Vernetzt, sensibel und grün: Neue Mobilitätskonzepte für Metropolen

Der aktive Erfahrungsaustausch und die fachliche Diskussion auf Entscheiderebene stehen dabei ebenso auf dem Programm der Veranstaltung wie die Präsentation innovativer Ansätze für eine effiziente und nachhaltige Mobilität in den Städten von heute und morgen.

Im Forum Metropolitan Solutions bieten sich den Fachbesuchern an jedem Messetag Keynotes, Fachvorträge und Panel-Diskussionen zu relevanten Bereichen der Entwicklung nachhaltiger urbaner Lebens- und Wirtschaftsräume. Darüber hinaus richtet die Messe mit dem „better transport forum“ erstmals eine eigene Veranstaltung zum Thema urbane Mobilität aus. Im Rahmen des „Schaufensters Elektromobilität“ bietet sich damit eine gemeinsame Präsentations- und Kommunikationsfläche für innovative nicht-unternehmensgebundene Mobilitätskonzepte und -projekte.

„Im 'better transport forum' zeigen wir auf städtischer und kommunaler Ebene entwickelte Projekte, die greifbare und auf verschiedene deutsche und europäische Städte sowie Kommunen übertragbare Anwendungen enthalten“, sagt Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe AG. „Wir schaffen damit eine neue Kommunikationsplattform für den wichtigen Bereich Mobilität und Verkehr, die mit Fachvorträgen und einer aktiven Expertendiskussion genau dort ansetzt, wo international der dringendste Bedarf an übergreifendem Informationsaustausch besteht“, ergänzt Köckler.

Das „better transport forum“ steht unter dem Motto „Von Städten für Städte“ und ergänzt im Rahmen des Gemeinschaftsstandes der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg die gemeinsame Präsentations- und Kommunikationsfläche. Insgesamt 20 Städte zeigen gemeinsam mit der Metropolregion unterschiedliche Projekte, die auf städtischer und kommunaler Ebene entwickelt wurden und für Städte und Kommunen weltweit übertragbare Anwendungen enthalten.

Auswirkungen des anhaltenden Metropolenwachstums

Die Metropolen von heute wachsen – stetig und schnell. Nach aktuellen Prognosen sind im Jahr 2025 bereits 86 Prozent des globalen Arbeitskraft-Potenzials in urbanen Regionen. Aber bereits heute haben viele Metropolregionen Probleme, ausreichende und zuverlässige Infrastrukturen für Bewohner und Wirtschaft bereitzustellen. Das betrifft insbesondere den Personen- und Güterverkehr in größeren Ballungsgebieten, weshalb der Bedarf an Investitionen für den Aus- und Aufbau urbaner Verkehrssysteme weiterhin steigt. Statistiken zufolge liegt dieser derzeit zwischen 250 und 350 Milliarden Euro jährlich. Bis 2030 soll er auf weit über 500 Milliarden Euro pro Jahr steigen.

Bereits Ende 2011 ermittelte die Unternehmensberatung Arthur D. Little (ADL) in ihrem Report über die Zukunft der urbanen Mobilität, dass die Reform der Transport- und Verkehrssysteme derzeit eine der größten Herausforderungen für Entscheider und Bürger von Städten darstellt. Im Vergleich von 66 Großstädten – darunter die 50 größten der Welt – erreichten nur zehn Metropolen eine überdurchschnittliche Note für Leistung, Nutzerfreundlichkeit sowie Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialverträglichkeit ihrer Verkehrssysteme. Dabei wurde deutlich, dass viele Metropolen in wohlhabenden und hochentwickelten Ländern bislang noch nicht einmal im Ansatz das Potenzial ihrer bereits vorhandenen Verkehrssysteme ausschöpfen.

Verantwortungsbewusste Verkehrssysteme sind vernetzt

Die expandierenden Metropolen sind künftig auf flexible, Energie sparende und umweltschonende sowie sichere, nutzerfreundliche und bezahlbare Mobilitätslösungen angewiesen. Inzwischen gibt es weltweit in vielen Städten intelligente Vernetzung von Individualverkehr und öffentlichen Verkehrssystemen sowie neue Mobilitätsdienstleistungen in Städten und Regionen. Nachhaltige Mobilität erfordert eine ebenso nachhaltige Energieversorgung. Zukunftssichere urbane Verkehrssysteme und effiziente Energieinfrastrukturen sind eng miteinander verbunden. Ein Stichwort sind hier die Smart Grids – die intelligenten Stromnetze.

Gleichzeitig gilt die gesteigerte Nutzung regenerativer Energieträger als ein absolutes Muss für klimaschonende und umweltverträgliche Verkehrslösungen. Um jedoch „postfossile“ Mobilität realistisch umsetzen zu können, müssen die oftmals dezentral gewonnenen regenerativen Energien direkt in den Städten bereitgestellt werden. Das setzt einen stringenten Netzausbau voraus.

Die Energiewende in Deutschland ist ein gutes Beispiel dafür, welche strukturpolitischen und finanziellen Herausforderungen damit verbunden sind.

Effizienzsteigerung und intelligente Verkehrssysteme

Konsequente Effizienzsteigerung und Energieeinsparung gelten nach wie vor als zentrale Zielsetzungen für die Entwicklung nachhaltiger Mobilitätslösungen. Das reicht von immer leichteren Werkstoffen, Sprit sparenden Fahrassistenzsystemen und Energierückgewinnung in Straßenfahrzeugen über verbesserte Stromspeicherlösungen und kontaktlose Ladetechnik für Elektromobile bis zu neuen Softwarelösungen für effizientes Verkehrsmanagement.

Darüber hinaus liegen momentan vor allem die Postautomation – die nachträgliche Automatisierung bereits vorhandener Verkehrsinfrastrukturen – sowie die Entwicklung neuer intelligenter Verkehrssysteme im Trend. Dabei geht es einerseits um technische Neuerungen, aber insbesondere um neue urbane Dienstleistungen sowie Vernetzung unterschiedlicher Verkehrsträger, Umwelt- und Fahrzeugdaten, Temperatur, Geschwindigkeit, aktuelle Position und weitere Parameter, die mit den Verkehrsleitsystemen der Straße ausgetauscht werden. Mit intelligenten und allzeit über Telemetrie und mobile Netzwerke kommunizierenden Verkehrssystemen ist Verkehrsregulierung möglich, die dezentral und selbstständig auf individuelle Verkehrs- und Gefahrensituationen reagiert. Neue Lösungen für intelligente Verkehrsinfrastruktur können aber auch anders ausfallen, bisweilen „untechnisch“, aber dennoch sehr effektiv. Das gilt beispielsweise für die jüngst in Holland vorgestellte selbstleuchtende Fahrspur oder die dynamische Farbe für Straßenbeläge, die nur bei bestimmten Temperaturen sichtbar ist.

Nahverkehrssysteme für effizienten Transport in Städten

Städtische Nahverkehrssysteme überzeugen mit schnellen, zuverlässigen und nutzerfreundlichen Transportmöglichkeiten. Sie bieten großes Potenzial bei Klimaschutz, Energie- und Kostenersparnis und lassen sich teilweise auf bereits vorhandene Infrastrukturen in Städten aufbauen. Dadurch sind sie auch kurzfristig realisierbar. In mehrgliedrigen Verkehrssystemen werden Strecken, Fahrzeiten und Taktfrequenzen sämtlicher Verkehrsträger aufeinander abgestimmt, um schnelle und verzögerungsfreie Verkehrsabläufe zu ermöglichen. Dafür müssen beispielsweise die Fahrpläne von Regionalbussen, Straßen- und U-Bahnen koordiniert und geeignete Umsteigepunkte bereitgestellt werden.

Um öffentliche Verkehrsmittel attraktiver zu gestalten und damit ihre Akzeptanz und Nutzung zu erhöhen, stehen übergreifende Ticketing-Systeme hoch im Kurs. Sie sollen für alle Transportsysteme einer Region gültig sein, bargeldlose Buchungen zulassen und auf unterschiedliche Fahrscheine verzichten. Als Basis dafür kommen neben Smartcards und kontaktlosen RFID-Systemen heute insbesondere Smartphones und die Kommunikation über das mobile Internet in Betracht. Damit lassen sich auch die vollautomatische Abwicklung einer Leihwagenbestellung oder der Fahrzeugabruf aus einem Car-Sharing-Pool realisieren.

Technik allein reicht nicht aus

Wenn es um nachhaltige urbane Verkehrssysteme geht, ist eine ausreichend durchsetzungsfähige Verkehrspolitik gefordert. Neue Mobilitätslösungen verursachen nicht nur hohe Kosten, sie fordern auch ein hohes Maß an Flexibilität von Menschen und Gütern. Verlangt werden bezahlbare, verlässliche und komfortable Verkehrsalternativen.

Um dieses zu ermöglichen, müssen Politik und Stadtentwicklung Hand in Hand arbeiten. Entsprechende Maßnahmen für nachhaltige Verkehrssysteme gibt es bereits: Neue komfortable Car-Sharing-Modelle, funktionelle Konzepte für den Fahrradverleih in Innenstädten oder auch schlichte Steueranreize und transparente Mautsysteme – alles spannende Entwicklungen in Regionen, Gemeinden und Städten bis hin zu Millionen-Metropolen.

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