Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Expansion im Ausland bringt Jobs im Inland

17.06.2005


  • Internationales Wachstum ist Schlüssel zur Sicherung von Arbeitsplätzen
  • Eine Million neue Jobs im industriellen Mittelstand möglich

Die internationale Expansion von mittelständischen Unternehmen hat positive Effekte auf die deutsche Volkswirtschaft und den inländischen Arbeitsmarkt. Für jeden Arbeitsplatz, den erfolgreiche deutsche Mittelständler im Ausland schaffen, entstehen mehr als zweieinhalb Jobs im Inland. Das ist ein Ergebnis von "Unternehmertum Deutschland", einer Mittelstandsuntersuchung der Unternehmensberatung McKinsey & Company, die am Freitag in Düsseldorf vorgestellt wurde. Im Rahmen der Studie wurden bundesweit 5.000 Unternehmen des industriellen Mittelstands mit einem Umsatz zwischen 50 Millionen Euro und drei Milliarden Euro zu Strategie, Führung, Finanzierung, Internationalisierung und Innovation befragt. Vertreten waren alle Branchen - mit Ausnahme des Handels.

... mehr zu:
»Expansion »Umsatzrendite

Die besten 40 Prozent der Unternehmen aus den von McKinsey untersuchten Branchen haben von 1998 bis 2003 durchschnittlich jeweils 166 Arbeitsplätze im Ausland aufgebaut. Gleichzeitig schufen sie 431 neue Jobs in Deutschland. Insgesamt hat diese Spitzengruppe in den vergangenen fünf Jahren sogar 100.000 Arbeitsplätze aufgebaut - davon 80.000 in Deutschland.

"Der industrielle Mittelstand kann in den nächsten Jahren eine Million neue Arbeitsplätze in Deutschland schaffen, wenn die Unternehmen ihr Potenzial ausschöpfen. Das ergab die Hochrechnung unserer Studie", sagt Jürgen Meffert, Director bei McKinsey und Leiter der "Initiative Mittelstand".


Wirtschaftlich schwache Mittelständler dagegen bauten im Durchschnitt 100 Stellen je Unternehmen in Deutschland ab, während ihre Mitarbeiterzahl im Ausland jeweils um 28 stieg. Erfolgsindikatoren waren Wachstum und Rendite der Unternehmen im Verhältnis zum Rest der jeweiligen Branche.

Internationalisierung und Innovation führen zum Erfolg

"Unternehmen mit einem klaren strategischen Fokus auf Internationalisierung und Innovation arbeiten profitabler und wachsen schneller", sagt Meffert. Erfolgreiche Mittelständler sind, so die Untersuchung, auf allen relevanten Märkten präsent, nicht nur mit Vertrieb, sondern auch mit Produktion, Einkauf und immer häufiger mit Forschung und Entwicklung. Zwar bedeute das den weiteren Abbau einfacher, oft arbeitsintensiver Tätigkeiten im Inland. Gleichzeitig aber werde dies die Entwicklung spezialisierter, höherwertiger Güter fördern. Meffert: "Zahlreiche Erfolgsbeispiele aus unserer Studie zeigen, dass innovative Unternehmen Weltklasseprodukte auch in Deutschland wettbewerbsfähig fertigen können."

Knapp 60 Prozent der befragten Unternehmen nehmen dementsprechend in Westeuropa eine marktführende Stellung ein. In Osteuropa sind es immerhin noch 40 Prozent, in China nur knapp 20 Prozent. Unternehmen, die in mehr als sieben Regionen einen hohen Marktanteil besitzen, weisen im Schnitt eine Umsatzrendite von 7,5 Prozent auf - gegenüber 4,7 Prozent von Firmen, die nur in drei und weniger Regionen gut vertreten sind. Wichtig sei es daher, so die Studie, in möglichst vielen neuen Märkten möglichst schnell die Führung zu übernehmen.

Zentral für den Erfolg sind zudem die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE). Unternehmen, die nur zwei bis drei Prozent ihres Umsatzes dafür aufwenden, erreichten 2003 eine Umsatzrendite von durchschnittlich 4,6 Prozent. Diejenigen mit mehr als zehn Prozent FuE-Ausgaben brachten es hingegen auf 8,1 Prozent Umsatzrendite.

Produktion in Asien auch für Mittelstand immer wichtiger

Auf Grund des stagnierenden Inlandsmarktes fällt dem Ausland eine entscheidende Rolle zu. Zwischen 1998 und 2003 erzielten die befragten Unternehmen dort 40 Prozent ihres gesamten Umsatzwachstums. In der Chemie-, Energie- und Metallbranche waren es sogar 75 Prozent.

Der am schnellsten wachsende Absatzmarkt für den deutschen Mittelstand ist Osteuropa. Der Umsatz der Befragten stieg dort von 1998 bis 2003 um 146 Prozent. In China erhöhte er sich um 98 Prozent. Die Branche mit dem größten Exportanteil nach Osteuropa und China ist der Automobil- und Maschinenbau.

Die mittelständischen Automobil- und Maschinenbau-Unternehmen sind außerdem Vorreiter beim Global Sourcing: Mehr als die Hälfte (51 Prozent) von ihnen kauft Bauteile und Komponenten weltweit ein; dicht gefolgt von Hightech mit 48 Prozent und der Konsumgüterindustrie mit 45 Prozent.

Die Mittelständler planen auch einen deutlichen Ausbau der Internationalisierung ihrer Produktion. Derzeit sind 15 Prozent der Unternehmen in China mit Produktionsstätten vertreten. Bis 2008 wird es bereits knapp ein Drittel sein, so die Untersuchung. In Osteuropa fertigen momentan 27 Prozent der Befragten, bis 2008 werden es etwa 40 Prozent sein.

Partner der Studie

"Unternehmertum Deutschland" ist eine gemeinsame Initiative von McKinsey und der WirtschaftsWoche. Der Lehrstuhl für Unternehmensentwicklung und Electronic Media Management an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU), Koblenz, sowie der Lehrstuhl für Mittelstand, Existenzgründung und Entrepreneurship (LEMEX) an der Universität Bremen sind wissenschaftliche Partner des Projekts.

Josef Arweck | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.mckinsey.com
http://www.unternehmertum-deutschland.de

Weitere Berichte zu: Expansion Umsatzrendite

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index leicht rückläufig
24.07.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet - Juni 2018
20.06.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Macht Sinn: Fraunhofer entwickelt Sensorsystem für KMU

15.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

15.08.2018 | Informationstechnologie

FKIE-Wissenschaftler präsentiert neuen Ansatz zur Detektion von Malware-Daten in Bilddateien

15.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics