Die Universität Göttingen wird Zentrum eines Kompetenznetzes zur Genomforschung an Mikroorganismen

Bundesministerium vergibt Förderung / Das Institut für Mikrobiologie und Genetik der Universität Göttingen erfolgreich neben Würzburg und Bielefeld vertreten

Im Oktober schrieb das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Förderung mit einem Gesamtvolumen von 50 Millionen DM aus. Die Anforderungen waren enorm: Nationale und internationale Reputation waren ebenso verlangt wie einschlägige Studiengänge und die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Biologie, Physik und Chemie sowie der Bioinformatik. Außerdem sollten im Rahmen eines Technologietransfers Kooperationen mit der Wirtschaft bestehen. Das BMBF wird jetzt drei Kompetenznetze zur Genomforschung an Mikroorganismen fördern. Neben den Universitäten Bielefeld und Würzburg wird die Universität Göttingen eines der Zentren für diese Kompetenznetze. Vorort wird das Zentrum im Institut für Mikrobiologie und Genetik angesiedelt sein, Koordinator ist Prof. Dr. Gerhard Gottschalk, der auch die Hauptlast der Antragstellung trug. Bis zu 17 Millionen DM werden vom BMBF für das Göttinger Zentrum in den nächsten drei Jahren zur Verfügung gestellt; 20 Arbeitsgruppen und namhafte Industrieunternehmen sind beteiligt.

Worum geht es in dem von Göttingen aus geleiteten Kompetenznetz? Die Fortschritte bei der gentechnischen Herstellung von Pharmaka, Enzymen, Vitaminen und Chemieprodukten sind untrennbar verbunden mit den Fortschritten, die bei der Erforschung von Bakterien gemacht worden sind. Bakterien sind nicht nur ein unverzichtbares Glied in den globalen Stoffkreisläufen, wegen ihrer hohen Stoffwechselaktivität und Stoffwechselvielfalt sind sie
auch eine Quelle von heutzutage notwendigen Produkten wie Enzymen und Pharmaka. Nun erlauben die raschen Fortschritte in der Genomforschung, noch umfassender und gezielter Aktivitäten von Mikroorganismen in den Dienst von umweltschonenden Technologien zu stellen. Die Genomforschung setzt hier bei der Totalentschlüsselung, das heißt der Totalsequenzzierung von interessanten Bakteriengenomen an. So ist es ein Ziel des Göttinger Kompetenznetzes, die Totalsequenzzierung von Bakteriengenomen durchzuführen. Dabei wird aber nicht stehen geblieben; vielmehr wird die so dechiffrierte genetische Information benutzt, um das „Können“ einer Bakterienart, d.h. ihr Leistungsprofil zu erkennen und in den Dienst von Produktionsverfahren zu stellen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Kompetenznetzes wird darin liegen, über die Leistungsprofile von bestimmten Bakterienarten ihren Einfluss als Umweltfaktoren besser verstehen und unter Umständen auch lenken zu können, dieses betrifft beispielsweise die Methan-produzierenden und die Methan-verbrauchenden Mikroorganismen, deren Aktivitätsbilanz einen nicht unerheblichen Treibhauseffekt besitzt.
Mit diesen Aktivitäten wird das Göttinger Zentrum seinem Namen gerecht, es dient der „Genomforschung an Bakterien für die Analyse der Biodiversität und die Nutzung zur Entwicklung neuer Produktionsverfahren“.

Das Land Niedersachsen hat an dem Erfolg der Göttinger Bewerbung einen hohen Anteil; der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur förderte auf Initiative der Professoren Hans-Joachim Fritz und Gerhard Gottschalk den Aufbau eines Laboratoriums für Genomanalyse im Institut für Mikrobiologie und Genetik der Göttinger Universität. Dieses Laboratorium mit seinen Leistungen auf dem Gebiet der Genomentschlüsselung von Bakterien ist ein wesentlicher Faktor innerhalb des von Göttingen geleiteten Kompetenznetzes.
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Weitere Informationen
Institut für Mikrobiologie & Genetik
Prof. Dr. Gerhard Gottschalk
Grisebachstraße 8
37077 Göttingen
Tel: 0551/39-3781
Fax: 0551/ 39-3808
E-Mail: ggottsc@gwdg.de

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