Stoff statt Plastik, Mehrweg statt Einweg

Prof. Dr. Jens Müller-Merbach (Mitte) überreicht den Nachhaltigkeitspreis der Frankfurt UAS an die Panoramaschule; mit im Bild: Lehrerin Camilla Hiller und Schulleiter Michael Stenzel.
(c) Panoramaschule

Frankfurt UAS vergibt Nachhaltigkeitspreis an Panoramaschule: öffentliche Frankfurter Förderschule überzeugt mit Geschenketüchern und Co.

Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema, um die Zukunft unserer Gesellschaft zu sichern. Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), die selbst in Studium, Lehre, Forschung, Weiterbildung und Transfer Lösungen für eine zukunftsfähige Welt entwickelt, hat deshalb im Oktober 2022 einen Nachhaltigkeitspreis vergeben. Das Preisgeld von 3.000 Euro erhält die Panoramaschule, eine öffentliche Förderschule in Frankfurt am Main. Unter dem Motto „Stoff statt Plastik, Mehrweg statt Einweg“ stellen die Schüler/-innen im Praxisunterricht Mehrwegartikel her, die Einwegartikel im täglichen Gebrauch ersetzen. Auf Kreativ- und Weihnachtsmärkten werden die Produkte angeboten: Lunchbags, Wachstücher und Geschenketücher. Zudem soll ein Reparatur- und Änderungsservice für Kleidung der Schüler/-innen und Mitarbeitenden dafür sorgen, dass diese länger getragen werden kann und somit nicht so schnell im Müll landet. Die Gruppe der Schüler/-innen, die sich mit diesem Projekt befassen, besuchen das 11. bis 13. Schuljahr. Sie haben alle den Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“.

Jurymitglied Prof. Dr. Jens Müller-Merbach vom Fachbereich Wirtschaft und Recht der Frankfurt UAS begründete die Auszeichnung wie folgt: „In diesem Projekt wird nicht nur über Nachhaltigkeit informiert oder zu nachhaltigem Verhalten ermuntert, sondern greif- und nutzbarer Output erzeugt und es werden dabei konkrete Produkte erstellt. Somit deckt das Projekt vom Identifizieren umweltbelastender Papier- und Plastikeinmalverpackungen über das Ermitteln nachhaltiger Lösungsvorschläge bis zum Schaffen eigener Alternativprodukte alles ab. Das ist großartig und auszeichnungswürdig. Darüber hinaus ist das Projekt auf dauerhafte Umsetzung und Einbindung vieler heutiger und künftiger Schüler/-innen ausgerichtet.“ Die Jury unterstreicht, dass die Schüler/-innen ein Bewusstsein für den Sinn ihrer Arbeit entwickeln und durch die Nachfrage nach ihren nachhaltigen Kreationen stolz auf die geleistete Arbeit sein können.

Schüler/-innen stellen nachhaltige Produkte her

Am Praxistag „Textil“ arbeiten diese Schüler/-innen einmal wöchentlich einen ganzen Tag in der Textilwerkstatt. Sie lernen unterschiedliche Materialien kennen, nähen, bügeln und üben das Zuschneiden. Anschließend werden die entstandenen Produkte angeboten. Seit rund eineinhalb Jahren sind die Produkte komplett auf Nachhaltigkeit umgestellt worden. Den Schüler/-innen war bewusst, dass man mit dem eigenen Konsumverhalten einen Beitrag zu mehr Umweltbewusstsein leisten kann. Nachhaltige Produkte waren für sie jedoch schwer zu beziehen, da diese entweder nicht erschwinglich waren oder in den Familien nicht entsprechend mit diesem Fokus eingekauft wurde. Somit entschieden sich die Schüler/-innen, selbst aktiv zu werden.

Die Idee, Geschenke nicht in Papier, sondern in Stoff einzupacken, haben die Schüler/-innen aus Japan übernommen, wo dies eine lange Tradition hat. Geschenkpapier wird häufig nur einmal verwendet, die Geschenkstoffe können immer wieder verwendet werden. So kann der Papierverbrauch deutlich reduziert werden. Die Wachstücher sollen Frischhalte- oder Alufolie ersetzen und Lebensmittel frisch halten. Auch sie können vielfach eingesetzt werden. Bei den Lunchbags kommen Wachstuchdecken und beschichtete Baumwolle zum Einsatz. In den Bags kann ein Pausenbrot ohne Plastik und Einwegmüll im Ranzen oder der Tasche verstaut werden. Auch Abschminkpads oder Waschlappen stellen die Schüler/-innen in der nachhaltigen Mehrwegversion her.

In der Zukunft möchten die Schüler/-innen eine Schülerfirma gründen, um ihre Ideen noch besser umsetzen zu können und die Produkte über das Schulumfeld hinaus verkaufen zu können. In diesem Winter werden die Produkte am 3. Dezember von 15 bis 20 Uhr auf dem Weihnachtsmarkt in Nied (Neumarkt) verkauft.

Das Preisgeld möchte die Schule einsetzen, um mehr Stoffe in Bio-Qualität – die wesentlich teurer sind als herkömmliche – und eine neue Nähmaschine anzuschaffen. Zudem wird ein Ausflug für alle Gewinner/-innen finanziert.

Zum Nachhaltigkeitspreis:
Die Frankfurt UAS schrieb den Nachhaltigkeitspreis aus, um Schüler/-innen einen Anreiz zu geben, sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen. Zudem soll die Hochschule so für diese Zielgruppe mit dem Thema verknüpft und der Kontakt und Dialog zwischen Schule und Hochschule gestärkt werden. Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der vier Fachbereiche der Frankfurt UAS begutachtete die Einsendungen und wählte die Preisträgerschule aus. Entscheidende Kriterien waren unter anderem der Bezug zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, ein fächerübergreifender Ansatz sowie die realistische Umsetzbarkeit nach zeitlichen und finanziellen Aspekten.

Weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit an der Frankfurt UAS unter: http://www.frankfurt-university.de/nachhaltigkeit.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Frankfurt University of Applied Sciences, Abteilung Student Support and Services, Barbara Rudloff, Telefon: +49 69 1533-3640, E-Mail: barbara.rudloff@stuport.fra-uas.de

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Sarah Blaß Kommunikation
Frankfurt University of Applied Sciences

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