Wirksame Mittel gegen Schadstoffe

Sparkasse vergibt Umweltpreise an Wissenschaftler der Fridriciana

Die Sparkasse Karlsruhe hat drei Wissenschaftlern der Universität Karlsruhe den Umweltpreis verliehen. Die prämierten Doktorarbeiten drehen sich vor allem darum, wie der Schaden reduziert werden kann, den Schwermetallionen in der Umwelt anrichten. Zum ersten Mal seit längerer Zeit gehen der 1. Preis und 5000 Euro wieder an eine Frau: Dr. Petra Huttenloch vom Lehrstuhl für Angewandte Geologie am Geologischen Institut bekommt ihn für ihre Arbeit „Neue Sorptionsmedien für die Grundwassersanierung mit Reaktiven Wänden“.

Petra Huttenloch hat neue Materialien für die Sanierung von schadstoffbelastetem Grundwasser entwickelt. Die Wirksamkeit der Materialien untersucht sie in Reaktionswänden: durchlässigen Bauwerken, die quer zu der Richtung, in der das Grundwasser fließt, in den Untergrund eingebaut werden. Durch die Wände schleust sie Grundwasser, das mit aromatischen Kohlenwasserstoffen und Schwermetallen verunreinigt ist. Das kontaminierte Grundwasser fließt infolge des natürlichen Gefälles, also ohne zusätzliche Energiezufuhr, durch das Material der Wand, das die Schadstoffe bindet oder abbaut und so aus dem Grundwasser entfernt. In ihren Versuchsanordnungen erreicht Petra Huttenloch teilweise beachtliche Sanierungserfolge. So gelingt es ihr zum Beispiel, das gefährliche Quecksilber in Amalgam zu isolieren und zu eliminieren, indem sie Kupferspäne für die Reaktionswände verwendet.

Mit dem 2. Preis und 3000 Euro zeichnete die Sparkasse Dr. Daniel Schmitt vom Bereich Wasserchemie am Engler-Bunte-Institut aus. In seiner Arbeit „Charakterisierung der Bindung von Metallionen an natürliche organische Substanzen und deren Auswirkungen auf Adsorption und Transport“ wendet er eine anspruchsvolle Analytik an, mit der er den Weg der im Wasser gelösten Metallionen im Boden verfolgt. Er weist dabei nach, wie ihr Transport dadurch erleichtert wird, dass sie sich mit natürlich organischen Molekülen zu Komplexen verbinden. Dies gefährdet das Grundwasser erheblich. Schmitts Modellrechnungen erlauben die Vorhersage von Verunreinigungen und die Planung von Sanierungsmaßnahmen.

Den dritten Preis und 2000 Euro vergab die Sparkasse an Dr. Steffen Klensch vom Bereich Gas, Erdöl und Kohle des Engler-Bunte-Instituts. Seine Arbeit trägt den Titel „Verhalten von Schwermetallen bei der thermischen Umwandlung von Sägespänen im Flugstrom“. Bei der Verbrennung und Vergasung von Sägespänen fallen Schlacke und Asche an, die mit Schwermetallen belastet sind. Klensch hat nun Verfahren entwickelt, mit denen er die Rückstände weitgehend von Schadstoffen befreit. Gleichzeitig erhöht er den Kaliumanteil in der Schlacke und der Asche, die somit als Dünger sogar wieder in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt werden können. Dies ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Biomasse verstärkt als alternative Energiequelle eingesetzt werden kann.

Nähere Informationen:
Ulrich Becksmann
Forschungszentrum Umwelt
Telefon: 0721/608-2053
E-Mail: ulrich.becksmann@fzu.uni-karlsruhe.de

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