Heilung mit System

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will mit einer neuen Initiative die Ergebnisse der modernen molekularbiologischen Forschung für die Medizin verfügbar machen. Ein vielversprechender neuer Ansatz ist die Systemmedizin, die neueste Erkenntnisse aus den Lebenswissenschaften mit Methoden aus den Informationswissenschaften verknüpft und die erzielten Ergebnisse für die Behandlung von Patienten in Kliniken und Arztpraxen nutzbar macht.

„Viele Krankheiten sind auch heute trotz intensiver Forschung nur schwer behandelbar. Deshalb muss die Medizin neue Wege beschreiten, um weitere Fortschritte zum Wohle der Menschen zu erzielen“, so Bundesforschungsministerin Annette Schavan. Mit dem jetzt veröffentlichten Forschungs- und Förderkonzept „e:Med – Maßnahmen zur Etablierung der Systemmedizin“ unterstützt das BMBF diese Entwicklung. Für die kommenden acht Jahre sollen dazu bis zu 200 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden.

Die traditionelle Medizin mit ihrem Blick aufs Detail stößt heute oft an ihre Grenzen. Die Systemmedizin betrachtet das Krankheitsgeschehen umfassender. Sie nutzt systemorientierte Herangehensweisen aus der Grundlagenforschung, um komplexe Krankheitsprozesse besser zu verstehen, und innovative Heilverfahren abzuleiten. Genetische, zellbiologische, physiologische und visuelle Daten von Patienten werden erhoben und miteinander in Beziehung gesetzt, um Rückschlüsse auf das Krankheitsgeschehen und mögliche Behandlungswege zu ziehen.

Ein professioneller Umgang mit den anfallenden, großen Datenmengen ist hierfür unverzichtbar. Deshalb spielen Mathematik und Informationswissenschaften eine tragende Rolle. Durch diesen „systemorientierten“ Ansatz verstehen wir bereits besser, was uns gesund erhält, und was uns krank macht. Nun muss dieses Wissen in die medizinische Praxis übertragen werden. Hierzu leistet „e:Med“ einen Beitrag.

Das Konzept ist in fünf Module gegliedert, die Fördermaßnahmen zur systemmedizinischen Forschung, zur Nachwuchsförderung, und zur internationalen Einbindung deutscher Forschungsaktivitäten beinhalten. Förderrichtlinien des BMBF zu „Forschungskonsortien der Systemmedizin“ werden heute veröffentlicht. Bis zum 15.01.2013 können Anträge auf Forschungsförderung eingereicht werden.

Deutschland ist bereits Partner im europäischen Netzwerk zur Systemmedizin CASyM, das eine Strategie zur Etablierung der Systemmedizin auf europäischer Ebene entwickelt.

Details zum Forschungs- und Förderkonzept e:Med können unter http://www.bmbf.de/pubRD/foerderkonzept_eMed.pdf abgerufen werden.

Ausführliche Informationen zu den Förderrichtlinien „Forschungskonsortien zur Systemmedizin“ können heute ab 15.00 unter http://www.bmbf.de/foerderungen/20126.php abgerufen werden.

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