mit künstlicher Intelligenz die Kernspin-Bildgebung beschleunigen

Heidelberger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickelten mit nationalen und internationalen Kooperationspartnern einen Algorithmus für die Magnetresonanztomographie (MRT), der aus deutlich weniger Daten als bisher hochwertige Bilder erstellen kann. Das könnte die…

Partner & Förderer