Drei innovative Konzepte zur Qualifizierung des Berufsbildungspersonals ausgezeichnet

Sie sind die unverzichtbaren Garanten für eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung und nehmen an ihrem jeweiligen Lernort eine Schlüsselposition ein: die für die Ausbildungspraxis verantwortlichen Ausbilderinnen und Ausbilder in Betrieben und Überbetrieblichen Bildungszentren sowie die Lehrerinnen und Lehrer an Berufsschulen.

Ihre Professionalität und Erfahrung ist für die Zukunftsfähigkeit der dualen Berufsausbildung und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft mit entscheidend. „Innovative Konzepte zur Qualifizierung des Berufsbildungspersonals“ lautete daher das diesjährige Thema des Wettbewerbs um den „Hermann-Schmidt-Preis“.

Der Verein „Innovative Berufsbildung e.V.“ identifiziert und prämiert damit gezielt Projekte und Initiativen, die beispielhafte Modelle zu diesem Thema entwickelt und nachweislich umgesetzt haben. Drei Preisträger aus Ingelheim am Rhein, Wolfstein und Halle (Saale) wurden jetzt in Köln geehrt.

Ziel des Vereins – der vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn sowie dem W. Bertelsmann Verlag (wbv) in Bielefeld getragen wird – ist es, mit dem jährlich verliehenen Preis auf innovative Ansätze in der Berufsbildungspraxis aufmerksam zu machen, diese zu fördern und zur Nachahmung zu empfehlen. Namensgeber ist der frühere Präsident des BIBB, Prof. Dr. Hermann Schmidt, der das Institut von 1977 bis 1997 leitete.

Die Preisverleihung des in diesem Jahr bereits zum 17. Mal ausgetragenen Wettbewerbs fand am 21. November anlässlich der Tagung „Berufsbildung 4.0 – Was kommt da auf uns zu?“ der gewerblich-technischen Ausbildungsleiter des Kuratoriums der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung (KWB) in Köln statt.

Aus den zum Wettbewerb eingereichten 28 Initiativen gingen als Sieger hervor:

Hermann-Schmidt-Preisträger 2013 (3.000 Euro):
„Innovatives Konzept zur Stärkung der Ausbilderkompetenzen von Ausbildern vor Ort (AvO) und Ausbildungskoordinatoren (AbK) sowie zur Sicherung der Ausbildungsqualität“ – Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Ingelheim am Rhein
Um das Engagement des ausbildenden Personals zu unterstützen, die Wertschätzung ihrer Arbeit zu erhöhen und die Ausbildungsqualität insgesamt zu steigern, wurde 2011 ein verbindlicher Rahmen über die Aufgaben, die Verantwortung sowie die Rolle des ausbildenden Personals in Form einer Konzernbetriebsvereinbarung geschaffen. Parallel dazu wurden neue Qualifizierungsmaßnahmen für das ausbildende Personal entwickelt. Diese sehen die Vermittlung von Mindeststandards an Ausbilderkompetenzen in Pflichtcurricula sowie weitere optionale und thematisch klar abgegrenzte Module für den individuellen Bedarf vor. Vermittelt werden die Inhalte in einem Blended-Learning-Ansatz, in dem Präsenzveranstaltungen und Online-Schulungen miteinander verknüpft werden. Die Jury würdigt das ausgezeichnete Projekt als beispielhaft, da sich das innovative Konzept umfassend an alle ausbildenden Fachkräfte im Unternehmen wendet und zugleich zur Sicherung der betrieblichen Ausbildungsqualität in vorbildlicher Weise beiträgt.

Kontakt: Stefan Hüppe, Boehringer Ingelheim, Binger Straße 173, 55216 Ingelheim am Rhein, Tel.: 06132 / 77-3646, E-Mail: stefan.hueppe@boehringer-ingelheim.com; Internet: http://www.boehringer-ingelheim.de

Sonderpreis (1.000 Euro):
„KOB-Ausbildung goes Lean: Veränderungen aktiv aufgegriffen – praxis- und handlungsorientiert umgesetzt“ – Karl Otto Braun GmbH & Co. KG, Wolfstein
Ausgangspunkt für das Projekt war eine Entscheidung der Unternehmensleitung im Jahr 2011, die Arbeitsorganisation in der Produktion den veränderten Anforderungen anzupassen und zur „Geführten Teamarbeit“ weiterzuentwickeln. Das Ausbildungspersonal wurde frühzeitig und aktiv in diesen Veränderungsprozess eingebunden und durch ein spezielles Qualifizierungskonzept auf die neue Rolle, die neuen Aufgaben und den damit verbundenen größeren Verantwortungsbereich durch eine Weiterentwicklung von Sozial-, Methoden-, Fach- und Persönlichkeitskompetenzen vorbereitet. Dabei fand die Vermittlung der Inhalte im Produktionsprozess und direkt in den Produktionsteams statt. Die Jury würdigt den Projektansatz als vorbildlich, geplante Veränderungen in Unternehmen durch die Einführung neuer Organisationskonzepte zeitgleich in der Ausbildung aufzugreifen und zum Gegenstand einer innovativen sowie beispielhaften praxis- und handlungsorientierten Weiterbildung für das Ausbildungspersonal zu machen.

Kontakt: Françoise Fuchs, Karl Otto Braun GmbH & Co. KG, Lauterstraße 50, 67752 Wolfstein, Tel.: 06304 / 74-279, E-Mail: francoise.fuchs@kob.de; Internet: http://www.kob.de

Sonderpreis des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (1.000 Euro):
„Vielfalt ist Zukunft“ – Jugendwerkstatt „Frohe Zukunft“ Halle-Saalekreis, Halle (Saale)
Ziel des herausragenden Projekts ist es, benachteiligten Jugendlichen eine berufliche und gesellschaftliche Integration zu ermöglichen und damit auch dem demografisch bedingten Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Hauptzielgruppe sind Jugendliche im Berufsvorbereitungsjahr oder Berufsgrundbildungsjahr. Um die Projektziele zu erreichen, wurde ein umfassendes und aufeinander abgestimmtes Qualifizierungsprogramm für Berufsschullehrer/-innen, betriebliche Ausbilder/-innen und Unternehmensführungen erstellt. Seit 2012 wurden rund 200 Berufsschullehrer/-innen und rund 50 Ausbilder/-innen geschult sowie ein Praktikumsleitfaden für Betriebe, Berufsschulen, Ministerien und Schüler/-innen entwickelt. Weitere Schulungen für rund 80 Ausbildungsbeauftragte der Stadtwerke Halle GmbH sind in Planung. Die Jury betont den umfassenden und ganzheitlichen Ansatz der Qualifizierungsmaßnahmen für Ausbilder/-innen, Berufsschullehrer/-innen und Unternehmen und würdigt die Qualität und das innovative Potenzial.

Kontakt: Ronald Schütz, Jugendwerkstatt „Frohe Zukunft“, Heinrich-Franck-Straße 2, 06112 Halle (Saale), Tel.: 0345 / 470 76 124; E-Mail: r.schuetz@jw-frohe-zukunft.de; Internet: http://www.jw-frohe-zukunft.de

Kurzdarstellungen der prämierten und weiterer zum Wettbewerb eingereichter Projekte enthält eine Broschüre, die im Internetangebot des BIBB unter http://www.bibb.de/hermann-schmidt-preis kostenlos heruntergeladen werden kann.

Bilder von der Preisverleihung stehen unter http://www.bibb.de/pressefotos zur Verfügung.

Media Contact

Andreas Pieper idw

Weitere Informationen:

http://www.bibb.de/pressefotos

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