BeFIT: Die Zukunftsfähigkeit des südwestfälischen Mittelstands stärken

Schlagwörter wie Nachhaltigkeit und Fachkräftemangel sind Dauerbrenner in Politik und Medien und zeugen von einem hohen Bedarf an Orientierung. Der demografische Wandel, die Endlichkeit fossiler Energien, stetig wachsende Datenmengen und Sicherheitsanforderungen verlangen neue Strategien und höhere Reifegrade betrieblicher Prozesse. Regionale Unternehmen werden sich dessen zunehmend bewusst.

„Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt eine immer größere Bedeutung auch für mittelständische Unternehmen. Von daher begrüße ich das Fraunhofer BeFIT in Siegen und freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit“, sagt Winfried Schwarz von der EJOT Holding.

Und Dr. Andreas Schumann, Leiter Zentralbereich IT bei der SMS in Hilchenbach, betont: „Die IT der SMS Siemag AG ist dem Gebot des nachhaltigen Wirtschaftens in mehrfacher Hinsicht verpflichtet. Wir adressieren einen Markt, der immensem Druck zur Energieeinsparung ausgesetzt ist. In der Entwicklung regenerativer Technologien und bei der Projektierung energieeffizienter Anlagen spielen IT-Systeme eine entscheidende Rolle“. Es ist aber nicht die einzige Herausforderung: „Der zweite Bereich betrifft die Geschäftsprozesse des Unternehmens, deren Effizienzziele sich häufig mit Nachhaltigkeitszielen decken müssen. Der dritte Aspekt betrifft die Erbringung der IT-Leistungen selbst. Hier setzen wir z. B. auf die Virtualisierung von Client- und Serversystemen und können so Energiekosten im unteren sechsstelligen Euro-Bereich vermeiden“, so Dr. Schumann.

In diesem Spannungsfeld bewegt sich die Arbeit des BeFIT. Prof. Dr. Volker Wulf ist Inhaber des Lehrstuhls „Wirtschaftsinformatik und Neue Medien“ an der Universität Siegen und Leiter des Kompetenzzentrums „Usability und User Experience Design“ des Fraunhofer FIT in Sankt Augustin. Dr. Helmut Hauptmeier ist stellvertretender Direktor des Instituts für Medienforschung an der Universität Siegen, das sich unter anderem auf die Erforschung Medienwirkungen und die Sicherheitsforschung spezialisiert hat. Walter Schäfer, Leiter Industriekooperation am Lehrstuhl von Prof. Dr. Wulf, verfügt über umfangreiche Erfahrungen aus seiner früheren Tätigkeit in der Softwareentwicklung bei verschiedenen internationalen IT-Unternehmen.

Mit der Ausrichtung auf praxisnahe Forschung für den Mittelstand trägt das BeFIT der wirtschaftlichen Struktur Südwestfalens Rechnung. Im Interview sprechen Dr. Helmut Hauptmeier und Walter Schäfer über die Ziele, die Forschungsbereiche und über die Partizipationsmöglichkeiten des Mittelstandes an der Siegener Fraunhofer Dependance.

>>Welche Ziele sind mit dem Start des BeFIT verbunden?
Walter Schäfer: Unser Ziel ist grob gesagt, die Zukunftsfähigkeit des Mittelstands zu stärken. Dazu analysieren wir zunächst die Prozesse innerhalb des Unternehmens, interviewen und beobachten Mitarbeiter, um uns einen klaren Blick auf die reale Situation des Unternehmens zu verschaffen und eine objektive Grundlage für weitere Maßnahmen zu gewinnen. Uns geht es im Kern um nachhaltigere IT-Konzepte, um die Erhöhung der Reifegrade betrieblicher Prozesse und natürlich auch um eine Verbesserung der Verwendungstiefe von IT.

Helmut Hauptmeier: Mitarbeiter sind ein wichtiger Faktor für den effizienten Einsatz von IT. In Unternehmen stehen häufig komplexe, leistungsfähige IT-Systeme. Genutzt wird davon in vielen Fällen aber nur ein Bruchteil der Funktionen. Wenn durch Verbesserungen der Systeme, des Wissensmanagements oder des Teamplays erreicht werden kann, dass die Mitarbeiter Spaß am Umgang mit der IT haben, ihren Nutzen in den jeweiligen Prozesskontexten erkennen und dabei motivierter sind, können die Potentiale der Informationstechnik sinnvoll ausgeschöpft werden.

>>Welche Aktionsfelder stehen bei Ihrer Arbeit im Mittelpunkt?
Walter Schäfer: Bei unserer Arbeit geht es um Nachhaltigkeit. Wir berücksichtigen daher alle drei Säulen des Nachhaltigkeitsmodells, die Ökologie, die Ökonomie sowie das Soziale. Was macht ein nachhaltiges, ökologisches Produkt aus? Wie sieht eine nachhaltige Personalpolitik aus? Wir gehen aber noch einen Schritt weiter und arbeiten an Empfehlungen, wie solche Maßnahmen insbesondere mithilfe der Informationstechnik umgesetzt werden können. Bei unseren Analysen können wir auf wirtschafts- und sozialwissenschaftliche sowie auf Kompetenzen in der Informatik zurückgreifen, da wir sehr gut innerhalb der Universität Siegen wie auch mit dem Fraunhofer Institut in Sankt Augustin vernetzt sind.
>>Wie partizipiert der Mittelstand vom BeFIT?
Dr. Hauptmeier: Wir sehen uns als Ansprechpartner für Unternehmen, die ihre betrieblichen Prozesse evaluieren lassen und damit Wissensgrundlagen schaffen möchten, aus denen wir nachhaltige Lösungen entwickeln und die Unternehmen begründete Entscheidungen treffen können.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter http://www.ifm.uni-siegen.de/befit

Journalistinnen und Journalisten sind herzlich eingeladen, die Veranstaltung zu besuchen. Zur Anmeldung wenden Sie sich bitte an Frau Zimmermann oder nutzen bitte die Online-Anmeldung unter http://www.ifm.uni-siegen.de/befit.

Dr. Helmut Hauptmeier, Walter Schäfer, Prof. Dr. Volker Wulf stehen auf Anfrage für ein Interview zur Verfügung.

Termin: 8.11.2012, 9:30 – 11:00 Uhr. Ort: Universität Siegen, Campus Hölderlinstraße, Raum B 8420.

Kontakt:

Kathrin Zimmermann
Universität Siegen
Institut für Medienforschung
57068 Siegen
Telefon +49 271 740-3289
Fax +49 271 740-2533
zimmermann@ifm.uni-siegen.de

Ansprechpartner für Medien

Alex Deeg Fraunhofer-Institut

Weitere Informationen:

http://www.ifm.uni-siegen.de/befit

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