BMBF und die Rentenversicherung fördern die Reha-Forschung mit weiteren 40 Millionen DM

Forschungsergebnisse sollen schnell Eingang in die Versorgungspraxis finden

Anlässlich der wachsenden medizinischen und ökonomischen Bedeutung der Rehabilitation bei der Versorgung chronisch Kranker ist es notwendig, die Praxis der Rehabilitation kontinuierlich zu verbessern. Nur durch eine interdisziplinäre Forschung kann die Rehabilitation diesen wachsenden Anforderungen gerecht werden. Aus diesem Grund haben das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Deutsche Rentenversicherung erneut 40 Mio. DM für die Rehabilitationsforschung zur Verfügung gestellt. In den zurückliegenden drei Jahren der ersten Förderphase wurden bereits 40 Mio. DM in die Forschung investiert. Die Projekte der zweiten Förderphase bauen auf der erfolgreichen Arbeit der acht regionalen Forschungsverbünde auf.

Die Forschungsverbünde bearbeiten fachbezogene Projekte in allen wichtigen Themenfeldern der Rehabilitationswissenschaften. Ziel für die therapiebezogenen Forschungsprojekte ist es, die Behandlungsweisen in der Rehabilitation weiter zu verbessern, um die Patienten wieder zu einer selbständigen Lebensführung zu befähigen und um die gesundheitlichen Voraussetzungen für eine rasche und befriedigende Rückkehr ins Berufsleben zu schaffen. Die Rehabilitationsforschung leistet damit nicht nur Beiträge zur Verbesserung der Lebensqualität von schwer erkrankten Menschen, sondern auch zur Kostendämpfung im sozialen Sicherungssystem.

In der zweiten Förderphase werden nach einem auf Qualitätskriterien ausgerichteten Auswahlprozess nun insgesamt 91 Forschungsprojekte gefördert. An zwei Standorten (Halle, Würzburg) werden zusätzlich Stiftungsprofessuren eingerichtet. Bei den untersuchten Patientengruppen bilden die orthopädischen und kardiologischen Erkrankungen als häufigste Reha-Diagnosen einen Schwerpunkt. Beispielsweise wird in einem Projekt die stufenweise Wiedereingliederung in den Beruf bei Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen untersucht mit dem Ziel, diese Patienten schneller und wirkungsvoller wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Weitere Projekte beschäftigen sich mit der Rehabilitation bei psychosomatischen Erkrankungen und bei Krebserkrankungen. Zunehmend findet auch die Rolle und Einbeziehung der Angehörigen in die Rehabilitation Beachtung; es wird mit wissenschaftlichen Methoden untersucht, in welcher Weise die Einbeziehung der Angehörigen erfolgen sollte und wie dadurch eine Optimierung des Rehabilitationserfolgs erreicht werden kann.

Erste Ergebnisse, u. a. im Bereich der kardiologischen Rehabilitation und bei chronischen Rückenschmerzen, werden für Frühjahr/Sommer 2002 erwartet. Beide Bereiche verursachen erhebliche Kosten für Rehabilitation und Frühberentung. Es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass eine erfolgreiche Behandlung jeweils ganz individuell auf den Patienten zugeschnitten werden muss. Seine speziellen Risikofaktoren, seine subjektiven Krankheitserfahrungen und Reha-Ziele, sein soziales Umfeld u. v. a. sind wichtige Leitfaktoren für den Erfolg der Rehabilitation. Im Hinblick auf den Patienten beginnt damit die wichtigste Aufgabe für die Forschung und die Rehabilitationsträger: Die Umsetzung der Ergebnisse in die Praxis anzustoßen und wissenschaftlich zu begleiten!

Die Rehabilitationsforschung ist versorgungsnahe Forschung und ihre Leistung bemisst sich daher wesentlich daran, inwieweit es gelingt, mit den Forschungsergebnissen innovative Impulse für die Versorgungspraxis zu geben. Es geht darum, bisherige Therapiekonzepte weiterzuentwickeln oder evtl. durch neue zu ersetzen und neue Forschungsergebnisse aus den Forschungsverbünden heraus möglichst schnell und wirkungsvoll in die Praxis umzusetzen.

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Dr. Buschmann-Steinhage ots

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