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Deutsche Konjunktur schwächer, aber keine Anzeichen für Rezession

11.03.2019

Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung senkt seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum im Jahr 2019 auf 0,9 Prozent, für 2020 von 1,6 auf 1,5 Prozent. Die für 2020 höhere Rate beruht vor allem auf deutlich mehr Arbeitstagen. Die Arbeitslosenquote dürfte weiter auf 4,8 Prozent in diesem und 4,6 Prozent im kommenden Jahr zurückgehen. Die Inflationsrate dürfte mit 1,4 Prozent in diesem und 1,6 Prozent im kommenden Jahr moderat bleiben.

Die öffentlichen Haushalte werden 2019 und 2020 voraussichtlich Überschüsse von gut 36 bzw. knapp 30 Milliarden Euro erzielen. Inlands- und Weltkonjunktur dürften sich zwar abschwächen, aber nicht in eine Rezession abgleiten.


Tabelle zur RWI-Konjunkturprognose vom 11. März 2019

RWI

Die wichtigsten Ergebnisse:

• Das RWI senkt seine Prognose des deutschen Wirtschaftswachstums für 2019 gegenüber Dezember vergangenen Jahres von 1,4 auf 0,9 Prozent. Für 2020 erwartet es 1,5 statt 1,6 Prozent. Die höhere Rate für 2020 beruht vor allem auf deutlich mehr Arbeitstagen.

• Obwohl die Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2018 mehr oder weniger stagnierte, ist dies kein Hinweis auf eine Rezession. Ausschlaggebend waren Sonderfaktoren, insbesondere die Probleme der Automobilindustrie bei der Umsetzung der Abgas- und Verbrauchsnorm WLTP und Produktionsausfälle in der Chemischen Industrie aufgrund des Niedrigwassers. Allerdings dürfte die Entwicklung in der Industrie auch in diesem Jahr nicht allzu dynamisch sein, worauf auch die heute veröffentlichte Industrieproduktion hinweist.

• Am Arbeitsmarkt wird sich der Beschäftigungsaufbau voraussichtlich fortsetzen, aber im Einklang mit der schwächeren gesamtwirtschaftlichen Expansion etwas an Tempo verlieren. Die Arbeitslosenquote dürfte damit auf 4,8 Prozent in diesem und 4,6 Prozent im kommenden Jahr sinken.

• Die Inflation dürfte mit 1,4 Prozent in diesem und 1,6 Prozent im kommenden Jahr moderat bleiben. Der Rückgang des Ölpreises seit Herbst vergangenen Jahres wirkt in diesem Jahr dämpfend. Die Kerninflation (Preise ohne Energie) wird sich im Prognosezeitraum, bei anhaltend hoher Kapazitätsauslastung der Wirtschaft, leicht beschleunigen.

• Der staatliche Budgetüberschuss dürfte nach einem Höchststand von 58 Milliarden Euro im vergangenen Jahr in diesem Jahr auf gut 36 Milliarden Euro und 2020 auf knapp 30 Milliarden Euro zurückgehen. Damit dürfte die Überschussquote des Staates auf 1,0 Prozent des BIP in diesem und 0,8 Prozent im kommenden Jahr sinken. Insbesondere in diesem Jahr, aber auch 2020 ist die Finanzpolitik expansiv ausgerichtet. Zudem nehmen die Staatseinnahmen aufgrund der nachlassenden konjunkturellen Dynamik langsamer zu.

• Die Expansion der Weltwirtschaft dürfte im Prognosezeitraum weiter an Tempo verlieren. Das weltweite BIP dürfte in diesem Jahr mit 3,0 Prozent und im kommenden Jahr mit 2,8 Prozent wachsen. Der Welthandel wird sich voraussichtlich um 2,5 Prozent in diesem und 3,0 Prozent im kommenden Jahr ausweiten.

Zu den Risiken einer Rezession sagt RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn: „Die deutsche Wirtschaft entwickelt sich derzeit zwar nicht allzu dynamisch, es deutet jedoch nichts auf eine Rezession hin. Dies gilt auch international: Die Konjunktur schwächelt zwar, sie wird aber durch eine Reihe von Faktoren gestützt.“

(veröffentlicht in „RWI Konjunkturberichte“, Heft 1/2019)

Ihre Ansprechpartner/in dazu:
Dr. Torsten Schmidt Tel. (0201) 81 49-287
Sabine Weiler (Pressestelle) Tel. (0201) 81 49-213

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Torsten Schmidt Tel. (0201) 81 49-287

Originalpublikation:

http://www.rwi-essen.de/media/content/pages/publikationen/rwi-konjunkturberichte... (RWI-Konjunkturbericht, März 2019)
http://www.rwi-essen.de//media/content/pages/publikationen/rwi-konjunkturbericht... (Eckwertetabelle zum RWI-Konjunkturbericht)

Weitere Informationen:

http://www.rwi-essen.de/kb - Hier finden Sie die RWI-Konjunkturberichte auf der RWI-Homepage.

Sabine Weiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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