Galileo telematisches Multitalent made in Europe

Herr Grohe, was genau ist Galileo?

Galileo ist ein in Europa entwickeltes, satellitengestütztes Navigationssystem für ausschließlich zivile Zwecke. Es besteht aus 30 Satelliten auf drei Umlaufbahnen, die rund 32.200 km von der Erdoberfläche entfernt liegen.

Das besondere an Galileo: Es wird von einem privaten Konzessionär errichtet und betrieben, der zwei Drittel der Errichtungskosten trägt. Die Betriebskosten werden dann über den Verkauf von Signalen und Diensten erwirtschaftet.

Und in welchen Bereichen kann Galileo eingesetzt werden?

„Der potentielle Anwendungsbereich des Systems ist extrem groß. Es kann nicht nur ganz klassisch für KFZ-Navigationssysteme genutzt werden, sondern z.B. auch in der Luftfahrt. Mit Galileo wird sich die Verkehrssicherheit erhöhen, die Fahrzeiten werden gesenkt und damit wird auch Kraftstoff gespart. Und davon profitiert wiederum der Umweltschutz.

Doch Galileo kann noch in ganz anderen Lebensbereichen eingesetzt werden: Z.B. bei der Führung von blinden Menschen, der Unterstützung von Rettungsdiensten oder im Vermessungswesen. Neben all den Anwendungsmöglichkeiten die wir bereits kennen, werden noch viele hinzukommen, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Die Entwicklung wird analog zu der beim PC vor 20 Jahren verlaufen.“

Was unterscheidet Galileo von GPS:

„Das amerikanische GPS-System wurde primär für militärische Zwecke entwickelt. Sein offenes Signal ist relativ ungenau und kann verfremdet werden. Galileo hingegen ist ausschließlich für private Anwendungen konzipiert und wird weltweit mit gleich hoher Präzision verfügbar sein. Galileo wird fünf unterschiedliche Dienste anbieten: den offenen, den kommerziellen und den sicherheitskritischen Dienst, der z.B. im Luftverkehr genutzt werden kann.

Darüber hinaus wird es auch einen öffentlich regulierten Dienst für staatliche Zwecke der EU-Mitgliedsstaaten und einen Such- und Rettungsdienst geben. Beim offenen Signal werden Galileo und GPS übrigens kooperieren: beide Signale werden über einen Receiver empfangen und stehen kostenfrei zur Verfügung.“

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Deutsche Messe AG

Weitere Informationen:

http://www.cebit.de

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